Beiträge von Ostelbe Sieben

    Auch von mir Gratulation ... mit deiner Ablehnung tust du vermutlich vielen anderen Autor*innen Gutes. Von Ferne kann ich persönlich aber in dein Problem nicht pauschal einsteigen... dass du nur noch 8% (Wovon?) hättest bekommen sollen. Unternehmer funktionieren oft wie Taschenrechner, d.h. dass sich 8% für dich nicht in jedem Fall schlechter hätten auswirken müssen, undzwar z.B. dann wenn dein Verlag davon ausging, für sich größere Absatzmärkte erschlossen zu haben und er z.B. mit deutlich größeren Verkaufsstückzahlen spekulierte. Werden aufgrund einer besseren Markttätigkeit deines Verlages deutlich mehr von deinen Büchern verkauft (z.B. duch Investitutionen in Werbung, Messen, Buchhandlungen, Lesungen etc.), könnten 8% in der Schlussrechnung sogar mehr Cash für dich, als frühere 14% sein. Es käme also auf konkrete Formulierungen deines WERKVERTRAGES an, die Individual- und Verhandlungsrechte sind.


    Ich kann mich den Meinungen nur anschließen, wer sich's leisten kann den BWL-Part und die Vertragssachen einer professionellen Agentur zu übergeben, ist heutzutage vermutlich gut beraten. Manchmal genügt wohlmöglich auch schon eine Unterstützung oder Beratung von einem Rechtsanwalt. So wie ich deine Darstellung der Verlagsprobleme verstanden habe, geht das Verhalten deines ex-Verlegers aber in Richtung Unseriösität, trotz deines individuellen Erfolges dir weniger Gewinnbeteiligung anzubieten.


    Was Nun? Wenn du so erfolgreich für den früheren Verlag warst, wird es vermutlich sogar viele Agenturen geben, die gern mit dir zusammen arbeiten. Vielleicht schaust du auch mal danach, ob du einen Manager findest....

    Es hat sich bewährt, einfach vorher den Ideengeber zu fragen, das kann viel Gezänk ersparen und manchmal ergibt sich dadurch sogar viel Unerahntes. Aber freilich, pauschalieren per Recht ist schwer, in der Musikbranche wird manchmal schon wegen eines Riff' gestritten...., jüngst mit Led Zeppelin, 11 Richtern und Kläger über "Stairway to Heaven" (Link)

    Ebenso hat sich in der jüngeren Popwelt für Publikationen bewährt, im Cover die sogenannten Credits anzugeben, damit sind die Leute eigentlich auch oft zufrieden.... Credits anzugeben, hat sich in der Literatur aber bisher noch nicht so etabliert.... und es gibt freilich tausende Gründe dafür und dagegen

    35. Mai 20024


    Ich schrieb, schrieb und schrieb, hörte Günter de Bruyn zu, mein Reich wurde immer größer, Zinnsoldaten, Schachfiguren, Bauernkriege, Piraten, Burgfräuleins... in Beeskow grub man auf meine Veranlassung sogar alte Wikingerboote und Kurgane aus und wunderte sich ob der bisher fern vom großen Fluss geglaubten, unbekannten Ortsgeschichte. Alle bekamen ihr Fett weg und mein Roman wurde selbstverständlich ein Welterfolg in Millionenauflage, was mich, ein Abbild machiavellis Traum, freilich nicht überraschte. Ich hatte sein Plan im Kopf, mich schon mal in Shakespeare's Zeiten unter dem Pseudonym Chropher Marlowe in der Weltgeschichte verirrt und wurde von Neidern versehentlich in einer Bierkneipe erschlagen, just oberhalb meines linken Auges. Sie können mir glauben dass mich nichts mehr überrascht, ich war schon mit 20 ein Greis...

    Ist im Forum wiedermal Troubleshooting???, keine Sorge die Burg gehört unmissverständlich in das Gebiet Ostelbe.


