Beiträge von Anja

    Hallo Christian,


    ja und nein.

    Wenn ich da die Agentur anschaue, für die ich selber arbeite, dann achten die bei der Auswahl ihrer Texter besonders darauf, wie vertraut sie bereits mit dem SEO-Verfahren sind. Anscheinend spielt das eine mindestens so wichtige Rolle wie die Fähigkeiten, guten Content zu schreiben. Die Menge des Contents ist sicher auch entscheidend. Ich bekomme aber zunehmend mit, welche Rolle die richtige Verschlagwortung spielt.


    Das geht ja sogar so weit, dass bestimmte Schlagworte in einer bestimmten prozentualen Häufigkeit (gerechnet auf die Gesamtmenge der Wörter im Text) vorkommen müssen.

    Ich glaube, es kommt darauf an, mit welchem Zweck man diese Schlagwörter einsetzt. Ich arbeite ja viel für eine PR-Agentur. Die Texter dort verwenden die schon sehr kontextgebunden und können sie auch geschickt in ihre Texte einbinden. Sie haben sich auch ausschließlich auf Online-Texten spezialisiert.


    Ich finde nur die Vorstellung so erschreckend, dass das inzwischen von JEDEM verwendet werden muss, auch von Fachmagazinen wie dem, für das Alexander schreibt. Was macht man denn, wenn man ein Thema hat, das die gefragtesten Schlagworte gar nicht braucht? Die Magazine sind darauf angewiesen, möglichst oft aufgerufen zu werden, schon alleine, weil sie nur dann Werbekunden gewinnen können.


    Oder eben Buchautoren: Müssen Klappentexte irgendwann nur noch SEO-optimiert sein? Und weiter gedacht: Darf man irgendwann nur noch Texte schreiben, die möglichst gut bei Google zu finden sind. Führt das nicht letztlich zu einer Reduktion des Themenangebots?


    Ich bin mir da einfach nicht sicher.

    Sagt Euch das etwas? Man baut beim Schreiben von Online-Texten gezielt Schlagwörter ein, um bei Google möglichst weit oben gelistet zu werden und viele Leser zu bekommen.


    Alle Firmen arbeiten inzwischen mit diesen SEO-Suchmaschinen, Online-Magazine, PR-Agenturen ...


    Und ich frage mich, ob wir so langsam alle zu Sklaven von Google werden.

    Ich habe damals, offenbar zu einer Zeit, als wir unsere Texte noch in hübsche, große Steintafeln gemeißelt haben, gelernt, dass man beim Schreiben nach den unverbrauchten, neuen Wörtern und Formulierungen suchen soll. Das war zu Zeiten von Wolf Schneider und Co. Die Fossilien der Schreibzunft? Müssen wir demnächst bei den Klappentexten der Bücher nicht mehr darauf achten, dass die wenigstens ansatzweise etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun haben, sondern nur darauf, dass sie alle Suchmaschinenkriterien erfüllen?:). Das heißt: Je geläufiger, je verbreiteter ein Wort ist, je mehr Menschen es inflationär oft benutzen, umso besser?


    Wohin führt das? Oder ist das eher ein "Seitenzweig" des Schreibens und führt an sich zu gar nichts als eben zur optimierten Platzierung bei Google?

    Hallo Basti,


    wenn ich Dir einen Tipp geben kann, dann den: Lies Dir Toms Beitrag noch mal gründlich durch. Die Selbstzweifel, die er dort anspricht, und vor allem diese Form von "Selbstbetrug", dass man so lange in der Illusion leben kann, ein Schriftsteller zu sein, bis man seinen Roman das erste Mal rausgeschickt hat, finde ich sehr wichtig.


    Ich denke auch, das Beste ist es, wenn Du den Text jetzt von anderen gegenlesen lässt.


    Tom: Ich gebe Dir insofern recht, als man im Stande sein sollte, bereits eine erste Fassung zu schreiben, die halbwegs druckreif ist. Aber mit Betonung auf "halbwegs". Ich bin selber eine große Überarbeiterin und mache das tatsächlich auch gerne. Allerdings habe ich mir da inzwischen ein Limit von maximal drei Überarbeitungsgängen gesetzt, danach wird es in der Regel nicht mehr besser, sondern höchstens noch anders.


