Beiträge von Anja

    Meinst Du, es gibt auch Stipendien für Recherchen in Norwegen:)? Ich würde SOFORT einen Norwegenroman schreiben. Vom Schreiben alleine, ohne Stipendium, bleiben Fjorde und Co. allerdings noch weit entfernt. Außer, ich bekomme das mit dem verd... Bestseller endlich mal hin.

    Ich denke, bei den Podcasts ist es inzwischen wie mit Blogs: Jeder kann sie produzieren, viele tun es auch, aber nur wenige sind interessant.

    Soweit ich mich bisher auskenne, gibt es da von Vorträgen über professionell durchgeführte Interviews oder laienhaftere Gespräche bis hin zum Feature so gut wie alles.


    Ich selber höre sie deshalb ganz gerne, weil man sie eben jederzeit abrufen kann. Ich finde es allerdings mühsam, die Spreu vom Weizen zu trennen. Was mich allerdings am meisten interessiert, sind Podcasts im Stil guter Radiofeatures, also keinen reinen Vorträge oder Interviews, sondern die Form von Hörbeitrag, die auch Atmosphäre einfängt, also im weitesten Sinne "Kopfkino".


    Da ich so gut wie gar kein Radio laufen habe (mich stört eine permanente Geräuschkulisse), finde ich es sehr praktisch, dass man sich einen Podcast eben anhören kann, wenn man dafür Zeit, Ruhe und Konzentration hat. Außerdem (aber das vermute ich nur) können sie eine große Themenvielfalt abdecken, gerade WEIL sie oft aus Liebhaberei produziert werden und wenig kommerzielle Interessen im Blick haben (müssen).

    Das ist fies. Ich wäre nämlich auch gerne wieder an der Ostsee!

    Auf Hiddensee waren wir im vergangenen Jahr für einen kurzen Ausflug. Viele Leute haben da aber nicht gerade gewohnt.:)

    "Irgendwie" habe ich es dort gemocht, ich war aber trotzdem ganz zufrieden, nachher wieder auf das idyllische Rügen zurückzukommen.


    Viel Erfolg Euch beiden!

    Ich habe erst geschrieben (schon sehr lange, schon als Kind), dann irgendwann angefangen, Schreibratgeber zu lesen. Ja, genau die Dinger, die so nach "Malen nach Zahlen" klingen. Anhand dieser so oft verschrienen Lektüre ist mir noch einiges klargeworden, was mir bis dahin nie so bewusst war.


    Das ist allerdings meiner Ansicht nach nur ein erster Schritt. Und diese Bücher machen auch längst noch keinen Schriftsteller, auch wenn sie das suggerieren.


    Denn dann hatte ich meinen ersten Roman fertig, war sehr zufrieden mit mir, habe den ausgedruckt, um zu sehen, wie super ich das jetzt hinbekommen hatte. --- Und habe mich dermaßen gelangweilt beim Lesen. Irgendwas hat gefehlt.


    Dann habe ich mich noch mal auf das zurückbesonnen, was ich mir an Wissen angelesen hatte. Und habe mir meinen eigenen Text sehr, sehr kritisch noch einmal vorgenommen. Und plötzlich, ich kann gar nicht sagen, wie das kam, war mir klar, warum der so schleppend und so wenig ansprechend war. Ob das nun das Ergebnis meiner Lektüre war oder einfach eine ganz eigene Erkenntnis, kann ich nachträglich gar nicht mehr sagen.


    Ich glaube aber, dass es gut und richtig ist, die wesentlichen Regeln (etwa die zur Dialogführung) zu kennen. Anwenden muss man sie dann aber eben doch noch selber. Und ob einem das gelingt oder nicht, ich glaube, das kann man weder durch die Lektüre dutzender Bücher lernen noch in einem Schreibkurs.

    Ich habe mal Ballett gemacht, konnte auch die ganzen Schritte, wir konnten die alle. Und dann sagte die Lehrerin dazu: So, und jetzt das Ganze noch mal GETANZT.

    Das ist für mich der Unterschied zwischen dem Kennen der Regeln und auch ihrer korrekten Anwendung und zwischen dem Schreiben selber.


    Nicht alles, was da zur Regel gemacht wird, ist zwingend notwendig, ich würde aber vieles als Handwerkszeug betrachten, ohne das es oft genug auch nicht wirklich funktioniert.