    Beeskow ist interessant, klassische Slawen-Burg, HD.


    Aber ernsthaft, 1000 € Monatsstip, ist doch wiedermal ein typisches Beispiel dafür, was aus der Politik und Herrschaft an Geringschätzung zu Leuten aus Kunst & Kultur herüberweht... wer will bittschön mit 1000 € pro Monat was anfangen können im Zeitalter aktueller Mietpreise... da zieh ich so Pi x Daum' mal 500 € Mietkosten ab, die der Stipendiat während seines Burgaufenthalt nämlich für seine Wohnung weiter bezahlen muss, bliebe ihm der Rest von 500 € für Reisekosten und Leben auf Sozialhilfeniveau....

    Super, insbesondere die Passage zur Misere des aktuellen Journalismus', der sich nichts mehr traut, kaum noch Risiken eingeht, heuchelt, Individualmeinung vermissen lässt etc... hat mir gefallen.


    Zitat aus dem Interview:


    "Wo sind die jungen Leute heute, die eine eigene, unverwechselbare Sprache gefunden haben, die lustvoll kritisieren und polemisieren, die es wagen, unbequem zu sein?.... Es gäbe sie schon, aber sie trauen sich nicht, weil alle vor allen Angst haben, meistens auch noch völlig unnötig. Die jungen Journalisten vor ihren alten Chefs, die vor ihren Chefs und die vor schlechten Zahlen. Wenigstens in konservativen Zeitungen findet man noch ab und zu Texte, die offen für andere Meinungen sind, die linksliberalen werden leider immer ideologischer. Die linken Amerika-Skeptiker und Assange-Fans können noch so oft behaupten, es stimme nicht, die Wahrheit ist: Sie beherrschen die medialen Produktionsmittel."

    ....Auf meinem Foto bin ich ungefähr 33 oder 34 Jahre alt. Schwarz-weiß Bilder sind immer schmeichelhafter, besonders wenn sie von einem Fotografen gemacht wurden ;) . Allerdings ist das Foto jetzt auch schon 6 Jahre alt und ich musste vor kurzer Zeit zugeben 40 Jahre alt geworden zu sein 8|! Ich fühle mich aber immer noch wie Anfang 30, irgend etwas scheint also mit den Zahlen nicht zu stimmen;).

    Danke für deine Antwort; mach dich aber nicht älter als du bist, wo kämen wir denn da hin ;) ich bin immer noch 126.... viel Erfolg für dein Projekt

    @ Manu / Lakedaimon


    schau doch mal hier, da kannst du die hier im Forum mehrmals bezugnehmende Podiumsdiskussion zwischen Durs Grünbein und diesem Tellkamp nachschauen, es ging aber eigentlich um die ominöse Charta 2017, die Diskussion weitete sich dann allerdings

    eher zur Positionierung dessen was wir als "Flüchtlingskrise" in den Zeitungen erklärt bekamen, aus. In einem Punkt stimme ich Herrn Tellkamp zu, dass war der ungefähr 10 Minuten andauernde Gesprächsverlauf ab ungefähr 1:02, es ging um das Moralisieren der Flüchtlingskrise von Seiten des etablierten Journalismus, Tellkamp hingegen übernahm offenbar Positionierungen von Pegida, AFD etc: dass das Geld für die "Fremden" hier in Rentenkassen, Sozialkassen fehle etc... Dass ist wohl der moralisierende Kern der Volxstimmung und freilich ist daran etwas Wahres, aber was besagt denn der gesunde Menschenverstand zu solcher Verhältnismäßigkeit bzw. Unverhältnismäßigkeit...., es ist doch richtig was Grünbein sagte: dann wählt doch CDU und Merkel ab.... die Dänen und Schweden z.B., hatten schon zuvor ihre Schotten dicht gemacht, Merkel hingegen..... es ist ja ebenso mindestens bedenklich, warum sich Frau Merkel mit ihrer sogenannten, politische Entscheidungen betreffenen "Richtlinienkompetenz" (als Bundeskanzlerin) zu oft in das politische Alltagsgeschäft nicht nur einmischt, sondern die dafür vorgesehen politischen Gremien (Parlament) übergeht, mehrfach.... Isso.... Allerdings ist die gegenteilig finale Meinung zur sog. "Flüchtlingskrise" genauso absurd, Frau Merkel könne doch dann die Kosten der "Flüchtlingskrise" aus eigner Tasche bezahlen, schließlich ist es auch sie die mit Erdogan paktiert und war es auch Erdogan, der nötigungsähnlich mit dem Schicksal von Flüchtlingen umgeht, um mehr Geld von der EU für die Türkei herauszuschlagen.... all dass ist wohl eine ziemlich üble Tendenz, Game Over. Wir (hierzulande) müssen uns deswegen aber nicht die Rübe einschlagen, oder.....


