Beiträge von Silke

    Hallöle,


    Absage von Agentur ist soeben eingetrudelt. Liest sich wie eine Standardabsage, die mich davon überzeugen will, dass es nicht an mir liegt, sondern an ihnen und am Markt.


    Dabei fällt jedoch das Wort "fehlende Breitenwirkung". Jetzt frage ich mich, wie ein autobiographischer historischer Frauenroman keine Breitenwirkung hat, wenn doch der Markt voll ist damit?


    Mögliche Erklärungen: Entweder ist die Dame zu unbekannt oder der Markt übersättigt. Oder gibt es noch eine andere Erklärung? Ich weigere mich zu glauben, dass das Leben der Dame nicht interessant genug war, denn sie hatte diverse teils skandalöse Ehen, kämpfte eigenhändig Schlachten in einem vom Bürgerkrieg zerrissenen Krieg und wurde am Ende von ihrem Cousin übertrumpft (findet aber in meiner Geschichte am Ende die Wahre Liebe).


    Also - bitte, verlegte Autoren oder auch jeder andere, der den Markt besser versteht als ich: Was ist Breitenwirkung, und wie erreiche ich die? Oder nehme ich das jetzt alles zu ernst oder es ist wirklich nur eine Standardabsage, auf die ich nichts geben darf?

    Meine Nachbarn haben auch gestern noch eine riesige Party gefeiert. Hat durch den ganzen Hof geschallt. Als ob nix wäre.

    Da kann man nicht viel machen, oder man wird noch ganz blöd im Kopf. Leider kommen die Behörden schon jetzt kaum noch hinterher. Wir können nur alle an unsere eigene Vernunft appellieren und mit gutem Beispiel voran gehen.

    Gut für den Verlag, schlecht für die Übersetzerin. Es gibt kaum Seiten, die mit 1800 Zeichen gefüllt sind. Das ist errechnet aus 30 Zeilen mal 60 Zeichen. Nicht jede Zeile enthält aber 60 Zeichen und nicht jede Seite ist mit 30 Zeilen gefüllt.

    Deshalb die Kalkulation, nicht das Durchzählen nach Seiten.

    Wenn ich Übersetzungen für einen Verlag anfertige, dann wird in Normseiten abgerechnet. Diese errechnen sich aus Anschlägen mit Leerzeichen durch 1800. Da findet es also sehr wohl noch Verwendung. Zur besseren Lesbarkeit sehen meine Seiten auch mehr oder weniger wie Normseiten aus (so ganz kommt es nie hin, deshalb die Kalkulation wie oben beschrieben).

    Ohne jetzt wirklich ein Experte zu sein, denke ich, dass gewisse Wahrheiten in diesen Thesen stecken.


    Ich kann mich gut in jemanden hineinversetzen, der von dem Schwung von Texten übermüdet ist und die Geduld eines Erstklässlers an den Tag legt. Das ist bestimmt auch Selbstschutz. Sagen wir es mal so: Wenn Anschreiben, die erste Seite und das Expose nicht überzeugen, und da liegt ein Riesenstapel weiterer Kandidaten vor mir, warum weiter gehen? Leider beginnen viele Texte mit üblichen Klischees - der Protagonist wacht auf und schaut erstmal in den Spiegel, usw. Oder es wird über Seiten die Welt erklärt, ohne, dass dabei eine Handlung passiert.


    Doch manches ist auch Blödsinn. Habe selbst den Fehler gemacht, mit "Damen und Herren" anzuschreiben und wurde trotzdem erhört. Habe einen Prolog geschrieben, und es hat mir nicht das Kreuz gebrochen. Danach ging es vorerst zwar nicht mehr weiter für mich, aber immerhin kann ich jetzt sagen, dass man eine reelle Chance hat, wenn man sich bemüht und vernünftig auftritt (und eine spannende Geschichte zu verkaufen hat).