    Hallo Silke,


    ich habe da ein einfaches Unterscheidungskriterium für mich: WILL ich, dass man mir ein Buch zuordnen kann, dann mache ich das mit meinem Klarnamen, allerdings führe ich da auch ausschließlich meinen Mädchennamen. Doppelnamen fände ich doof, und auf die Idee, nur mit meinem zweiten Nachnamen zu veröffentlichen, bin ich nie gekommen.


    Und bei allen anderen Büchern verwende ich Pseudonyme, auch wechselnde.


    Ich denke aber, dass Du Dir weder schadest noch nützt, wenn Du Dich für die eine oder andere Variante entscheidest. Es mag Leser geben, die es eigenartig finden, wenn eine Autorin mal Sachbücher, mal Romane schreibt. Aber ich habe die Vermutung, das irritiert vor allem bei den "ganz großen Namen". Und da ich selber absolut nicht in diese Liga gehöre, ist es eigentlich egal.:)

    Ganz besonders gefressen habe ich auch die Formulierung "Herr und Frau Österreicher" für "die österreichische Bevölkerung". Dazu gibt's nichts Vergleichbares für Deutschland. Aber diese unselige Wendung liest man hier dermaßen oft, die müsste dringend mal ausgemistet werden.

    Eine meiner absoluten Hass-Wendungen ist:


    "den Gürtel enger schnallen" (für Sparen müssen)

    "Tendenz steigend"

    "lustvoll inszeniert/gespielt" (bei Theaterkritiken. Falls Du gestern noch da warst, wirst Du das sicher erkennen)

    Als ich beim "Bayerischen Fernsehen" gearbeitet habe, gab es für besonders abgegriffene (Mode)Formulierungen den Tipp, sie doch mal für eine Weile ins Sanatorium für erholungsbedürftige Wendungen/Wörter zu schicken. Manche gehörten auch einfach nur in den Müll, weil sie die sprachliche Zumutbarkeitsgrenze definitiv überschreiten.


    Und tatsächlich passieren diese abgenutzten Begriffe und Wendungen wahrscheinlich jedem von uns irgendwann mal, auch wenn man noch so sehr darauf achtet, immer neu und unverbraucht zu formulieren.

    Dazu gibt es noch diese scheußlichen Modewendungen, die jeder total "in" findet und meint, er müsse sie jetzt unbedingt auch noch strapazieren. Mit dem Ergebnis, dass die einen sich damit total angesagt fühlen und die anderen beim Zuhören/Lesen Ohrenkrämpfe bekommen.


    Sammeln wir doch mal!

    Werde ich dann mitangeklagt, weil Acki Strunzböld aus Jena-Paradies nach der Axt gegriffen hat, nachdem er zuvor einen satirischen Text von mir über einen vergleichbaren Vorgang gelesen, aber nicht verstanden hat?

    Damit befändest Du dich, wenn auch in etwas anderer Form, in ziemlich prominenter Gesellschaft: Nachdem Goethe seinen "Werther" geschrieben hatte, kam es zu einer Suizidwelle unter jungen Männern. Goethes Schuld?

    Ich würde sagen, nein.


    Andererseits kann man ja durchaus einen Zusammenhang bemerken zwischen Gewaltfilmen oder -videos und der Verrohung der Gesellschaft. Da wäre vielleicht manchmal eine Art Selbstzensur der Filmemacher oder Spieleerfinder gar nicht so schlecht. Es hat eben doch alles zwei Seiten.

    Dann müssten sie aber Grimms Märchen erst recht entkanonisieren. Die Hexe hat grundsätzlich rote Augen. Und gewaltfrei ... naja.

    Ich würde eher sagen, das Tat und Bestrafung in etwa auf einer Ebene stehen.

    Nehmen wir mal "Hänsel und Gretel": Die böse Hexe will Hänsel braten, dafür wandert sie selber direkt in den Ofen.


    Und: Kinder finden das VÖLLIG in Ordnung, wenn man ihnen das vorliest!


    Dabei könnte man genauso gut mit der Hexe einen therapeutischen Gesprächskreis gründen und mal darüber reden, ob Kannibalismus wirklich zum guten Benehmen gehört. Ok, sie in den Ofen zu schieben, natürlich auch nicht. Aber Hänsel und Gretel müssten an dem Gespräch ja teilnehmen.


    Da fällt mir ein: Ein Bekannter von mir hat lange als Solist (Tenor) in Stockholm an der Oper gearbeitet. Die Hexe in Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel" wird meines Wissens IMMER mit einem Tenor besetzt. Und in diesem Fall war er als Dame im Chanel-Kostüm zurechtgemacht. 1a fies zur Frau geschminkt, mit Hütchen und Handtäschchen.


