Ein Leben nach der Absage

  • Nachdem ich mich entschlossen hatte, es mit einem Jugendbuch zu versuchen, flatterte bald die Ablehnung mit der Begründung ins Haus, dass es an einem Helden fehle (man nannte es "Identifikationsfigur", aber das war wohl gemeint). Ausserdem war auch der Rest des jugendlichen Ensembles überwiegend passiv *.

    Nun, das ist aber immerhin konkretes Feedback. Schade, dass du dich da nicht weiter mit dem Manuskript beschäftigt und deine "schwachen" Charaktere angesichts der Gefahren hast über sich hinaus wachsen lassen.

    Ich hoffe allerdings schon, dass es für Innovation noch Platz im Literaturbetrieb gibt, aber natürlich ist es immer schwer, wenn man noch ganz am Anfang steht. Das Risiko wird wohl vielen zu groß erscheinen.

    Viel Erfolg dir weiterhin!

  • Mein Deutschlehrer, zehnte Klasse, hat vor versammelter Mannschaft zu mir gesagt: "Liehr, von Dir wird niemals auch nur eine einzige Zeile veröffentlicht werden!" Mit diesen Worten hat er einen Aufsatz von mir zerknüllt und mit dem Papierball nach mir geschmissen. Auch eine Art von Absage, finde ich. ;)


    Pädagogisch sicher zweifelhaft, und heutzutage hätte man nach einer solchen Aussage die Anwälte der Eltern am Hals, aber mich hat das seinerzeit angespornt. Die Genugtuung, Herrn T. was zukommen zu lassen, als es dann doch so weit war, habe ich mir aber untersagt.

  • Hallo Silke,


    ja, da hast du komplett Recht! :) Aber vielleicht ist es auch ganz gut so. Die Story, die mir daraufhin einfiel, hat insgesamt besseres Feedback erhalten. Und das war kein Fantasy, sondern mehr etwas Mystisch-Historisches mit Anleihen aus dem Genderbereich. Man lernt nie aus. ^^

  • Liebe Silke!



    Vielleicht werde ich also diese Woche nur zu einer fleißigen Hausfrau.

    Hilft echt! Eine Woche, nachdem ich es beim Blogbuster-Preis nicht von der Long- auf die Shortlist geschafft hatte, war mein Garten so schier und schick wie nie zuvor! Und:


    Trotzdem hadere ich jetzt mit allen meinen Charakteren und dem Spannungsbogen und den Themen

    Nein! Oder meinetwegen ja, aber bloß nicht auf Dauer! Wenn ich dich recht verstanden habe, ist es eine Agentur (deine Wunsch-Agentur), die du angeschrieben hast, also bieg die Krone wieder in Form und mach weiter. Und schreib bloß nicht immer nur eine Agentur an, sonst fährst du dereinst mit dem Rollator zu deinen Lesungen! Soll ich dir mal meine tolle Bilanz verraten? 21 Agenturen, zeitversetzt kontaktiert, danach: 5 Absagen/14 Nicht-Reaktionen/1 Anforderung des Gesamtmanuskripts ohne Reaktion bisher (4 Wochen später)/ und, halleluja: Gerade heute noch eine Anforderung des Gesamtmanuskripts, von einer Agentur, die ich vor zwei Wochen anschrub. Okay, bei so viel Einigkeit könnte ich langsam mal meinen, es liegt am Manuskript und nicht an den "doofen Agenturen" (von denen mir nicht eine einzige den Hauch einer Begründung geliefert hat), aber ich glaube nun mal an meine Geschichte und mache weiter. Aber es ist schon sehr tagesformabhängig: Meistens nehme ich es sportlich und denke, dass ich auch ohne Veröffentlichung ein wunderbares Leben habe, aber manchmal nachts liege ich da und bin einfach wütend. Und sauer. Und enttäuscht. Und ungeduldig. Und alles - bis hin zu bitteren Selbstzweifeln, weil ich ja schon eine etwas betagte Debütantin und somit nicht mehr gut vermarktable bin.


    Also: Ganz viel backrubbing auch von mir - und nicht den Mut verlieren! Du kannst dir auch irgendeinen, öhem, nicht so tollen Roman vornehmen und dir sagen, dass, egal, wie oft sie deinen ablehnen, er bestimmt hundertmal besser ist als das andere dumme Ding, das immerhin gedruckt und zwischen zwei Deckel gepresst wurde.