    Ich denke, die Punkte sollen provokativ verstanden werden. Ist ja alles auch schon 14 Jahre alt. Das Einzige, was mich sehr, sehr nervös macht, ist die Einschätzung, wie wenig "unverlangt eingesandte" Manuskripte letztlich verlegt werden. Wenn ich manchmal so sehe, was alles dennoch verlegt wurde, verzweifle ich ein wenig an der Welt.

    LovelyBooks ist, meiner Meinung nach, wirklich eine praktische Sache für SPler. Ich habe es mal ausprobiert und 10 Bücher (eBooks) verlost. Man stellt hierzu eine Frage, die ein wenig das Interesse kitzeln und dir eine Idee von den Bewerbern geben soll. Danach kannst du die Gewinner aussuchen und benachrichtigen. Bei eBooks fallen ja keine Versandkosten an, es ist also wirklich sehr preiswert. Anschließend wird das Buch auf der Platform besprochen, und zwar in einem Detail, wie du es möchtest (von Kapitel zu Kapitel bis Gesamteindruck, Charakterisierungen, usw.). Einige der Rezensenten stellen ihre Rezension auch zusätzlich bei Amazon, Thalia usw. ein. Es ist eine passable Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu generieren und auch Leserfeedback zu erhalten. Während des Actionszeitraums kommt das beworbene Buch auf der Platform immer wieder "hoch", d.h. viele Augen werfen zumindest schon einmal ein Auge auf das Cover oder lesen auch in der angehängten Diskussion mit.


    Sinn und Zweck von Instagram und Buchbloggern (ich war jahrelang Reisebloggerin, davor habe ich über 10 Jahre Buchbesprechungen online gemacht) möchte ich mal so dahingestellt lassen. Da sollte man wirklich sehr sorgfältig auswählen und eine geraume Zeit vorher die entsprechenden "Multiplyer" und ihre Einflussmöglichkeiten beobachten. Die meisten Blogger werden auch überschüttet mit kostenlosen Rezensionsexemplaren und/oder wollen für ihre Arbeit - und ja, es ist Arbeit - Geld sehen.

    Silke Kommst du mit der Überarbeitung deines Manuskripts gut voran? Oder hast du dir zwischenzeitlich doch mal eine (kreative) Pause gegönnt?

    Ich hatte besagtes Manuskript noch einmal durchgearbeitet und vor zwei+ Wochen an fünf weitere Agenturen geschickt. Bei der Überarbeitung sind doch noch mal ganze 40 NS rausgeflogen. Trotzdem schaue ich schon jetzt wieder mit Grauen auf das MS und frage mich, ob ich es nicht hätte besser machen können. Aber der Gedanke ist wahrscheinlich normal.
    In der Zwischenzeit arbeite ich an Geschichte Nr 3, die handwerklich noch besser daher kommt. Ich schätze, ich kann mich mit dem Gedanken trösten, dass dieses 3. MS vielleicht rechtzeitig für die nächste Bewerbungsrunde fertig wird, wenn ich dann durch alle Agenturen mit Nr. 2 durch bin.

    Ja, ich habe auch schlechte Tage. Viele davon sogar. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Verlagssuche. Es klappt bestimmt!

    Das wollte ich damit auch nicht andeuten! Sorry, wenn ich deine Englischkenntnisse damit in Frage gestellt habe. War nicht meine Absicht!


    Ich nutze den Kindle unter anderem, um meine eigenen Texte und Übersetzungen in einem anderen Medium zu lesen, weil mir so oft noch eine Menge auffällt. Und dann nutze ich das "Markieren" und "Notizen machen", was genauso schwerfällig abläuft wie das Nachschlagen im Wörterbuch. Es ist super frustrierend. Vor allem, weil ich denke, es wäre nicht so schwierig, eine bessere Technik einzubauen.

    Hallo Isabel,


    ich tue mich schwer damit, die Welt in Frauen- und Männerreaktionen einzuteilen. Ich glaube, jeder ist halt so, wie er ist.


