Stephen King feiert seinen 75. Geburtstag

  • In der Fiktion muss die Geschichte selbst so gut sein, dass sie alle anderen Qualitäten des Autors in den Schatten stellt; Charakterisierung, Stil, Thema, Stimmung, das alles bedeutet nichts, wenn die Geschichte langweilig ist. Und wenn die Geschichte fesselt, kann der Leser alles andere verzeihen."

    (Stephen King)


    Anlässlich des 75. Geburtstags eines der erfolgreichsten Schriftsteller der Gegenwart, präsentiert der Journalist Alexander Kluy in der Wiener Zeitung ein Porträt des Ausnahmetalents.

    "Die Waffen nieder!"

    (Bertha von Suttner)

    Einmal editiert, zuletzt von Vichara () aus folgendem Grund: Fehlerlein

  • Ich habe nur zwei Texte von King gelesen und mochte beide nicht, aber Horror und Suspense sind auch nicht meins, wobei mir diese Bücher in der Hauptsache missfielen, weil mich die Schreibe einfach nicht angesprochen hat. Aber er sagt ja selbst, dass für ihn alleine die Geschichte zählt (und hier würde ich widersprechen). Insofern. Er ist ein Meister, kein Zweifel, aber nicht der Meister.

  • Hauptwerk? Müssen wir mit einer wissenschaftlich editierten Werkausgabe von Stefan Königs Romanen und Erzählungen rechnen?

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen und Legenden aus Baden

    ASIN/ISBN: 3955403823


    Im Inneren eines Menschen existiert ein Kern, der von Fragen wie Staatsbürgerschaft oder sozialer Herkunft völlig unberührt ist. Dafür sollte sich die Kunst interessieren.
    Marina Davydova

    SZ Nr. 289, 15.12.2022, S. 11


  • Bei Stephen King bange ich immer, ob er es diesmal vollbracht hat, zu einem "guten" Ende zu kommen. Leider sind die Enden meistens eher schlecht, so als hätte er eine zündende Idee und würde einfach drauflos schreiben in der Hoffnung, dass zum Schluss alles irgendwie magisch zusammenfällt. Das war bei "The Stand" so und bei "Es" und auch "The Dome".


    Am besten gefällt mir immer noch "Friedhof der Kuscheltiere", weil es tatsächlich von vorn bis hinten durchdacht erscheint und keine spürbaren Längen hat (ein weiteres Problem, das ich mit King habe). Letztens habe ich auch "Das Attentat" gelesen, wo es um Zeitreisen und das Kennedy-Attentat geht, und das hat mir auch gut gefallen. Mit seinen Fantasy-Büchern kann ich gar nichts anfangen.

  • Bei Stephen King bange ich immer, ob er es diesmal vollbracht hat, zu einem "guten" Ende zu kommen. Leider sind die Enden meistens eher schlecht, so als hätte er eine zündende Idee und würde einfach drauflos schreiben in der Hoffnung, dass zum Schluss alles irgendwie magisch zusammenfällt. Das war bei "The Stand" so und bei "Es" und auch "The Dome".


    Ein gutes Ende ist immer schwierig hinzubekommen. Über die Enden der King-Romane lässt sich streiten. Ich kenne etliche Leute, die das Gleiche wie du bemängeln. Mir allerdings haben die meisten seiner Geschichtenabschlüsse gut gefallen. Bloß vom "Dunklen Turm" war ich etwas enttäuscht ...

  • Stephen Kings "Das Leben und das Schreiben (On Writing)" -- halb Autobiografie, halb Schreibratgeber -- ist informativ und unterhaltsam. Und wenn ich es richtig verstanden habe, schreibt er wohl wirklich drauflos, ohne Rücksicht auf mögliche Redundanzen.


    Er schreibt zwar die Geschichten erst einmal so herunter, wie sie ihm in den Sinn kommen, aber in früheren Interviews erwähnte er, dass dies nie die Endfassung der Texte wäre, sondern er diese danach noch weiter bearbeitet. Daher das ist mit den Redundanzen eher relativ.

    Einige Zeitlang (hauptsächlich ab Mitte der Neunziger) hat King mal gehörig zum Schwafeln geneigt. Das hat sich inzwischen wieder gebessert. Von seinen aktuellen Werken fand ich eigentlich alle ziemlich gelungen. Zum Beispiel sein "Billy Summers", das vergangenes Jahr herauskam.

  • Es sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben, dass King in vergangenen Jahrzehnten mit einer erheblichen Drogen- und ich glaube auch Alkoholsucht zu kämpfen hatte, was sich eindeutig auf seinen künstlerischen Output ausgewirkt hat. Ich denke, nicht anders lassen sich manche Szenen erklären, wie die von Kindern durchgeführte Sex-Orgie, um ES zu bekämpfen ...

  • Ich denke, nicht anders lassen sich manche Szenen erklären, wie die von Kindern durchgeführte Sex-Orgie, um ES zu bekämpfen ...

    <hüstel> Du meinst, vor allem drogen- oder alkoholkranke Menschen neigen zu solchen Fantasien? ;)


    Stephen King beeindruckt mich vor allem durch seinen Ideenreichtum, was in erster Linie die Settings anbetrifft, jedenfalls die, die ich kenne. Handwerklich halte ich das wenige, das ich von ihm kenne, eher für durchschnittlich, aber es steckt ohne Zweifel immer eine Menge Geschichte drin. Unter Autoren und -innen wird er (auch/überwiegend) wegen seiner hier auch schon zitierten Texte zum Schreiben verehrt, die aber, wenn ich das richtig sehe, seinen Romanen ähneln - dass er es zu einem Ende bringt oder überhaupt etwas über Strukturen sagen kann, überrascht ihn selbst. So oder so, Stephen King ist vor allem einer der meistverkauften Autoren des Planeten, und einer der meistverfilmten. Und das haben, wenn sie ehrlich sind, alle Autoren und -innen im Sinn. Und er ist der Gott der Bauchschreiber.