    Dorits Vorschlag, falls du dich nicht traust anzurufen oder dir blöd dabei vorkommst, finde ich super: So zu tun, als wärst du jemand, der mit sowas keine Probleme hat.

  • Du kannst dir auch irgendeinen, öhem, nicht so tollen Roman vornehmen und dir sagen, dass, egal, wie oft sie deinen ablehnen, er bestimmt hundertmal besser ist als das andere dumme Ding, das immerhin gedruckt und zwischen zwei Deckel gepresst wurde.

    Das geht mir ständig so. Da ich ja auch viel rezensiere, kriege ich Sachen zwischen die Finger, bei denen ich mich frage, wie groß die Tomaten auf den Augen des Korrektors waren. Und oft genug frage ich mich, ob ich meinen Fetisch, die Verwendung einer klaren und möglichst korrekten Sprache, nicht überbewerte. Grade eben habe ich einen Roman weggelegt, in dem permanent die Rede von einer Glasvitrine ist. Sowas ärgert mich maßlos. Vor allem, wenn die Autorin behauptet, Journalistin zu sein.

  • Da ich ja auch viel rezensiere, kriege ich Sachen zwischen die Finger, bei denen ich mich frage, wie groß die Tomaten auf den Augen des Korrektors waren.

    Das eine davon mache ich auch (rezensieren), das andere (mich fragen) nicht (mehr). Weil die Binsenweisheit zutreffend ist, dass es im Unterhaltungsbereich nicht um Qualität geht, und dazu gehört belletristische Literatur. Es geht auch um Qualität, es geht vielen Lesern um Qualität, und die Qualitätsfrage ist immer eine gute für einen gelangweilten Autorenstammtisch. Aber bei Publikumsverlagen spielt sie keine so große Rolle. Man gönnt sich Qualität, und manchmal hat Qualität auch Erfolg, aber meistens sind es ganz andere Aspekte, die Verkäufe generieren. Und die Leser sind nicht alle gleich, vor allem aber sind sie nicht alle wie wir. Ich lese gerade einen SF-Roman aus deutscher Feder, was ohnehin ein gewagtes Experiment ist, und darin finden sich Sätze, die meine Trägheitsdämpfer zum Schwingen bringen. Ich werde sicher kein weiteres Buch des fraglichen Autors anfassen, aber ich fürchte (Achtung, jetzt kommt eine Phrase:), ich bin auch nicht Zielgruppe. Aus Sicht dieser möglichen Zielgruppe ist das Zeug aber okay.


    Aber all das muss ich Dir eigentlich nicht erzählen, oder, Ben? ;)

  • Pädagogisch sicher zweifelhaft, und heutzutage hätte man nach einer solchen Aussage die Anwälte der Eltern am Hals, aber mich hat das seinerzeit angespornt.

    Gut so! Kinder werden heutzutage viel zu sehr in Watte gepackt :S Meine einzige Erinnerung dieser Art aus dem Deutschunterricht war 5. Klasse, Frau L., die nach einem Klassenaufsatz den meinen der versammelten Mannschaft vorgelesen hat, weil sie es lobenswert fand, dass mein Hauptcharakter in einer lebensbedrohlichen Lage angefangen hat, über seine Mutter daheim nachzudenken. Das war nämlich nicht Teil dieser Bildergeschichte gewesen. Das hat mir doch sehr geschmeichelt! War 'ne ganz Liebe, die Frau L. <3


    Aber es ist schon sehr tagesformabhängig: Meistens nehme ich es sportlich und denke, dass ich auch ohne Veröffentlichung ein wunderbares Leben habe, aber manchmal nachts liege ich da und bin einfach wütend. Und sauer. Und enttäuscht. Und ungeduldig. Und alles - bis hin zu bitteren Selbstzweifeln, weil ich ja schon eine etwas betagte Debütantin und somit nicht mehr gut vermarktable bin.

    Ich sehe schon, wir verstehen uns. Ganz genau mein Gedankengang und meine Gefühlslage.

    Grade eben habe ich einen Roman weggelegt, in dem permanent die Rede von einer Glasvitrine ist. Sowas ärgert mich maßlos. Vor allem, wenn die Autorin behauptet, Journalistin zu sein.