    Ich schätze jedenfalls das Urteil von dem Militärhistoriker Jörg Friedrich hoch und glaub' schon dass seine Zustimmung der Charta 2017 nicht vom rechtspopulistischen Schlamassel beeinflusst ist (ok, möglich ist, dass es einen anderen Jörg Friedrich betrifft. der

    hier Mitunterzeichner ist bzw. war.)


    Isso: das abermalige Skandalisieren mit Auschwitz etc. halte ich für Kontraproduktiv.... ebenso diese Ausschließeritis gegen Manu / Lakedaimon

    Feindbilder jedweder Art sind destruktiv und bilden die Wirklichkeit NIE ab.

    @Horst Dieter


    ich glaube dass ist Wunschdenken, Feindbilder bilden (leider) auch die Wirklichkeit ab, ein klassisches Feindbild aus II. WK: der Iwan (für einen der deutschen Gegner), da war mit Iwan das gepflegte Altertumsfeindbild von Iwan der Schreckliche gemeint, mit dem deutschen Fritz hingegen (aus Gegnerperspektive), wahrscheinlich Friedrich II. von Preußen..... Aber auch Rotkäppchen und der Wolf sind beides (mytholigisierte) Feindbilder, und die gesamte Mythologie ist voll von sogenannten Feindbildern: Ödipus vielerorts zum Bastard reduziert etc.......

    Es stimmt allerdings (meiner Meinung nach), dass die neumodische, israelitische Interpretation aus dem Geheimdienstmillieu: "Der Feind meine Feindes ist mein Freund", auch nur eine rationale Auftürmung selber Problematik ist und man mit ihr auch nicht weiter kommt..... so absurd dieses Freund-Feind-Schema eben ist :colts

    kann man schon an der Umkehrung sehen, was wäre wenn: "Der Freund meines Freundes, ist mein Feind" gelte? Ist doch schon rational kriegerisches Störsenderprinzip :dontfeed, Kriegspropaganda, Gegenspionage und weiß der Kuckkuck was noch alles, :irreoder?

    Das man als Autor immer um sein "Gehalt" kämpfen muss bin ich gewohnt. Leider werden durchschnittlich trotzdem keine "Spitzengehälter" gezahlt.

    Hallo Joni, deinem Bild nach, schaust du relativ jung aus, so dass du vermutlich eher auf Tarifregelurien angewiesen bist, will sagen dass kaum jemand mehr zahlen wird, als Konsens. Honorarhöhe nach Gutdünken zu fordern, ist oft eine Qualitätsfrage, kann man wohl auch erst, wenn man sich in der Branche einen Name gemacht hat, will sagen sich über längere Zeit qualitativ auszeichnet. Es wurden schon tausende Euro für wenige Worte bezahlt....

