Beiträge von Kristin

    so ist auch die Teddy-Liebesgeschichte entstanden, die heute im Blog erschienen ist.

    Die übrigens wunder-wunderschön ist, muss ich mal ganz off-topic bemerken. Unbedingt lesen!

    Die Geschichte endet, wenn sie den letzten Satz erreicht, der in einer gewissen Korrespondenz zum ersten Satz steht

    Oder den vorletzten. Konnte ich bei Teddy nicht entdecken, die Korrespondenz … 8oMusste trotzdem gar sehr lachen!


    Christoph: Ich habe deinen Beitrag u.a. geliked, weil deine Rangehensweise so dermaßen anders ist als meine, wodurch sich wieder mal zeigt, dass es auf völlig und komplett unterschiedliche Weisen funktioniert.

    Manchmal ist mir das dann aber im Nachhinein auch peinlich, wenn der "tiefere Sinn" ein ganzes Stück offensichtlicher ist, als ich eigentlich gedacht hatte.

    Das ist aber mal schön gesagt, das kenne ich nur zu gut! Deshalb mag ich (aktiv wie passiv) Geschichten mit mehreren Sinnebenen am liebsten, die sich eben nicht auf "die eine" Aussage festnageln lassen. Und diese etwas Komplexeren lassen sich (aktiv) wohl nicht mehr mit dem "eben mal hin Rotzen" fertigen, ist mir jedenfalls noch nicht gelungen. Nicht mal angestrebt.

    Moin Isabel!


    Ich denke, beide Möglichkeiten funktionieren. Ich mag immer noch die gute alte VHS-Schreibseminar-Methode: Setze 2 Personen auf die Eisenbahn: junger Mann, schwul/ältere Frau, Alt-68erin, und bring die Begriffe Birne, Aldi und Henkelmann in der KG unter - o.ä. Komischerweise wird da meist irgendwas Nettes draus, und manchmal kann man es sogar vorlesen, ohne rot zu werden. Manchmal sogar irgendwo einreichen. Bei komplexeren Handlungen, oder wenn ich wirklich eine bestimmte Geschichte erzählen will, habe ich aber bessere Erfahrungen mit dem Planen gemacht. Diese Geschichten brauchen auch viel mehr Zeit und Sorgfalt.


    Grüßle von Kristin (off topic: aus der Nähe von Kiel, du hast im anderen Fred danach gefragt. :blume Sonst gibt es hier aber nicht viele Schleswig-HolsteinerInnen - also, keine zur Zeit aktiven)

    Hallo, Isabel.


    auch von mir ein herzliches Willkommen! Bin gespannt auf den Austausch (und vielleicht die Kostproben der klassiker-inspirierten Texte)!

    Danke für den Link zum Workshop mit Doris Dörrie, Horst-Dieter! Ich hab mich gleich angemeldet, um nach einer Phase des "irgendwie leergeschrieben Seins" mal wieder ins Thema zu kommen. Hat auch gleich funktioniert! Doris Dörrie stellt Schreibaufgaben die (fast) jeden inspirieren müssten, weil sie Bereiche ansprechen, in denen bei (fast) jedem sehr viel Persönliches und dementsprechend Emotionales sitzt. Schön gemacht (gerade eben tut's der Link nicht, weil sie basteln, sollte aber bald wieder behoben sein). :dhoch

    Eine Randnotiz dazu: Ich las vor ein paar Tagen, dass vielerorts in Italien die Lebensmittelregale leergefegt waren, einsam und zurückgelassen lagen da nur noch: die Vollkornnudeln.

    Deckt sich mit dem Bericht meines Mannes, der gestern bei Aldi war. Die Nudelregale leer, bis auf: die Vollkornnudeln.

    Hamsterkäufe, furchtbar! - und was essen wir, wenn die armen Nager alle sind? Ohne Flachs: Nein, bitte keine Hysterie, aber ein sinniger Umgang kann nicht schaden. Es nicht mit Gewalt drauf ankommen lassen. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, auf Zeit zu spielen, sprich: die zu erwartende Zahl der Ansteckungen auf einen größeren Zeitraum als die nächsten paar Wochen zu verteilen. Und Messen und andere Großveranstaltungen sind nun mal ein wunderbarer Beschleuniger und Multiplikator von Infektionen aller Art.

    @Manuela: Ich will dir ja deine Ängste überhaupt nicht ausreden. Wenn ich Hoffnung hätte, dass ich das könnte, hätte ich meine Argumente anders formuliert (wenngleich ich auch keine Ahnung habe, wie auf deine Steine schmeißenden Linken sinnvollerweise anders reagieren könnte als mit den NSU-Morden; zu steil die Vorlage. Dann du wieder: Stalin, und so können wir beliebig fortfahren, bis wir kariert sind). Ich finde es nur wichtig zu erwähnen, dass es Leute gibt, denen deine Sorgen hervorragend in den Kram passen. Stell dir nur einen Raum vor, in den man zwei Dutzend Leute steckt, und dann kommt einer und sagt: "Da - ich hab's gesehen! Es hatte sechzehn Beine, einen dicken Pelz, und es legt Eier. Hu, ich glaube, in der Nische dahinten hockt es!" Was glaubst du, wie schnell du einen Raum voll hysterischer Nervenbündel hast, die alle schreien: "Mach's tot, mach's tot!" Sei auf der Hut, dass du mit deinen Sorgen nicht instrumentalisiert wirst. Sei immer auf der Hut, wenn sie dir schnelle und radikale Lösungen anbieten: Raus! Nieder! Deutschland den Deutschen! Für kniffelige gesellschaftliche Probleme - und die haben wir reichlich - gibt es keine schnellen Lösungen. Und wer dir heute schnelle Lösungen anbietet, der lügt a), und b) wird er vielleicht in zehn, fünfzehn Jahren End(gültige)-Lösungen anbieten. So funktioniert das, und hier schließt sich der Kreis zu Christians Bildern. Ich glaube, die Leute auf den Bildern haben auch Angst gehabt, sehr große Angst.