    Ich habe mitnichten eine Schreibblockade (nur eine kurzzeitige Verwirrung und Lähmung). Vor allem das Feedback der Agentur hat mir unendlich geholfen. Denn wo soll man weitermachen, wenn man die Schwachstellen nicht sieht? Momentan arbeite ich mit Feuereifer an meinem Manuskript, das ich in bestimmten Bereichen. kondensiert und gekürzt habe. Habe es freudestrahlend gestern meinem Mann gezeigt, und der hat mir gesagt, dass meine Protagonistin leider völlig leidend und passiv ist. Und er hat Recht! Also sitze ich jetzt wieder dran und ändere auch dies, denn wer will schon eine passive Protagonistin? Meine Dame ist eine Kämpferin, auch wenn sie immer wieder verliert. (wie du siehst, es gibt da so gewisse Parallelen...).


    Absagen sind bitter, keine Frage. Total schmerzhaft und niederschmetternd. Aber sie sind auch eine Chance. (Fast) niemand kommt perfekt zur Welt. Hinter allem steckt eine Menge Arbeit, Fleiß und Beharrlichkeit. Nur so kommt man voran.


    Nur Mut!

    Ja, ich konzentriere mich jetzt nur auf das eine MS. Da die Leseprobe akzeptabel war, sehe ich Chancen, dass ich damit nochmals durchkomme. Das 2. MS braucht weitere Recherchen, und das wiederum braucht Zeit.

    Ich fürchte, Silke, du wirst darüber, was zur Ablehnung deiner Texte geführt hat, kaum jemals eine Antwort von einer Agentur oder einem Verlag erhalten, mit der du etwas anfangen kannst. Was bleibt, ist die Möglichkeit, deine Sachen Leuten, die etwas vom Schreiben verstehen, zum Lesen zu geben. Dafür gibt es hier ja die Möglichkeit. Immerhin finden sich bei den 42er tatsächlich auch Autoren. Ich kann nicht mehr beurteilen, wie das inzwischen ist, aber zumindest früher gab es hier immer glasklare und ungeschönte Textbesprechungen. Da stand dann allerdings (wenigstens sinngemäß) auch schon mal drin: Mach was anderes als Romane zu schreiben! Das muss man natürlich aushalten. :)

    Hallo Didi - es ist wahrscheinlich in der Flut von Nachrichten in diesem Thread untergegangen, deshalb wiederhole ich es noch einmal: Ich habe tatsächlich noch brauchbares Feedback von der Agentur zugeschickt bekommen in Form von Stichpunkten, die ihnen der Gutachter zusammengestellt hatte. Und ja, ich fand fast alles daran angemessen (und schmerzhaft, aber naja) und kann es als Hilfe für mein weiteres Überarbeiten sehr gut anwenden.


    Ich finde die Textbesprechungen super in diesem Forum, fair, kompetent und freundlich. Ein tolles Mittel, um kürzere Texte zu verfeinern. Wie es ausschaut, liegt es bei mir eher an Problemen, die Langtexten anhaften. Aber das ist nichts, was ich nicht auch noch lernen kann. Ich habe in den letzten zwei Jahren so viele Fortschritte gemacht, ich glaube schon, dass ich es schaffen kann, ein vernünftiges Buch zu Papier zu bringen.

    Guten Morgen Silke,

    um es kurz zu halten: Ich kenne das Gefühl.

    3 dicke Manuskripte liegen in meiner Schublade, alle drei wurden schon etlichen Verlagen und Agenturen angeboten, von keinem/keiner kam bis jetzt auch nur der Hauch einer Antwort.


    Einfach weiter machen, vielleicht ist die Zeit noch nicht reif für dein Werk. Letztendlich schreiben die meisten von uns, aus Überzeugung. Leider muss man immer wieder Tiefschläge verkraften, but thats Life, Darling.

