Ein Leben nach der Absage

  • Ich bin hier eigentlich eher eine stille Mitleserin, aber jetzt muss ich doch mal eben meinen Schmerz in die Welt hinausschreien. Nach fünf Wochen Wartezeit kam heute die Absage der Agentur nach Prüfung meiner beiden komplett eingereichten Manuskripte.


    Warum erzähle ich das? Natürlich ist es schmerzhaft, das kann bestimmt jeder nachvollziehen. Und ich bin gewiss nicht die Einzige hier, die das durchgemacht hat. Dabei habe ich mich bereits innerlich gewappnet, dass es ganz so einfach nicht werden wird. Aber weh tut's halt trotzdem.


    Jetzt stehe ich erstmal da und frage mich: Was nun? Die nächste Agentur (oder besser, mehrere) anschreiben und weiter hoffen. Doch natürlich gefällt mir meine Schreibe selbst grad gar nicht mehr so gut, dabei habe ich noch nicht einmal ein vernünftiges detailliertes Feedback bekommen. Die Leserprobe war überzeugend, der Rest ... weniger. Nicht hilfreich, Leute!


    Mich würde mal interessieren, wie es anderen Autoren in dieser Situation erging, was als Nächstes geschah und wie ihr heute da steht. (und vielleicht brauche ich auch einfach ein tröstendes "rubbing on the back") :streichel1

  • … habe ich noch nicht einmal ein vernünftiges detailliertes Feedback bekommen. Die Leserprobe war überzeugend, der Rest ... weniger. Nicht hilfreich, Leute!

    Doch, das ist hilfreich. Wenn die Leseprobe überzeugt hat, heißt das schon mal, dass "die Schreibe" so schlecht nicht sein kann. Der Rest - das ist dann wohl das Exposé – hat nicht überzeugt. Das kann man nun hinterfragen. Was stimmt am Exposé nicht? Ist die Handlung nicht schlüssig? Der Plot zu banal? usw. Dann sollte da noch etwas Arbeit hineinvestiert werden (in Folge dann auch in das Manuskript). Oder möchte man es genau so haben, wie es aufgeschrieben wurde? Dann ist jetzt die nächste Agenturkonsultation dran. Aber nicht nur eine/n anschreiben, sonst dauert es ewig, bis man alle durch hat, und erfahrungsgemäß antwortet ja immer der letzte positiv ;)

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Doch, das ist hilfreich. Wenn die Leseprobe überzeugt hat, heißt das schon mal, dass "die Schreibe" so schlecht nicht sein kann. Der Rest - das ist dann wohl das Exposé – hat nicht überzeugt. Das kann man nun hinterfragen. Was stimmt am Exposé nicht? Ist die Handlung nicht schlüssig? Der Plot zu banal? usw. Dann sollte da noch etwas Arbeit hineinvestiert werden (in Folge dann auch in das Manuskript). Oder möchte man es genau so haben, wie es aufgeschrieben wurde? Dann ist jetzt die nächste Agenturkonsultation dran. Aber nicht nur eine/n anschreiben, sonst dauert es ewig, bis man alle durch hat, und erfahrungsgemäß antwortet ja immer der letzte positiv ;)

    Danke, Horst-Dieter, dass du mir beim Jammern zuhörst. :)

    Sie hatten die zwei Exposés und Leseproben durch gewunken (also zwei Bücher), nur die eigentlichen Manuskripte haben ihnen nicht gefallen (BEIDE, seufz).


    Der Plot orientiert sich als historischer Roman an wahren Begebenheiten, die ich natürlich noch ein wenig ausgeschmückt habe, aber jetzt frage ich mich, ob ich den Spannungsbogen nicht hübsch genug hingekriegt habe.


    Und ja, ich muss nun mehrere anschreiben. Da hast du völlig Recht. Ich hatte mir nur die Wunschagentur als Erste herausgesucht und in meinem jugendlichen Leichtsinn gehofft, dass ich gleich einen Volltreffer lande. Jetzt finde ich die natürlich alle furchtbar arrogant und überheblich ;)

  • Jeder Autor kennt Absagen. Jeder. Die, die noch nie eine Absage bekommen haben, sind in einer so kleinen Minderheit, dass sie nach Schlumpfhausen passen würden. Aber trotzdem sind Absagen bitter, genauer gesagt: totale Scheiße. Weil man nicht damit rechnet, weil man davon ausgeht, dass sie einen haben wollen, weil man an sich glaubt, weil das Zeug gut ist, das man macht. Leider bekommt man Absagen, obwohl dieser Punkt zutrifft. Das ist einfach so, und das sind die Momente, die einen zweifeln lassen. Dem kann man für ein paar Minuten nachgeben, dann sollte man das Krönchen richten und sich wieder um ein Lächeln bemühen. Das Angebot ist größer als die Nachfrage, die Intensität, mit der man Leseproben und Manuskripte sichtet, könnte höher sein, fällt aber aufgrund der fehlenden Zeit und der enormen Angebotsmenge so niedrig aus. Am schlimmsten aber ist, dass es keinen Spielraum gibt. Die, die schon sehr gut sind, die aber noch ein bisschen an sich und/oder ihren Texten arbeiten müssten, werden abgelehnt, weil es andere gibt, die schon fertiger sind, in der positiven Konnotation dieses Wortes.