    Vielleicht sehen die das Schweden ja etwas cooler. Oder die Inszenierung ist schon ein bisschen älter.:)

    Wenn man nämlich nur diese Frage stellt, folgt man der Unterstellung, dass jede negative Darstellung eines Einzelnen immer für die gesamte Gruppe gelten soll.

    Darum geht es ja. Dann darf es nämlich auch überhaupt keine Psychopathen mehr geben, erst recht nicht als Täter (schlechte Karten für Herrn Fitzek:D). Und es darf keine überforderten, alleinerziehenden Mütter mehr geben. Und keine prügelnden Väter. Und und und.

    Wo landen wir denn dann? Was für Geschichten darf man da noch erzählen?

    Übrigens hat ja der Darsteller des Mörders im Wien-Tatort auch in die Rolle eingewilligt. Das nur mal als Gegenargument, wenn man Christine Urspruchs Argumente gelten lässt. Gut, sie ist tatsächlich selber kleinwüchsig, der Darsteller des Wiener Mörders wird sich in seiner Freizeit aber vielleicht keine Frauenkleider anziehen und ein Psychopath dürfte er wohl auch nicht sein.


    Ich fürchte ja wirklich, was Google mit dem SEO-Texten nicht schafft, das schafft die PC-Bewegung mit ihren Tabus.8)


    Da lob ich mir ja die Antike. Ich schreibe gerade an meinen Römischen Sagen: Mann, ging es da zu: Männer mit Männern, Frauen mit Frauen, hetero ohnehin. Betrug, Inzest, Sodomie ... Letzteres will ich natürlich nicht rechtfertigen, aber irgendwie ist es gerade recht entspannend, über diesen Lotterladen zu schreiben.


    Noch zur Ergänzung: Wenn man sich mal die ganzen Metamorphosen des Herrn Jupiter anschaut, nur damit er jemanden flachlegen kann, der/die das eigentlich nicht will, dagegen kann die ganze Transgender-Debatte einpacken. Geschlechterwechsel ist da noch eine seiner leichtesten Übungen.;)

    Und ich würde es mir tatsächlich inzwischen zweimal überlegen, ob ich heute noch versuchen würde, Schriftsteller zu sein.

    Bis auf diesen letzten Satz kann ich Deinen Ausführungen folgen. Aber was meinst Du damit? Wenn mich nicht alles täuscht, BIST Du bereits Schriftsteller.

    Ich glaube Dir zwar, dass vieles mittlerweile mit Verweis auf Verstöße gegen PC abgelehnt wird. Andererseits gehe ich auch davon aus, dass die Mehrheit der Leser von Kritiken wie der aus der Zeit nur noch den Kopf schüttelt über so viel an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen.


    Und warum nimmt dann niemand Anstoß an der Figur der Silke Haller alias Alberich im Münster-Tatort? Wenn das keine Diskriminierung ist ... Die Diskussion (nicht mit Dir, sondern die öffentlich geführte) ist völlig absurd, finde ich.

    Was ich bei der ganzen Entrüstung nicht verstehe: Sind denn alle Männer, die sich einen Rock anziehen, eine Perücke mit langen Haaren aufsetzen und sich die Lippen anmalen, deshalb zwingend transgender? Der Mann in diesem Film hat für mich nicht mal ganz exakt in das Bild gepasst, denn außerhalb der Wohnung hat er sich ja als Mann gezeigt. Oder wechseln Transgender-Menschen ihre Zugehörigkeiten?


    Und mal ganz nebenbei: Bezieht sich diese ganze Debatte eigentlich nur auf Männer in Frauenoutfit? Was ist denn mit Frauen? Da gibt es eine nicht ganz unbeträchtliche Anzahl, die tragen tatsächlich Hosen, haben kurze Haare und verzichten auf Make-up (analog zu den geschminkten Männern). Solche Frauen erregen keinerlei Ärgernis in Filmen:D.


    Und überhaupt, wenn wir schon beim politisch Korrekten sind: Wieso gibt es dann dermaßen inflationär Psychopathen in Krimis? Das trägt ja nun auch nicht gerade dazu bei, Menschen mit einer psychischen Krankheit zu ent-stigmatisieren ...


    Am besten, wir lassen nur noch Alltagsmenschen mit Alltagsgeschichten auf der Bühne, in Büchern und in Filmen auftreten. Die regen niemanden auf. Oder ... halt. Da hätten wir dann die Macho-Klischees, das Hausfrauen-Stereotyp, den renitenten Teenie. Nein, geht auch nicht.:P

    Hallo Tom,


    da könntest Du Recht haben - fürchte auch ich.