    Volkslied, Volkspartei, Volkswirtschaft, Volksküche, Volksmacht, Volksreporter usw., Weimar anno 1920 und Volker sowieso; wenn die Wählermandate wieder dem einzelnen Parlamentarier und seiner Individualhandlung zuordnungsfähig wären, glaube ich, würde sich Meinungstheater von Links, Rechts, Oben, Unten fast von selbst erledigen, wohlmöglich auch dieses ganze politisierte Blockdenken... von Minoritäten und Majoritäten (im dt. Parlamentarismus).... ich mag es sowieso weniger, Leute in Politik und Journalismus abholen zu wollen, isso, dass es erratische Effekte gibt. Die deutschen Chorknaben sangen auch schon vor dreiunddreißig ziemlich abstruse Volxlieder, das Blöde:... Rotkäppchen kokettiert auch immer noch mit ziemlich dummen Wolfswitzen... Mehr daran, dass der Rotkäppchensekt aus dem ex-Osten (Freyburg) kommt und mittlerweile in nahezu jedem Discounter zur Anreicherung der Armutskultur verrammscht wird ...... (kannste weiter schreiben Manu .... )

    Ein Sittenbild unserer Zeit: Tellkamp, Suhrkamp und die WamS!

    Ich stimme zu, dass das von Lakedaimon gewählte Kampagnenbeispiel einiges über den aktuellen Zeitgeist besagt, viel Negatives, viel Böses, viel Reduziertes..., insofern wohl auch eine Unsitte. Wen das konkrete Thema zu Uwe Tellkamp vs. Durs Grünbein von vor ca. 2 Jahren wirklich interessiert (vielleicht Sabrina, die offenbar auch kein WamS-Abo hat), kann hier: a) und hier: b) auf Zeit-Online kostenlos weiterlesen.....


    Aber trotzdem -Lakedaimon- find' ich das Kopieren fremder Leitsätze (Alexander Wendt) für unser Forum schlecht und wende mich schon vom Prinzip her dagegen. Ich mag diese ganze Abschreiberei, -ob aus Bequemlichkeit, oder sonst was- schon nicht... Wenn du so etwas nur als Meinungspusher machst, frag ich mich jedenfalls abermals, was es mit autarker Literatur-, oder auch nur mit Individualmeinung zu tun haben soll.


    Da der von dir unkommentierte Link-Inhalt aber nun schon mal da ist....,


    ja, der Prof. Barberowski bringt das thematisierte Suhrkamp-Problem auf einen sarkastischen Punkt zurück, über den es sich tatsächlich -auch in Literatursalons- lohnte zu plaudern. Ich zitiere die Passage, die ich amüsant und aufheiternd zum Thema empfand...

    "..... Thomas Bernhard hätte, wenn er noch lebte, über den Versuch, einen Autor politisch zu maßregeln, wahrscheinlich Folgendes gesagt: Ich wünsche Ihnen mit Ihrer Isabel Allende alles Gute!“

    Mein Kommentar zu diesem Satz: Könnte bernhard-like wohl etwas zynisch 'rüber kommen, vielleicht eher adaptierter Bernhard-Sarkasmus, im Kontext politischer Verblödungsindustrie gedacht, die Th. Bernhard wohl auch zu genüge kannte und auch ihn anbiderte.... Macht aber auch das reduzierte Steuerrad von nur Links & Rechts in besagter Tellkamp-Debatte absichtlich lächerlich (tja wohlmöglich sogar verächtlich).


    Mir fällt leider auch zur politischen Landschaft immer wieder mit Entsetzen auf, dass prominente Bundespolitiker das Wort "Dürfen" zur politischen Argumentation bemühen, ja wohlmöglich sogar missbrauchen.... Demokratiedefizite scheinen also wirklich etwas tiefer zu sitzen, gegenüber dem, was das Meinungsspektrum vordergründig hergibt, um erst gar nicht den aktuellen Skandal in Thüringen (Ministerpräsidentenwahl) dafür mit berücksichtigen zu wollen...

    Erstmal auch von mir eine Begrüßung hier im Forum Mephistoria. Da hast du ja schon mal ein interessantes Wortkonglomerat als Forumname erdacht! Ich nehme mal gutgläubig nicht an, dass du nur ein Avatar eines hier schon etablierten Forummitgliedes bist, so wie es beispielsweise Manuela / Lakedaimon bzw. ihren Pseudos nun schon mehrfach unterstellt wurde.