    Ja, weitermachen. Mehrere Agenturen anschreiben. Aber zuerst würde ich versuchen, noch einmal kurz (möglichst telefonisch) nachzufragen, ob jemand so freundlich wäre, mitzuteilen, was genau der Neckbreaker war. Auf die Nette, verbunden mit dem Hinweis, dass man sie vorerst nicht weiter behelligen, sondern eben an sich arbeiten wollen würde. Und das ginge eben nur, wenn man wüsste, was der Killer war. Wenn eine Antwort kommt, nimmt man die auf und lässt sie sacken, diskutiert das mit Kollegen, die das Manuskript kennen, und dann überlegt man, ob man daran was macht, bevor es weitergeht, oder eben nicht.


    Wird schon. :knuddel1

  • Danke, Tom. Ich hatte insgeheim gehofft, dass du dich auch dazu meldest, denn ich verfolge deine Beiträge schon eine ganze Weile und weiß deine Einschätzungen sehr zu schätzen.

    Natürlich hast du Recht. Absagen gehören zum Geschäft dazu. Und sie sind oftmals nicht persönlich gemeint.

    Ich habe in der Tat eine kurze E-Mail hinterher geschickt mit Bitte um weiteres Feedback, damit ich mich bei diesen und zukünftigen Projekten verbessern kann (ich bin nicht so der Telefon-Typ). Ich hoffe, es nervt sie nicht so sehr, aber für mich gehört das irgendwie auch zu einer professionellen Herangehensweise dazu. Bin mir der Problematik bewusst, dass sie vollgemüllt und zugenervt werden, aber momentan stehe ich vor einem großen schwarzen Loch und weiß nicht, was schiefgelaufen ist.

    Danke jedenfalls für deine aufmunternden Worte!

  • Hallo, Silke.


    Keine Ursache! :)


    Ich hatte insgeheim gehofft, dass du dich auch dazu meldest, denn ich verfolge deine Beiträge schon eine ganze Weile und weiß deine Einschätzungen sehr zu schätzen.

    Das freut mich wirklich!


    Gegen das Gefühl, diese Leute zu nerven, muss man ankämpfen - es geht mit diesem Bittstellergefühl einher, das man als (unveröffentlichter) Autor hat, wenn man mit Agenturen und Verlagen redet (aber auch viele veröffentlichte Autoren sind das nie ganz losgeworden <hüstel>). Wir sind keine Bittsteller. Wir bieten etwas an.

    Falls Du es schaffst, den Nichtso-Telefontypen in Dir zu überwinden, dann ruf an. Mails sind kompliziert und zeitraubend, schwierig zu formulieren, man kann darauf festgenagelt werden, und viele Agenturmitarbeiter und Lektoren sind bei solchen Gelegenheiten in großer Sorge, sich plötzlich in niemals endenden Diskussionen zu finden. Ein Exlektor von mir hat mir mal so einen Dialog gezeigt. Auf jeden seiner Hinweise, was er an einem Manuskript für problematisch hielt, hat er eine lange Erläuterung des Autors erhalten, aus der hervorging, warum er unrecht hatte, und dazu (trotzdem) eine überarbeitete Fassung des Manuskripts, in der die fragliche Komponente vermeintlich verbessert war. ;)

  • Auf jeden seiner Hinweise, was er an einem Manuskript für problematisch hielt, hat er eine lange Erläuterung des Autors erhalten, aus der hervorging, warum er unrecht hatte, und dazu (trotzdem) eine überarbeitete Fassung des Manuskripts, in der die fragliche Komponente vermeintlich verbessert war. ;)

    *würgs* Ja, genau diesen Eindruck hoffe ich zu vermeiden. Mal schauen, vielleicht meldet sie sich auf dem Kanal ihrer Wahl. Telefonnummer hat sie ja auch.

  • es geht mit diesem Bittstellergefühl einher,

    Tut es das? Ich spare mir in der Regel Nachfragen, da ja ohnehin keine für mich verwertbare Rückmeldung kommt. Wenn sich der Lektor und wer auch immer das Manuskript auf dem Tisch hatte, überhaupt daran erinnert.

    Absagen nehme ich sportlich: "Dann habt ihr es eben nicht verdient." Aber ewig hinterherzukarren und zu trauern bringt mich nicht vorwärts. Ich gehe nach dem Motto vor: Andere Mütter haben auch schöne Töchter und versuche es bei den nächsten Verlagen bzw. Agenturen.

    Natürlich sollte man von seinem Produkt überzeugt sein und sich durch eine Absage nicht in Selbstzweifel stürzen lassen. Das wäre meines Erachtens der falsche Weg.

  • Hallo, Ben.