    Dieser "Tatort" hatte Schwächen, die lagen für mich allerdings eher in anderen Aspekten. Ich fürchte, diese ganze (Trans)Gender-Debatte engt die Kunst demnächst komplett ein.

    Denken wir das mal weiter: Es ist ja auch wirklich frauenfeindlich, wenn Frauen als Mörderinnen dargestellt werden (außer, sie killen ihren prügelnden Alten, dann passt das schon). Oder schwule Männer. Oder ... weiß nicht. Aber das kann man ewig so weiterführen.


    Als ich die erste Kritik (ja, ich glaube, es war aus der "Zeit") mit Bezug auf Transgender-Diskriminierung gelesen habe, fand ich das einfach nur absurd. Denn ich habe am Sonntag tatsächlich an die eine oder andere Unstimmigkeit bei diesem Krimi gedacht, aber dass sich jemand über einen Mann in Frauenkleidung aufregt, weil Diskriminierung etc., daran habe ich als Letztes gedacht. Alte, weiße Frau?

    Aber das war jetzt auch schon wieder übel frauenfeindlich;).

    Sie ist immer wieder schön anzusehen und anzuhören: die rührende, traurige, kitschige Geschichte der Kurtisane Violetta Valery, sehr frei nach der "Kameliendame" Alexandre Dumas' zur Oper "La Traviata" ausgearbeitet . Violetta ist todkrank, sie liebt und - sie opfert ihre Liebe, weil ihr eigener schlechter Ruf dem Glück einer anderen Frau im Weg steht.


    Und da die Wiener Staatsoper, wie fast alle Opernhäuser, aktuell nicht vor Publikum spielen darf, stellt sie ihre Neuinszenierung als Stream online. So richtig elegant verlinken kann ich noch immer nicht, aber hier dürfte es hoffentlich trotzdem zum Stream gehen:


    https://tvthek.orf.at/profile/…iener-Staatsoper/14084437


    Die Inszenierung versetzt die Handlung vom 19. Jahrhundert in die Gegenwart: Violetta ist dementsprechend hier auch keine Kurtisane, sondern ein It-Girl, eine Influencerin, und das Handy spielt eine tragende Rolle in dieser Version.;)

    Einiges an der Umsetzung finde ich sehr gelungen, manches geht überhaupt nicht auf (die Liebe zu einer Influencerin gefährdet kaum den Ruf einer angesehenen Familie, würde ich meinen). Trotzdem, wie fast immer bei diesem Stück, große Oper in guter Besetzung. Detailkritik spare ich mir hier, mir persönlich hat der Vater nicht gefallen. Der Sänger soll in anderen Rollen schon sehr überzeugt haben, hier fehlts ihm an Ausstrahlung. Aber das ist, wie gesagt, meine eigene Meinung.


    Ein ehemaliger Kritikerkollege hat übrigens live dabei sein dürfen für seine Besprechung und mir erzählt, da wirke die gesamte Inszenierung wesentlich intensiver.

    Allen, die mal zwei Stunden die ganz großen Gefühle suchen, viel Spaß!

    Hallo Silke,


    ich hatte vor meinem ersten Roman schon jede Menge "Veröffentlichungen" als freie Journalistin (zehn Jahre für verschiedene Tageszeitungen, Online-Magazine etc.), aber ich vermute, die zählen im Verlagswesen wenig.


    Ob so eine Veröffentlichung im Kleinstverlag für jeden ein Türöffner ist, kann ich leider auch nicht sagen. Für mich wars einer, allerdings habe ich danach auch angefangen, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten. Übrigens schreibe ich selber nach wie vor mehr Sachbücher als Belletristik.:) Das kann gut nebeneinander funktionieren, ist zumindest meine Erfahrung.

    Hallo Silke,


    ich habe meinen ersten Roman bei einem Kleinstverlag unterbringen können. Ambitionierter und sehr rühriger Verleger, aber kaum Einnahmen durch Buchverkäufe wegen geringer Werbung. Aber natürlich auch keine eigenen Kosten. Für mich war das so eine Art "Türöffner" und ich würde den Verlag jedem Idealisten, für den das Honorar keine Rolle spielt, sofort empfehlen. Aber wenn Du bereits veröffentlicht hast, dann ist das eine ganz andere Entscheidung. Ich war damals einfach glücklich, dass ich überhaupt einen Verlag gefunden hatte, was ja bei einem ersten Roman und damals noch ohne Agentur gar nicht so einfach ist.