    Ebenfalls einen Guten Morgen!


    In dem Fall würde ich mir schon mehr Meinungen einholen, von Testlesern, anderen Autoren, Schreibgruppen usw. Du tappst ja sonst völlig im Dunkeln! Ich finde es schade, wenn man nur für die Schublade schreibt. Man will doch unterhalten und verzaubern, oder nicht? Eine Schublade ist da ziemlich schwer zu beeindrucken.


    Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Vielleicht hat die Agentur ausgerechnet mit dem schwächeren Manuskript angefangen und das andere dann nicht mehr genauer geprüft. Das würde erklären, warum sie nur ein Feedback gegeben haben.

    Zu dem Schluss bin ich jetzt auch gekommen. Wirtschaftlich macht es Sinn für eine Agentur, erstmal nur EIN Gutachten erstellen zu lassen. Da dies durchfiel, endete hier wohl meine Reise. Hätten sie das andere MS genommen, hätte ich es vielleicht geschafft, wobei MS1 wohl kommerziell vielversprechender erschien (Liebesgeschichte statt Politik).


    Interessanterweise bevorzugten meine Testleser überwiegend die Liebesgeschichte vor der politischen Geschichte, vielleicht weil sie generell mit historischen Romanen nicht viel anfangen können. Meine Top-Testleserin hingegen, die seit 50 Jahres alles in dem Genre verschlingt und historisch topfit ist, hat beide MS freudestrahlend durchgewinkt ("außerordentlich gut" nannte sie es, und "du brauchst dich vor BESTSELLER-AUTORIN nicht zu verstecken", usw.). Der Gutachter auf der anderen Seite hat mir fehlendes historisches Detail angekreidet.

    ich war vor einigen Wochen schrecklich wütend und schlecht gelaunt und frustriert über eine Absage, die wiederum auch schon wieder über ein Jahr zurück liegt, an die ich mich dummerweise erinnert habe. Ich werde sie hier nicht offenlegen, denn als ich darüber nachdachte, habe ich dummerweise Salat gehackt. Das sollte man nicht tun wenn man wütend ist. Ich habe mir den halben Fingernagel abgehackt. Nur den Nagel, gottseidank, nicht das darunter.... aber ich trage immer noch ein Pflaster, das mich jeden Tag daran erinnert, besser sinnloserWeise auf ein Kissen einzuschlagen,als ein Messer in die Hand zu nehmen, wenn man in einem unguten Zustand ist...🤕

    Oh je! Gut, dass der Finger noch dran. Weißt du was? Ich bin jetzt gar nicht mehr so wütend. Zumindest nicht auf die Agentur oder den Gutachter. Ich erkenne jetzt selbst, wo es gehakt hat, und ich stimme zu (größtenteils). Ja, das geht in der Tat noch besser.


    Was mich ärgert ist nur noch 1) dass ich ihnen ein so verbesserungswürdiges MS zugeschickt habe, 2) dass sie von den zweien offenbar das schlechtere für ein Gutachten rausgeschickt haben (das andere ist soooo viel besser, echt wahr) und 3) dass ich eigentlich die Geschichte in den Grundzügen so liebe und ich so wahnsinnig gern meinen Namen darunter setzen möchte.


    Das eine war Unerfahrenheit, das zweite Pech, das dritte Eitelkeit.


    Aber ich stehe noch ganz am Anfang. Ich weiß, da geht noch was. Nächste Woche wird das bessere der beiden weiter rausgeschickt, nochmals gründlich überarbeitet und abgeklopft (wobei ich das Feedback für MS1 fest im Hinterkopf habe).


    (Da ich ein Schreibaby hatte, kann ich dir versichern, dass Kissen Wunder wirken und man sich von Messern auf jeden Fall fern halten sollte. Auch Mülleimer aus Metall sollten nicht in der Nähe sein, denn sonst enden sie mit Beulen. Türen können schmerzhaft sein.)