    Die Schreibfehler irritieren mich weniger, wenn denn die Textidee gut ist. Manchmal können Fehler sogar intelligent, ja sogar modern sein, in der Romansparte allerdings wohl weniger. Das Thema find ich jedenfalls interessant und offenbar hast du mit dem Textauszug schon einige Interessenten für eine BT-Runde ermuntern können. Lass dich also nicht zu sehr irritieren was dir hier von pseudoprofessioneller Seite alles erzählt wird. Von mir kannst du jedenfalls schon für Idee / Sujet eine Krone bekommen, ob aus Dornen oder Gold ist nochmal was anderes.


    Bei Vampiren denk ich auch an Botox https://de.wikipedia.org/wiki/Botulinumtoxin


    Für den Vampirsport von Monarchisten, könnte man freilich wünschen auch Danton irgendwie zu verarzten. Dass brächte Punkte im Lager der Juroren und Literaturmafiosis…… Viel Erfolg und vielleicht kommt es ja zu einer BT-Runde....

    Im Sinne der Threadabsicht steht über die kommenden Feiertage insbesondere die Galle im Fokus. Nach früheren, großmütterlichen Diagnosen, war insbesondere die Galle Zentrum menschlicher Befindlichkeiten (z.B.: eine sogenannte "schwarze Galle"). Beachten sie also bitte insbesondere ihre Fettverkostung beim weihnachtlichen Gänse- oder auch Truthahnbraten (für Freunde in nordamerikanischen Weihnachtstraditionen). Gänse und Truthähne sind heutzutage kaum noch das, was sie früher einmal waren; das angebotene "Geflügel" wird oft nur noch im Käfighaltung hochgezüchtet und dürfte daher mit früheren Fetthaltigkeiten nicht mehr vergleichbar sein. Auch traditionelle Delikatessen wie Gänse- oder Entenfett machen vermutlich nur noch einen "dicken Hals"; wie die Truthähne werden sie beim Verzehr davon eher einen hängenden Fetthals, als alles andere bekommen können.


    Trotzdem wünsche ich allen, bisher ca. 200 Lesern dieses Threads frohe Feiertage und gebe noch einen Lichtblick für unentschlossene Geschenkesucher mit.

    Meine Empfehlung für den kleinen Geldbeutel mit guter Prognose, sind 2 CD's der deutschen Band:

    annenmaykantereit

    Im Saturnmarkt gibt es alle 2, bisher von der noch jungen Deutsch-Rock-Band gemachten CD's, mit ihrem herausragenden und kräftigen Gesangsstil, z.Zt. für je 6 Euro. "Schlagschatten" heißt ihr Album von 2018. Im Schlagschatten befinden sich wohl auch Beleidigungsabsichten. annenmaykentereit brillieren (vermutlich von mir falsch geschrieben) auch durch lyrische, im deutschen Sprachraum eher seltene Texttiefe (wie ich finde): jung, dynamisch und alles was Helden so auszeichnen könnte. Auf diesem Weg: Viel Erfolg für's weitere Schaffen.....

    Beipackzettel Plus: Da der Verein vermutlich auch für Beleidigungsabsichten (und Ähnlichem) nunmehr offenbar doch sein ethisches Korrektiv über die Forummoderatoren praktizieren möchte, kommt von mir noch eine Textergänzung zur grundgesetzlich geschützten "Unantastbarkeit der Menschenwürde", speziell für diesen wohlmöglich, aber auch absichtlich grenzwertigen Thread.