    Bei Sachbüchern fällt es mir übrigens viel leichter, sie rauszuschicken, als bei fiktionalen Texten. Ich glaube, das hat damit zu tun, dass man selber eine völlig ungenaue Vorstellung vom sogenannten perfekten Text hat. Nur eben: Was macht einen Text "perfekt"? Das hat man sich dabei meisten selber gar nicht genau definiert, und damit jagt man einem unerreichbaren Ziel nach und kann in der Endlosschleife steckenbleiben.

    Noch eine Anmerkung von mir: Fass Dich bitte deutlich kürzer, Ostelbe. Wer schreiben will, muss das lernen. Wir sind ein Autorenforum, darum schreibe ich Dir diesen Tipp zum Thema "Schreiben".

    Hallo Christian,


    ich hab es mit dem Amazon-Zeichen versucht.

    Dann eben kurz die Titel:


    Otfried Preußler: Ich bin ein Geschichtenerzähler.


    und


    Sagen Sie mal, Herr Preußler ... Festschrift für Otfried Preußler zum 75. Geburtstag.


    Verlag und Jahr lasse ich mal weg. beide Titel findet man sofort bei Amazon.


    Gut, noch mal zehnstellig:


    ASIN/ISBN: 9783522200950

    ASIN/ISBN: 3522172493

    Und wenn das jetzt nicht klappt, bezieht irgendwer Prügel. Wo wir gerade bei gewaltfrei und dergleichen sind ...

    Hallo HD,


    an sich hast Du Recht.

    Aber die Bücher richten sich ja an Kinder im Vorschul-, höchstens noch im frühen Grundschulalter. Und da durfte mein Sohn den ganzen anderen Mist ohnehin noch nicht sehen. Insofern ist für dieses Alter wohl noch kein Ausgleich nötig.


    Andererseits ... ich weiß eben auch nicht, was diesen kleineren Kindern so alles angeboten wird, wenn sie es denn sehen wollen.


    Ich habe einfach festgestellt, dass diese Kinderbücher bei mir Bilder und Eindrücke hinterlassen haben von einer, ja, man könnte vielleicht wirklich sagen: "heilen" Welt. Und ich fände es schön, wenn auch mein Sohn über solche gespeicherten Eindrücke verfügt.


    Bei der Gelegenheit mal ein Zitat von Herrn Preußler, das ich sehr schön finde: "Wer für Kinder schreibt, übt den Beruf des Schriftstellers unter erschwerten Bedingungen aus." Er führt diese These im Weiteren noch sehr anschaulich aus, aber so viel kann ich hier nicht zitieren.


    Aber ich stelle mal zwei Buchtipps ein, ich weiß gar nicht, ob man diese beiden Bücher noch bekommt. Wenn ja, kann ich sie sehr empfehlen. Denn man erhält darin nicht nur einen schönen Einblick in Preußlers Poetologie, sondern er sagt insgesamt viele intelligente Dinge über das Schreiben ganz allgemein:


    Mein immer gleiches Problem mit dem Einfügen der Links. Sollte es nicht klappen, kann dann jemand ...?


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    und


    [buch978-3522200950][/buch]


    Nein, es klappt natürlich nicht:bonk.

    Hallo HD,


    zu den Märchen: Da muss die literarische Gerechtigkeit schon stimmen;).

    Mein Sohn fand das damals wirklich total in Ordnung (ich als Kind übrigens auch), wenn die böse Hexe im Ofen verschwindet oder über glühende Kohlen gehen muss.


    Mit der Hexe diskutieren - niemals! :P

    Sowas überstehen Kinder seelisch problemlos.

    Aber einem Dreijährigen die Schrecken des Atomkriegs auszumahlen ... Der falsche Inhalt zur falschen Zeit.

    Hallo HD,


    gerade bei den "Kindern aus Bullerbü" würde ich das nicht sagen. Mir fallen da kaum auch nur kleinere Konflikte auf, wahrscheinlich deshalb hat sich mein Sohn damals beim Vorlesen auch bei dem Buch gelangweilt. Eher trifft das auf "Pippi Langstrumpf" zu, die sich ja immerhin gegen Erzieherfiguren wehrt, die ohne Eltern aufwächst und auch im kleinbürgerlichen Elternhaus von Tommi und Annika aneckt. Michel aus Lönneberga (im Original heißt er übrigens "Emil") ... Eigentlich will er ja permanent nur das Richtige machen, macht aber trotzdem in der Welt der Erwachsenen alles falsch. Und er bekommt dauernd Ärger, das sind schon kindgerechte Konflikte. Über "Karlsson" hat sich mein Sohn übrigens geärgert, den fand er "fies".


    Und die Preußler-Bücher haben tatsächlich kindgerechte Konflikte.