    Nochmal: Die AfD spielt mit dir. Sie lügt (das tun viele Politiker, aber die wenigsten mit so schlimmeren Folgen). Es ist Werbung! Sie fangen an, die Landtage mit ihren Scharaden zu beschäftigen, damit auch ja niemand mehr dazu kommt, demokratische Politik zu praktizieren. Sie beschäftigen die Gerichte, das ist Reichsbürgermanier. Und ich, ich hab Angst, dass immer mehr Leute ihnen den Scheiß abkaufen. Und dann sitzen wir da, nicht mit duftender Wäsche oder millionisierten Wimpern, wie es uns versprochen wurde, sondern vor Kartoffelschalensuppe und wieder mal einem Haufen Schuld auf dem Buckel. Und diesmal wirklich Schuld (und nicht wie bisher bloß Verantwortung), denn es wäre unsere Generation.

    Ach, irgendwie bin ich auch froh, dass du, Manuela, deine Meinung hier kundtust, in welcher Absicht auch immer, warnend, mahnend, provozierend, aber wohl auch aus echter Angst gespeist. Wie unterschiedlich unsere Ängste sind! Und wie froh ich bin, dass sich hier doch immer noch ein paar Leute finden, die nicht denken: Oh Gott, schon wieder eine dieser müßigen politischen Diskussionen, die zu nichts führen. Ich kann aber verstehen, dass viele es überdrüssig sind, überhaupt noch Stellung zu beziehen. Die viel beklagte "Ausschließeritis" dir gegenüber ist ein einziger Blödsinn. Wir diskutieren hier, mehr schlecht als recht zwar, aber wir tun es, noch sind wir also im Gespräch. Du brauchst dich auch nicht jedes Mal beleidigt zurückzuziehen (oder so tun als ob), bloß weil dir widersprochen wird. So viel andere, ebenso freie Meinung wie deine solltest du ertragen. Du kennst die Meinung der meisten hier, also tu nicht überrascht. Nein, sicherlich werden wir uns hier einander kaum annähern, kaum durchdringen zueinander. Müßig, den von dir aufgezählten Gräueltaten einer radikalisierten Linken mit Argumenten wie: NSU-Morde, brennende Asylantenheime, Schändung jüdischer Friedhöfe oder ein versuchter Massenmord in einer Synagoge zu begegnen. Horst-Dieter hat es ja schon auf den Punkt gebracht: Links brennen die Häuser, rechts die Menschen. Und wenn du mir hier aus irgendwelchen Quellen irgendwelche Artikel servierst, wirst du dich kaum beeindruckt zeigen, wenn ich dagegenhalte: Lies mal dies und lies mal das. Ebenso wenig, wie du mir glauben wirst, dass es keine Ungenauigkeit des Ausdrucks, keine sprachliche Unschärfe ist, Islam und Islamismus in einen Topf zu werfen, sondern ein fataler Irrtum, bzw. eine faustdicke Lüge. Auch mein Argument, dass keine deutsche Pflegekraft auch nur einen Cent mehr im Topf hätte, wenn alle in den letzten Jahren Zugewanderten fort wären, wird zu keiner Annäherung führen.


    Du hast Angst, dass dir im Schwimmbad der Anblick eines Burkini zugemutet wird? Du wirst nicht dran sterben, versprochen. Gesellschaft ist im Wandel, und wenn alles gut geht, brauchen irgendwann Musliminnen den Burkini oder die Burka nicht mehr, weil sie sich stattdessen in ein paar Jahre Emanzipationsgeschichte hüllen können, so wie wir. Es wird aber ein paar Generationen brauchen. Im Moment brauchen sie die bescheuerte Burka noch, um schlicht aus dem Haus zu dürfen. Du hast Angst, dass sie dir die schönen Kreuze in den Klassenzimmern wegnehmen? Du liebe Güte. Ich habe noch nie verstanden, wie man sich von welcher Institution auch immer dazu bringen lassen kann, sich ein Folter- und Hinrichtungsgerät an die Wand oder um den Hals zu hängen, persönlicher Glaube hin oder her. Und du hast Angst vor Überfremdung? Ich habe neulich ein Döner gegessen und mir voller Grausen vorgestellt, wie es wäre, wenn ich mich einen Monat lang nur deutsch ernähren müsste. Prompt stand die öden Wurstbudenlandschaften meiner Kindheit vor meinem inneren Auge: Halber Hahn, Bockwurst, Frikadelle mit Kartoffelsalat, na Mahlzeit. Aber wahrscheinlich immer noch besser als das Kartoffelschalensüppchen, das es nur dreißig Jahre zuvor gab, und das seinem geliebten Volk einer eingebrockt hatte, der schon einmal Deutschland über alles stellen wollte. Und darum könnte ich gar nicht so viel Kartoffelschalensuppe essen, wie ich kotzen muss, wenn ich die dümmlichen, verlogenen, die Demokratie unterminierenden, zynischen und menschenverachtenden Äußerungen von AfD-Politikern oder -Anhängern höre oder lese. Nee, keinen Millimeter nach rechts.


    Ein Letztes: "Das Skandalisieren von Auschwitz ist kontraproduktiv" finde ich einen üblen Satz, Ostelbe. Auschwitz muss nicht skandalisiert werden, das hat Auschwitz nicht nötig.