    Ich kann kaum noch die Konkurrenz lesen. Ich finde nur Probleme in den Büchern, es macht mich wahnsinnig. Von Perspektivsprüngen zu unnötiger Distanz zu den Charakteren, von fehlender Poesie (Stichwort: holzige Liebesszenen, würgs) zu ellenlangen Beschreibungen, die einen historischen Roman zu einem Geschichtsbuch verkommen lassen, ist alles dabei. Und dann frage ich mich natürlich: Warum die und nicht ich?

    Ist natürlich ein total hässlicher Gedanke, voller Neid, und ich muss da erstmal für mich Perspektive reinbringen. Ich habe EINE Agentur angeschrieben, ich bin ja noch nicht komplett durch den gesamten Markt gerasselt. Ich muss weiter an das Topf-Deckel-Prinzip glauben.

  • Ich kann selbst aus eigener Erfahrung im Autorenleben nicht so viel beitragen, allerdings möchte ich anmerken, dass der Umgang mit Ablehnungen bzw. immer neue Bewerbungen und die nötige Frustrationstoleranz in jedem Gewerbe gleich sind. Sie sind zum Beispiel auch gleich in meinem Gewerbe der freien Softwareentwicklung bzw. IT-Beratung. Du fällst tausend Mal auf die Schnauze bzw. holst Dir blaue Flecken. Oft ist der Erfolg vom Zufall abhängig, und von nichts anderem. Weiter machen! Selten macht es Sinn, die Schuld bei sich selbst zu suchen. Oft nützen Ausdauer und der Glaube an die eigene Stärke. Wenn man das längere Zeit "durchhält", stellt man eigentlich immer fest, dass sich zwischen die Misserfolge Erfolge mischen -- auf geradezu magische Weise manchmal ....


    (Ich bin kein Optimist -- aber optimistisch)

  • Ich kann selbst aus eigener Erfahrung im Autorenleben nicht so viel beitragen, allerdings möchte ich anmerken, dass der Umgang mit Ablehnungen bzw. immer neue Bewerbungen und die nötige Frustrationstoleranz in jedem Gewerbe gleich sind. Sie sind zum Beispiel auch gleich in meinem Gewerbe der freien Softwareentwicklung bzw. IT-Beratung. Du fällst tausend Mal auf die Schnauze bzw. holst Dir blaue Flecken. Oft ist der Erfolg vom Zufall abhängig, und von nichts anderem. Weiter machen! Selten macht es Sinn, die Schuld bei sich selbst zu suchen. Oft nützen Ausdauer und der Glaube an die eigene Stärke. Wenn man das längere Zeit "durchhält", stellt man eigentlich immer fest, dass sich zwischen die Misserfolge Erfolge mischen -- auf geradezu magische Weise manchmal ....


    (Ich bin kein Optimist -- aber optimistisch)

    Oh ja, da hast du natürlich völlig Recht! Ich kreise ja auch schon ein bisschen um die Sonne und bin keine 20 mehr (auch wenn ich so aussehe, :D) und habe schon so einige Absagen wegstecken müssen. Nur ist dies das erste Mal, dass es im künstlerischen Bereich passiert. Wenn man nach dem zweiten Bewerbungsgespräch dann doch abgelehnt wird, ist das auch bitter, aber irgendwie anders. In diesen Texten steckt ja so viel Herzblut drin.


    Aber hey, ich habe an Tag 3 angefangen Fortschritte zu machen. Ich habe mir eins der beiden Bücher noch einmal vorgenommen und mache ein wenig Feinschliff, wobei ich die Gelegenheit habe, es nach langer Zeit wieder zu lesen. Und was soll ich sagen? Es ist besser, als ich gedacht habe. Sinn der Übung ist es, wieder Zuversicht und Selbstvertrauen in die eigene Arbeit zu bekommen. Dann kann ich mental gestärkt und mit Selbstbewusstsein die nächste Bewerbungsrunde angehen.

  • Der Vollständigkeit halber hier ein kleines Update: Ich habe heute zumindest für eines der beiden Bücher ein stichpunktartiges Gutachten erhalten. Bemängelt wurden u.a. Längen, teilw. hölzerne Figurenrede, flache Charakterisierung usw. Ich stimme teilweise zu und finde dieses Feedback auch echt hilfreich (schade, dass es das Feedback zu dem schwächeren Buch ist, da ich jetzt das andere gerade überarbeite).

    Sie sagen, ich soll mich nicht entmutigen lassen - ha! Und dass die Einschätzung subjektiv ist. Nun gut.

