Der Junge, der überlebte und zum Bestseller wurde

  • ... weil sie eine Gefahr dabei sieht, wenn sich Menschen in männlichen Körpern kurzerhand zu Frauen deklarieren und dann in deren Schutzräume eindringen.

    Fr. Rowling mag gute, kindergerechte Fantasy verfassen. Davon versteht sie etwas. Von Transidentität hat sie hingegen keine Ahnung.

    Die von Fr. Rowling empört zitierten Übergriffe auf Frauen in Frauengefängnissen und öffentlichen Toiletten, die angeblich von Transfrauen verübt werden, bewegen sich im Millionstelprozentbereich. Nur drei von tausend Menschen empfinden transident. Also 3 Promille. Wohlgemerkt transidente Männer und Frauen zusammengenommen! Rund zwei Drittel davon sind MzF. (Mann zu Frau.)

    Bleiben 2 Promille. Wieviele dieser zwei Promille MzF-Transgender vergreifen sich wohl an hilflosen Frauen in ihren "Schutzräumen" ? Da kann man locker weitere ein, zwei Nullen hinter das Komma reihen.

    Für manche Menschen, wie Fr. Rowling, ist das dennoch eine schreckliche Perspektive. Tatsächlich ist diese sogenannte Problematik eine herbeigeschriebene. Vor allem die rechte Flanke weidet dieses Thema lustvoll aus und berichtet gar von Werbung und Anleitung zum Geschlechtswechsel oder der Homosexualität bei Kindern. Als ob sexuelle Veranlagung etwas mit Beliebigkeit zu tun hätte.

    Deshalb lehne ich auch die derzeitige gesetzliche Regelung ab, nachdem das Geschlecht offiziell gewechselt wird, ohne vorheriger psychiatrischer Abklärung, ohne Therapie, ohne Alltagstest, ohne geschlechtsangleichender Operation. Wer diese früher verpflichtende Abklärung als Zumutung empfindet, ist nicht transident, sondern hat möglicherweise andere psychische Probleme.

    Tatsächlich ist jede Abweichung vom "normativen Sexualverhalten" häufig mit gesellschaftlicher Ächtung und Ausgrenzung verbunden, unter der diese Menschen leiden und die mehrheitlich ihr Lebensproblem Nummer 1 darstellen.

    Noch was zu den "Schutzräumen". In Österreich gibt es kein Gesetz, das Männer oder Frauen zwingt, auf die geschlechtsspezifische Toilette zu gehen. Gab es nie. Wenn dort nichts anderes passiert als das, was man halt so auf Toiletten macht, ist das keine Verwaltungsübertretung. Wenn Unstatthaftes passiert, ist das eine Anstandsverletzung oder sexuelle Belästigung und wird entsprechend geahndet. Egal, wer sie begeht. Gleiches geschieht in Gefängnissen bei Sexualdelikten, egal welcher Art.

    Kaum ein transidenter Mensch will ein drittes oder viertes Geschlecht sein. Auch diese Begrifflichkeit existiert primär medial, ebenso wie der Terminus LGBTQ-Community. Keine dieser Gruppen hat etwas mit den anderen gemein.

    Es gibt auch keine Geschlechtsumwandlung, die gelingt vielleicht im Raumschiff Enterprise, aber nicht in der Realität. Man nennt diese OP eine Geschlechtsangleichung. Mehr ist medizinisch nicht drin.

    Und noch etwas: Ein transident empfindender Mensch hat kein sexuelles Problem, sondern ein Identitätsproblem. Deshalb nennt man diese Menschen auch nicht mehr transsexuell, sondern transident.

    So gut wie alle Betroffenen wollen bloß in die Reihe treten und, so gut es geht, unerkannt in ihrem empfundenen Geschlecht leben. Nur den wenigsten gelingt dies.

    Fr. Rowling hat m.A.n. eine manifeste Abneigung gegen transidente Menschen, das lässt sich an einigen ihrer öffentlichen Äußerungen erkennen. Sie bringt Argumente, die teils an den Haaren herbeigezogen sind. Deshalb auch der social-mediale Shitstorm gegen sie.

    Wir brauchen mehr Menschen mit gesundem Hausverstand. Heute dringender denn je, wenn ich mir die zunehmend suizidal geprägte europäische Politik so ansehe. Leider werden diese Leute immer weniger.

  • Hallo, Wally.


    Dir ist offenbar nicht klar, worauf sich Frau Rowling da bezieht. Sie argumentiert nicht gegen die Rechte von Transpersonen o.ä., sondern gegen Vorgehensweisen wie etwa den irischen Gender Recognition Act, nach dem sich Menschen quasi jederzeit frei und ohne Ansatz irgendwelcher Mechanismen für ein Geschlecht entscheiden und diese Entscheidung auch jederzeit revidieren können.


    Aber danke für Deine Belehrungen. :)

  • Nebenbei bemerkt. So irritierend ich den Aktivismus gegen J. K. Rowling finde, so eigenartig finde ich die hier mehrfach wiederholten Anmerkungen, die "Harry Potter"-Romane würden für vermeintliche Außenseiter und gelebte Inklusion eintreten. Tatsächlich habe ich mich beim (Vor)Lesen häufig an den Aufzählungen vor allem optischer Eigenschaften offensichtlich böser Figuren gestört, und diese optischen Eigenschaften waren selten gute oder positiv konnotiert, allen voran die Fettleibigkeit. Dies, wie erwähnt, nur am Rande.

  • Sie argumentiert nicht gegen die Rechte von Transpersonen o.ä., sondern gegen Vorgehensweisen wie etwa den irischen Gender Recognition Act, nach dem sich Menschen quasi jederzeit frei und ohne Ansatz irgendwelcher Mechanismen für ein Geschlecht entscheiden und diese Entscheidung auch jederzeit revidieren können.

    Ich habe mich mit keinem Wort zu den Rechten von Transidenten geäußert.

    Gegen die freie Beliebigkeit ohne jede medizinische Begleitung habe ich mich hingegen klar und deutlich in meinem Beitrag geäußert. Ich halte auch nichts davon, MzF an sportlichen Biofrauenwettkämpfen teilnehmen zu lassen, wo es primär auf Körperkraft ankommt. Das ist sportlich unfair und sollte nicht stattfinden.


    Aber danke für Deine Belehrungen. :)

    Gern geschehen!