Was ist für euch eine Schreibblockade?

  • Warum in Gottes Namen dürfen Menschen, die nur zum Spaß schreiben nicht genauso über ihr Hobby schwadronieren wie

    Wer verbietet ihnen zu schwadronieren schwadronieren = wortreich, laut, lebhaft, unbekümmert, oft auch aufdringlich reden. Bei Wikipedia auch unnütz daherreden)?


    Ich habe Probleme, wenn man daherkommt und mit "Hilfe, ich habe eine Schreibblockade" sich, wie Anja anmerkte, einen einen Künstlernimbus samt Künstlerwehwehchen geben möchten.

  • Warum in Gottes Namen dürfen Menschen, die nur zum Spaß schreiben nicht genauso über ihr Hobby schwadronieren wie Leute, die Aquarelle malen, Gitarre oder Fußball spielen?

    Nun, ich bin Profifußballer, wenn ich fürs Fußballspielen bezahlt werde - sonst spiele ich einfach nur Fußball und bin kein Fußballer -, und auch Deine Altherrenband auf der Bühne besteht aus Leuten, die mindestens ihre Getränke für lau bekommen, also fürs Musikmachen entlohnt werden. Sie sind Musiker. Sie sind nicht einfach nur Leute, die Musik machen. Aber das Verb in Deiner Frage verstehe ich nicht. Wer redet von "dürfen" oder dem Gegenteil? Das ist eine Unterstellung. Im Übrigen gehe ich bei fast allen hier davon aus, und übrigens auch bei Dir, dass ihr Ziel darin besteht, mit der Schreiberei voranzukommen im Sinne einer Professionalisierung. Sonst würde man nicht über das Schreiben reden, sondern ausschließlich über das Geschriebene.

  • Und das kann man kritisieren.

    Wie großzügig, dass man das darf. :anbet


    Bitte in dem Zushang auch das Zitat im entsprechenden post von mir einbeziehen.

    Genau. Du entscheidest, was Leute bitte zu beachten haben, damit sie auch ja zu den Schlüssen kommen, die Du selbst für richtig erachtest.

  • Hallo, Kerstin.

    Hat Tom vorgemacht, als er den Vorwurf des Oberlehrerhaften mit dem einfachen Hinweis abschmetterte, dafür sei seine Schreibe viel zu cool.

    Ich habe das nicht als Vorwurf empfunden, sondern als augenzwinkernde Stichelei. Und die Antwort war natürlich überwiegend ironisch gemeint. ;)

  • Ich habe das anderswo auch schon mal geschrieben, aber ob ich Autorin bin oder nicht, interessiert mich nur, insofern es meine Steuererklärung betrifft. Ansonsten antworte ich auf die Frage, was ich beruflich mache, dass ich schreibe.


    Was die anderen dann aus dieser Antwort machen, ist mir egal, denn das sind dann deren Vorstellungen und Zuschreibungen. Erfülle ich die, werde ich in den Himmel gehoben, erfülle ich sie nicht, bin ich eine Hochstaplerin. Beides nicht mein Problem.

  • Im Übrigen gehe ich bei fast allen hier davon aus, und übrigens auch bei Dir, dass ihr Ziel darin besteht, mit der Schreiberei voranzukommen im Sinne einer Professionalisierung.

    Ja sicher geht es darum besser zu werden. Ja sicher darf ich hier schwadronieren (das tue ich schließlich gerade und zwar wortreich, laut und unbekümmert 8)).

    "Professionalisierung" - na ja. Um bei dem Beispiel mit der Musik zu bleiben - auch da will ich besser werden, aber mein Ziel besteht nicht darin, in die Top 40 zu kommen.

    “Life presents us with enough fucked up opportunities to be evaluated, graded, and all the rest. Don’t do that in your hobby. Don’t attach your self worth to that shit.” Michael Seguin

    Einmal editiert, zuletzt von Nils ()

  • Ich habe Probleme, wenn man daherkommt und mit "Hilfe, ich habe eine Schreibblockade" sich, wie Anja anmerkte, einen einen Künstlernimbus samt Künstlerwehwehchen geben möchten.

    Ok. Ich gebe es zu. Das ist albern.

    Ich möchte allerdings nicht ausschließen, dass bei ausreichender Recherche in den Tiefen dieses Forums ein Beitrag gefunden werden könnte, in dem ich über das Phänomen "Schreibblockade" lamentiere...:rolleyes

    “Life presents us with enough fucked up opportunities to be evaluated, graded, and all the rest. Don’t do that in your hobby. Don’t attach your self worth to that shit.” Michael Seguin

  • Also nochmal: Alle im Forum und im Verein nehme ich explizit aus.