  • …schade, dass es das Feedback zu dem schwächeren Buch ist, da ich jetzt das andere gerade überarbeite

    Ich würde das Feedback auch auf das andere Buch bei der Überarbeitung anwenden. Schaden kann es nicht.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Ich würde das Feedback auch auf das andere Buch bei der Überarbeitung anwenden. Schaden kann es nicht.

    Ja, natürlich. Wobei ich glaube, dass mir dieses Buch (als Zweitwerk) technisch sowieso besser gelungen ist. Aber ich habe jetzt noch einmal ein Auge auf genau diese Kritikpunkte gelegt. Es ist schade, dass sie mir nur ein Feedback gegeben haben, aber ich bin ja dankbar für alles.

  • ich war vor einigen Wochen schrecklich wütend und schlecht gelaunt und frustriert über eine Absage, die wiederum auch schon wieder über ein Jahr zurück liegt, an die ich mich dummerweise erinnert habe. Ich werde sie hier nicht offenlegen, denn als ich darüber nachdachte, habe ich dummerweise Salat gehackt. Das sollte man nicht tun wenn man wütend ist. Ich habe mir den halben Fingernagel abgehackt. Nur den Nagel, gottseidank, nicht das darunter.... aber ich trage immer noch ein Pflaster, das mich jeden Tag daran erinnert, besser sinnloserWeise auf ein Kissen einzuschlagen,als ein Messer in die Hand zu nehmen, wenn man in einem unguten Zustand ist...🤕

  • Hallo Silke, das ist natürlich echt schade, aber ich kann mich den anderen nur anschließen: dranbleiben.

    Dass die Agentur die Manuskripte angefordert hat, ist doch schon mal ein gutes Zeichen und wenn du die Manuskripte (mithilfe des Feedbacks) überarbeitet hast, würde ich es an deiner Stelle einfach bei weiteren Agenturen versuchen.

    Vielleicht hat die Agentur ausgerechnet mit dem schwächeren Manuskript angefangen und das andere dann nicht mehr genauer geprüft. Das würde erklären, warum sie nur ein Feedback gegeben haben.

  • Guten Morgen Silke,

    um es kurz zu halten: Ich kenne das Gefühl.

    3 dicke Manuskripte liegen in meiner Schublade, alle drei wurden schon etlichen Verlagen und Agenturen angeboten, von keinem/keiner kam bis jetzt auch nur der Hauch einer Antwort.


    Einfach weiter machen, vielleicht ist die Zeit noch nicht reif für dein Werk. Letztendlich schreiben die meisten von uns, aus Überzeugung. Leider muss man immer wieder Tiefschläge verkraften, but thats Life, Darling.

  • ich war vor einigen Wochen schrecklich wütend und schlecht gelaunt und frustriert über eine Absage, die wiederum auch schon wieder über ein Jahr zurück liegt, an die ich mich dummerweise erinnert habe. Ich werde sie hier nicht offenlegen, denn als ich darüber nachdachte, habe ich dummerweise Salat gehackt. Das sollte man nicht tun wenn man wütend ist. Ich habe mir den halben Fingernagel abgehackt. Nur den Nagel, gottseidank, nicht das darunter.... aber ich trage immer noch ein Pflaster, das mich jeden Tag daran erinnert, besser sinnloserWeise auf ein Kissen einzuschlagen,als ein Messer in die Hand zu nehmen, wenn man in einem unguten Zustand ist...🤕

    Oh je! Gut, dass der Finger noch dran. Weißt du was? Ich bin jetzt gar nicht mehr so wütend. Zumindest nicht auf die Agentur oder den Gutachter. Ich erkenne jetzt selbst, wo es gehakt hat, und ich stimme zu (größtenteils). Ja, das geht in der Tat noch besser.


    Was mich ärgert ist nur noch 1) dass ich ihnen ein so verbesserungswürdiges MS zugeschickt habe, 2) dass sie von den zweien offenbar das schlechtere für ein Gutachten rausgeschickt haben (das andere ist soooo viel besser, echt wahr) und 3) dass ich eigentlich die Geschichte in den Grundzügen so liebe und ich so wahnsinnig gern meinen Namen darunter setzen möchte.


    Das eine war Unerfahrenheit, das zweite Pech, das dritte Eitelkeit.


    Aber ich stehe noch ganz am Anfang. Ich weiß, da geht noch was. Nächste Woche wird das bessere der beiden weiter rausgeschickt, nochmals gründlich überarbeitet und abgeklopft (wobei ich das Feedback für MS1 fest im Hinterkopf habe).