    Der Unterschied zur "Heile-Welt-Literatur" für Erwachsene ist für mich nur der, dass wir Erwachsenen bewusst eine Flucht aus dem Alltag und seinen Problemen suchen, was ich gar nicht verurteile. Bei Kinderliteratur geht es eher darum, dass man die Kinder mit den Problemen der Welt (Armut, Krieg, Waffen, etc.) noch nicht belasten muss, sondern ihnen erst mal besagtes Rüstzeug als inneren Schutz mitgibt.

    Stimmt, Tom. Umso überraschter war ich auch zu lesen, wie sehr ihn das getroffen hat. Ich habe diverse Essays von Preußler gelesen, auf diesen Vorwurf kam er immer wieder zu sprechen. Angegriffen wurde er übrigens von der 68er-Generation.


    Ich denke auch, Kinder dieser Altersgruppe brauchen genau solche Geschichten.

    Mal wieder ein Thema von mir, das sich nicht mit Internetproblemen, sondern tatsächlich mit Büchern beschäftigt.


    Ich lese gerade die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren ("Die Menschheit hat den Verstand verloren") und bin fasziniert von dem Gegensatz, den sie bilden zu all den Kinderbüchern, die eine zumindest in weiten Teilen eher "heile Welt" darstellen. Klar war Frau Lindgren nie naiv, diese zwei Seiten derselben Autorin sind trotzdem sehr fesselnd. Und natürlich ist die Welt in ihren Kinderbüchern nicht nur "heile", wenn man z. B. an die "Brüder Löwenherz" denkt. Aber "Wir Kinder aus Bullerbü" zeichnet ja wirklich eine Småland-Idylle, wie sie das Schwedenbild vieler bis heute prägt. "Karlsson von Dach" ist für mich übrigens auch nicht so sehr eine "heile Welt" als vor allem eine wunderbare Geschichte über jemanden, der das Spießbürgertum nach allen Regeln der Kunst aufmischt.


    Frau Lindgren wurde allerdings nie vorgeworfen, eine "Heile-Welt-Autorin" zu sein. Einem anderen dagegen schon: Otfried Preußler. Obwohl auch der "Krabat" eher vom Verlust der Freiheit, von Macht und Diktatur erzählt. Aber gegen seine Kinderbücher wie die "Kleine Hexe" oder den "Kleinen Wassermann" wurde dieser Vorwurf erhoben: Er gaukle den Kindern vor, unsere Welt sei friedlich, malerisch und schön.

    Überraschenderweise hat er bei allem Erfolg, den er international hatte, diesen Vorwurf nie verschmerzt. Und er hat dagegen gehalten, Kinder brauchten im Gegenteil in ihrer Kindheit genau diese Welt. als seelisches Rüstzeug gegen alles, womit sie später als Erwachsene ohnehin konfrontiert würden.


    Wie seht Ihr das?


    Und, Kristin, falls Du das hier liest: Sind die Kinderbuchklassiker (Lindgren, Preußler, Ende, ...) eigentlich nach wie vor gefragt im Buchhandel? Wir haben sie unserem Sohn damals noch alle vorgelesen und er hat sie geliebt. Was beweist, dass sie über die Jahrzehnte nichts von ihrem Reiz eingebüßt haben.

    Hallo alle,


    wir werden jetzt erst mal gar nichts mehr mit irgendwas verbinden. Irgendwie läuft das jetzt, wenn auch nicht optimal. Und ich traue hier KEINEM von uns zu, diese Verbindung richtig herzustellen.

    Das lassen wir besser.:)


    Meine Devise bei der Technik ist: Solange sie irgendwie läuft, nicht berühren!!!;)

    Hallo Ostelbe,


    danke für die Infos.


    Ich vermute, es geht wirklich genau um den Unterschied, den Du beschreibst.


    Momentan kommt er halbwegs gut ins Netz, und da sich ja hier (ganz gegen jede Vernunft) ein Rückkehr zum Präsenzunterricht abzeichnet, wird sich das wohl demnächst auch erübrigen.


    Stimmt, die Gespräche mit A1 und dem Techniker führen zu keinem Ergebnis, alleine schon deshalb, weil der mich mit seinem Fachvokabular in Grund und Boden reden kann, ohne dass ich etwas erwidern könnte. Weil mir schlicht die Fachkenntnisse fehlen.


    Wir haben WLAN, der Standort seines Notebooks ändert leider nicht, er hat das Ganze schon in unterschiedlichen Räumen ausprobiert.