    Mich selbst fasziniert die psychologische Wirkungswelt der Witze etwas tiefer, seitdem ich Sigmund Freud's "Der Witz uns seine Beziehung zum Unbewußten" (1905) las; (Sigmund Freud, Studienausgabe; S. Fischer Verlag, Band IV und X, 1969).... Aber Sigmund Freud war nun weder der Erfinder des Trojanischen Pferdes, noch des Trickbetrügern unterstellbaren Spruches: "Gefickt eingeschädelt". Auch in dieser Hinsicht können sich Beleidigungsabsichten kriegsähnlichen Zuständen (im zivilisierten Sinn) annähern und sich um was auch immer für Grenzen bewegen. Hinter jeder Beleidigungsabsicht lauert schließlich ja auch irgendein kluges, oder auch mal dummes Vorurteil; wie mancher Witz kann sie sogar mal als Spaßbremse, als Hedonismuskritik (z.B.: Antiwitz) erdacht sein.


    Ich spreche in diesem Thread aber niemanden konkret an, die Sprachbilder sind verkürzt, ja wohlmöglich sogar so emblematisch, dass sich lange Erzählungen und Erklärungen daraus ableiten lassen und freilich soll mit dem ethischen Grundsatz der "Unantastbarkeit der Menschenwürde" auch soetwas wie eine kollektive Menschenwürde beachtet oder sogar geschützt werden, beispielsweise vor Gruppenbeleidigungen gegenüber Frauen, Männern, Kindern, oder auch Minderheiten.


    Mit den im Thread versammelten Wortschöpfungen habe ich mich versucht daran zu orientieren und nunmehr auch dass Ein oder Andere noch Folgende
    im Sprachspiel zwischen Euphemismen und Dysphemismen etwas sanfter, etwas seichter versucht zu formulieren. Andererseits bitte ich dabei zu berücksichtigen, dass vieles an verbalen Koseformulierungen im Dornröschensinn seinen Reiz, seinen Witz, seinen Esprit verlöre, wenn ich hier aus purer Vorsicht darauf abzielen würde, was alles als übergriffig, im Sinne einer Kollektivbeleidigung auffassbar sein könnte und wo die Grenze individuellen Luststreben's verlaufe. Die Formulierungen sollen ja schließlich noch als Sprachbilder und Karikaturen erkennbar sein.

    Als Veranschauungsbeispiel dieses in Richtung Absurdität verlaufenenden rechtlichen Abwägungsprozesses, beziehe ich mich 'mal auf ein eher willkürlich herausgewähltes, ursprüngliches Sprachbild, das ich als "Du kilikische Hafennutte" formulierte, nunmehr in rechtlicher Abwägung einer mir unterstellbaren Kollektivbeleidigung gegen Frauen z.B. in "Du kilikische Gesellschaftsdame" abändern könnte, dabei aber gefahr liefe, die ursprünglich gemeinte, auf antike, kilikische Piraterie, auf Gesellschaftswillkür in der Levanthe, auf antike Marktliberalität abzielende Formulierungsbrisanz, zu verlieren. Sollte dennoch ein Restzweifel übrig geblieben sein, möchte ich nur darauf hinweisen, dass man die Region des antiken Kilikien zwar heutzutage noch zuordnen könnte, Kilikien aber nicht mehr existiert. Es sollte damit eigentlich klar sein, dass sich die Koseform auf altertümliche Zustände bezieht und damit eine Beleidigungsabsicht heut Lebender ausschließbar ist. Zudem ist es aberwitzig einen Witz oder auch nur ein Sprachbild erklären zu müssen; deswegen habe ich nur ein Beispiel zur Erklärung gewählt. Die Absicht von Witzen, komischen Anreden, Pikierlichkeiten und Neckereien lebt ja gerade erst vom Ungesagten, vom Spekulationsraum, von Mehrdeutigkeiten, von Auslassungen (...): Was hat sich wer, wobei gedacht....

    Du Forumpolyp
    Du Lusche
    Du bornierter Lackaffe
    Du kilikische Hafennutte
    Du Gartenzwerg mit Bart
    Du Zerberus in SA-Uniform
    Du Patriotendiva
    Du Nachschlüsselhausmeister