• Hallo ihr Lieben,


    ich hätte da mal eine Frage, die auf den ersten Blick ziemlich banal klingt. Vielleicht ist sie das ja sogar ...


    Meine Protagonistin führt die Teetasse zum Mund, um sie dann behutsam wieder abzustellen, da der Tee kurz vorm überschwappen ist.

    Doch wie nennt man diese Bewegung?


    ....stellte die Tasse dann umso vorsichtiger zurück, da die Flüssigkeit bereits bedrohlich darin ......


    Eventuell: bedrohlich bis an den Rand schwappte?


    Ich stehe total auf dem Schlauch 😁


    Danke und liebe Grüße

    Birgit

  • Der Tee toste wie das aufgewühlte Polarmeer in der Tasse hin und her, drohend sich jederzeit in einem mächtigen Schwall über den Rand auf die Untertasse zu ergießen.


    Ich finde "schwappen" klingt vertraut und griffig. Das wäre wahrscheinlich auch meine Wahl, wenn ich Teebewegungen schildern wollte.

  • Zitat

    "Wie gefällt dir das?", fragte er beiläufig

    wäre für mich so, wie es da steht... es interessiert ihn eigentlich nicht wirklich, wie die gefragte Person es findet.

    Zitat

    "Wie gefällt dir das?", fragte er wie beiläufig.

    ist für mich eher die Art, dass der Frager den Anschein erwecken will, dass es ihm nicht wichtig ist, aber in Wirklichkeit lauert er auf eine, seine eigene Meinung bestätigende, Antwort.

    ")"

  • Nein, das ist kein Tell. Wenn man es weglässt, oder auf "fragte er" (was nicht überflüssig ist, wenn der Dialog inzwischen etwas unübersichtlich geworden ist, sonst durchaus) reduziert, nimmt man als Leser oder -in Konnotation und Stimmung des restlichen Dialogs an, sozusagen Szenennormalität. Wenn er "beiläufig" fragt (bitte nicht "wie beiläufig", das erinnert an diese bescheuerte Reizdarmmedikamentewerbung, bei der die unglücklichen Werbeträger behaupten, ihre Beschwerden seien "wie weg" - aber was das (oder "wie beiläufig") sein soll, lässt sich kaum erklären), also mit einer Betonung oder Modulation, die nicht dringlich ist, oder so in die Situation eingebettet, dass es weniger Aufmerksamkeit fordert, quasi durchrutschen kann, dann ist das möglicherweise eine wichtige Information, und wenn das so ist, dann sollte es da auch stehen. Man zeigt, was geschieht, nämlich, dass er etwas wissen will, sich aber kaum zu fragen traut. Das ist kein Tell. Wobei das ohnehin keine disjunkten Mengen sind (Show vs. Tell, jede in ihrer Ecke des Boxrings), sondern ineinander übergehende, sich oft ergänzende Mechanismen.

  • Das Beiläufige kann man allerdings auch anders - showender - verpacken. Indem etwa leiser gefragt wird, oder er den Kopf wegdreht, während er fragt, er murmelt oder nuschelt oder so. Oder dabei rot wird. Er seine Hände verknotet. Solche Sachen, die darauf hinweisen - zeigen -, dass es ihn Mut kostet, die Frage zu stellen.

  • Das Beiläufige kann man allerdings auch anders - showender - verpacken. Indem etwa leiser gefragt wird, oder er den Kopf wegdreht, während er fragt, er murmelt oder nuschelt oder so. Oder dabei rot wird. Er seine Hände verknotet. Solche Sachen, die darauf hinweisen - zeigen -, dass es ihn Mut kostet, die Frage zu stellen.

    Ist das jetzt etwas wesentlich anderes, als ich in meinem Beitrag geschrieben habe?

    Wenn ein Schriftsteller nur noch sich selbst kopiert, hört er auf, ein Künstler zu sein.

    (Xaver Bayer)

  • Lieben Dank an euch für die Kommentare!


    Jörg

    die zwei Beispiele sind auch für Leute mit ganz langer Leitung eine nachvollziehbare Erklärung. Wann es tatsächlich Sinn ergibt, das "wie" mit einzubauen.


    Tom

    "beiläufig, "wie beiläufig" dass es sich um zwei verschiedene Aussagen handelt, war mir nicht bewusst, doch jetzt ist es natürlich ganz klar. Hätte vielleicht mal länger darüber nachdenken sollen. ;-)

    Dann wäre es tatsächlich "wie beiläufig"

    Allerdings gebe ich zu, das klingt nicht schön. Und doch, wäre es passend, es genau so auszudrücken in dieser Situation.

    Ich werde mal ganz in Ruhe darüber nachdenken.


    DANKE!