    (Da ich ein Schreibaby hatte, kann ich dir versichern, dass Kissen Wunder wirken und man sich von Messern auf jeden Fall fern halten sollte. Auch Mülleimer aus Metall sollten nicht in der Nähe sein, denn sonst enden sie mit Beulen. Türen können schmerzhaft sein.)

  • Vielleicht hat die Agentur ausgerechnet mit dem schwächeren Manuskript angefangen und das andere dann nicht mehr genauer geprüft. Das würde erklären, warum sie nur ein Feedback gegeben haben.

    Zu dem Schluss bin ich jetzt auch gekommen. Wirtschaftlich macht es Sinn für eine Agentur, erstmal nur EIN Gutachten erstellen zu lassen. Da dies durchfiel, endete hier wohl meine Reise. Hätten sie das andere MS genommen, hätte ich es vielleicht geschafft, wobei MS1 wohl kommerziell vielversprechender erschien (Liebesgeschichte statt Politik).


    Interessanterweise bevorzugten meine Testleser überwiegend die Liebesgeschichte vor der politischen Geschichte, vielleicht weil sie generell mit historischen Romanen nicht viel anfangen können. Meine Top-Testleserin hingegen, die seit 50 Jahres alles in dem Genre verschlingt und historisch topfit ist, hat beide MS freudestrahlend durchgewinkt ("außerordentlich gut" nannte sie es, und "du brauchst dich vor BESTSELLER-AUTORIN nicht zu verstecken", usw.). Der Gutachter auf der anderen Seite hat mir fehlendes historisches Detail angekreidet.

  • Guten Morgen Silke,

    um es kurz zu halten: Ich kenne das Gefühl.

    3 dicke Manuskripte liegen in meiner Schublade, alle drei wurden schon etlichen Verlagen und Agenturen angeboten, von keinem/keiner kam bis jetzt auch nur der Hauch einer Antwort.


    Einfach weiter machen, vielleicht ist die Zeit noch nicht reif für dein Werk. Letztendlich schreiben die meisten von uns, aus Überzeugung. Leider muss man immer wieder Tiefschläge verkraften, but thats Life, Darling.

    Ebenfalls einen Guten Morgen!


    In dem Fall würde ich mir schon mehr Meinungen einholen, von Testlesern, anderen Autoren, Schreibgruppen usw. Du tappst ja sonst völlig im Dunkeln! Ich finde es schade, wenn man nur für die Schublade schreibt. Man will doch unterhalten und verzaubern, oder nicht? Eine Schublade ist da ziemlich schwer zu beeindrucken.


    Ich wünsche dir viel Erfolg!

  • Hallo Silke,

    ich glaube, es ist kein Wunder, dass in diesem Thread so viel geantwortet wird wie selten. Absagen tun immer weh und wenn es ums Schreiben geht wohl noch einmal doppelt. Ich habe eine regelrechte Sinnkrise hinter mir, nachdem mir vor etwa fünf Jahren langsam klar wurde, dass meine Karriere als Autor wohl nur in meinen Träumen existiert. Eigentlich hätte es mir klar sein können. Vielleicht ist es auch das, was am meisten schmerzt - fiktionale Texte schreiben war für mich immer eine extrem persönliche Angelegenheit, da steckte viel Herzblut drin und wohl auch sehr viel Einblicke über mich und wie ich so bin.

    Deswegen wird da auch nicht einfach nur irgendein Produkt abgelehnt, sondern immer auch irgendwo ich selbst. Und ich weiß auch dass immer gepredigt wird, man solle Werk und Autor trennen und genug Abstand zum Text haben und so weiter. Trotzdem haben mir Absagen im "normalen" beruflichen Bereich nie auch nur halb so weh getan.


    Na ja, ich schätze, wenn man dran bleibt und weiter den Anschluss an den Markt sucht, dann wird man irgendwann auch abgebrüht genug. Denn Absagen sind ja - wie hier viele schon angemerkt haben - eher die Regel als die Ausnahme.


    Viel Glück jedenfalls weiter mit dem Projekt. Ohne es inhaltlich zu kennen, aber die Rahmenbedingungen klingen vielversprechend. Und du bist ein ganzes Stück weiter, als ich jemals war.

    “Life presents us with enough fucked up opportunities to be evaluated, graded, and all the rest. Don’t do that in your hobby. Don’t attach your self worth to that shit.” Michael Seguin

    Einmal editiert, zuletzt von Nils ()