    Denkst Du nicht, dass Du das ein bisschen zu früh machst ? ;)

    Du kennst uns doch noch gar nicht so lange :)

    "Eine Geschichte darf unwahrscheinlich sein, aber sie darf nie banal sein. Sie sollte dramatisch und menschlich sein. Das Drama ist ein Leben, aus dem man die langweiligen Momente herausgeschnitten hat." Alfred Hitchcock

  • Mir ist übrigens doch ein Beispiel für eine mögliche Schreibblockade eingefallen. Es gab mal ein Interview mit einer Autorin und es ging um ihre Bücherreihe und u. a. darum wie schwer es war, den letzten Band der Reihe fertigzustellen. Nicht etwa, weil es ihr an Ideen mangelte, sondern weil das "Loslassen" schwerfiel, weil ja mit diesem Band die Reihe beendet war. Einerseits Startschuss für was Neues, aber andererseits auch viel Wehmut, damit nun endgültig abzuschließen und sich von den Charakteren zu verabschieden. Ich weiß nicht mehr, ob das Wort Blockade fiel, aber es ging in die Richtung. Jedenfalls war nicht mangelnde Motivation die Ursache der Schreibhemmung.


    Und zu dem anderen Thema: Irgendwie muss man seinem Hobby ja einen Namen geben. Also ist man eben Musiker, Autor, Maler usw. Wobei ich auch immer nur sage, dass ich schreibe. Das wissen eh nur wenige, aber spätestens dann, wenn man Testleser braucht, muss man sich ja "outen". Ganz alleine geht es eben nicht. Ich finde es gut, dass hier (zumindest von den meisten ;)) alle ernstgenommen werden, denn jeder muss ja irgendwie anfangen.

  • Guten Abend, liebe "Alle"! Ich habe mich vor ca. 2 Tagen erstmals wieder hier eingeklinkt nach langer Pause, in der ich einerseits viel gearbeitet habe, aber auch lange schwer krank war. In meiner "aktiven" Zeit hier im Forum und auch danach habe ich einige von Euch als nette und hilfsbereite KollegInnen kennengelernt. Gleichwohl ist mir in dieser Debatte der Ton streckenweise ziemlich scharf vorgekommen. Ich verstehe, dass dieser Ton manche abschrecken kann. Welche "historischen" Animositäten auch immer dahinter stecken mögen, weiß ich nicht, und möchte es auch nicht wissen. Aber vielleicht können wir uns trotzdem darauf einigen, dass Aggressionen in Gruppendiskussionen eigentlich nichts zu suchen haben. Was haltet Ihr davon? Herzlich Elisa

  • Liebe Elisa,


    Dein Ansatz ist löblich.


    Allerdings ist die Frage, was eine Aggression ist. Für manche fängt Aggression schon sehr früh an, für andere später. Manchmal ist es halt einfach nur die Art von jemandem, sich etwas deutlicher auszudrücken. Das muss gar nicht immer aggressiv gemeint sein, wird aber trotzdem von manchem so empfunden.

    Wer entscheidet dann darüber, was eine Aggression ist. Und darf jemand, der nun mal die Art hat, etwas schärfer zu formulieren, jetzt hier nichts mehr schreiben?

    Schwierig ?!?


    Prinzipiell wäre auch schon viel gewonnen, wenn wir uns darauf einigen könnten, anderen nicht so oft zu unterstellen, sie wollten dem anderen etwas Böses. Manchmal sind wir einfach zu empfindlich und zu schnell geneigt, jemandem Bosheit zu unterstellen.


    Du siehst, so einfach ist das nicht.


    Ich hoffe, das erschreckt Dich nicht. Aber wenn Du schon einmal hier warst, dann kennst Du diesen Haufen ja schon ein wenig und weißt eigentlich auch, dass wir allermeistens ziemlich nett sind <3

    "Eine Geschichte darf unwahrscheinlich sein, aber sie darf nie banal sein. Sie sollte dramatisch und menschlich sein. Das Drama ist ein Leben, aus dem man die langweiligen Momente herausgeschnitten hat." Alfred Hitchcock

  • Eine Schreibblockade ist meiner Meinung nach nichts negatives. Sie ist vielmehr ein Anzeiger.


    Dann gehe ich der Blockade auf den Grund. Sie kann vielfältig sein.


    Bei einigen Mag die "Blockade" Grund zum Schreiben geben, bei anderen mag die "Blockade" Grund zum Pausieren geben.


    Ich für mich habe gelernt, die Blockade zu meinem Freund zu machen. Eine Pause/Blockade gibt mir den Raum, Kreativität zu schöpfen.