    Ich gehe nach dem Motto vor: Andere Mütter haben auch schöne Töchter und versuche es bei den nächsten Verlagen bzw. Agenturen.

    Das wäre auch der normale Weg, wenn man Formablehnungen oder etwas ähnlich Schlichtes bekommt. Aber hier wurde nach Exposé und Leseprobe ein Manuskript angefordert, das aber dann doch nicht den Vorstellungen entsprach. Es mag interessant sein, zu erfahren, warum das nach Ansicht der Agentur so war - vorausgesetzt, ja, jemand erinnert sich. Aber die Anzahl der Manuskripte, mit denen man sich tatsächlich intensiver beschäftigt, ist dann doch vergleichsweise überschaubar, so dass es eine Chance gibt.

  • Natürlich sollte man von seinem Produkt überzeugt sein und sich durch eine Absage nicht in Selbstzweifel stürzen lassen. Das wäre meines Erachtens der falsche Weg.

    Da hast du natürlich total Recht. Ich weiß, dass ich was kann. Ich weiß allerdings auch, dass das Erstwerke sind. Ich entwickle mich immer weiter und werde besser. Wäre auch seltsam, wenn nicht. Letzte Woche erst habe ich festgestellt, wie viel besser ich mittlerweile eine Geschichte zusammenzurren kann. Buch Nummer 3 wird also der Knaller. Ha! Aber bis dahin hätte ich gern die ersten beiden im Verlagsprogramm gesehen.

  • Es mag interessant sein, zu erfahren, warum das nach Ansicht der Agentur so war - vorausgesetzt, ja, jemand erinnert sich.

    "dass wir keinen der kommerziellen Verlage, mit denen wir hauptsächlich zusammenarbeiten, zu einer Veröffentlichung der Projekte motivieren könnten." Das könnte bedeuten, ihnen fehlen die Kontakte in der Branche für eine schnelle und sichere Vermittlung des Stoffsoder inhaltlich war es nicht ansprechend genug. Aber nichts Genaues weiß man nicht?

  • dass wir keinen der kommerziellen Verlage, mit denen wir hauptsächlich zusammenarbeiten, zu einer Veröffentlichung der Projekte motivieren könnten

    Das kann alles und nichts heißen, und es kann natürlich auch in die Kategorie "Ausrede, damit wir nicht weiter diskutieren müssen" fallen. Es ist natürlich auch möglich, dass Deine Projekte im Moment tatsächlich keinen Abnehmer fänden, weil sie thematisch nicht passen, weil sie an den Trends vorbeigehen, aber es ist genauso möglich, dass sie aus irgendwelchen Gründen der Meinung sind, Deine Schreibe würde keinen Langtext tragen. Ab dieser Stelle würde ich mich dem Kollegen Ben Vart anschließen und mich nach einer anderen hübschen Tochter oder einem anderen attraktiven Sohn umschauen. 8)

  • liebe Silke, Ich habe keine meiner Absagen jemals weggeworfen sondern alle in einem Ordner abgeheftet. Der ist auch schon ganz schön dick. Wenn ich an mir zweifle, dann blätter ich in diesem Ordner und lege meine bislang veröffentlichten Bücher daneben. Nee...mache ich natürlich nicht, aber stelle ich mir vor.
    😎Wenn ich dann solche unangenehmen Anrufe machen muss, weil ich neugierig bin oder penetrant oder mich festgebissen habe an einer Idee, dann stelle ich mir vor ich bin gar nicht ich selbst sondern irgend jemand, der von mir überzeugt ist und mich vertritt. Ist natürlich recht schizophren aber pragmatisch.

  • Als Absacker: Ein musikalischer Mutmacher, den ich mir auch immer gerne anhöre, wenn ich auf die Fresse gefallen bin. Ein alter Song aus alten Ostzeiten von dem längst verstorbenen Liedermacher Gerhard Gundermann (lief ein guter Film im Kino von ihm)...von jedem Tag will ich was haben....  
    vielleicht nicht jedermanns und ich jederFrau Geschmack, aber er hat wirklich schöne Momente😜 viel Spaß bei Hören und Aufrappeln.

  • Ich habe keine meiner Absagen jemals weggeworfen sondern alle in einem Ordner abgeheftet.

    Ui.


    Ich habe bislang nur zwei Absagen eingesammelt, jedenfalls, was belletristische Langtexte anbetrifft. Die eine war für eine frühere Fassung meines später zweiten publizierten Romans "Idiotentest", die zu diesem Zeitpunkt (fünf Jahre vor meiner ersten Romanveröffentlichung) noch "Am Leben bleiben" hieß und mit der ich bei KiWi bereits eine Lektorin ziemlich von mir überzeugt hatte. Diese Lektorin ist dann aber leider während unserer Gespräche in den Sachbuchbereich gewechselt, und ihr Nachfolger mochte das (tatsächlich noch ziemlich rohe) Manuskript nicht. Das war 1998. Ich habe es dann ein paar Jahre später umgearbeitet und zu großen Teilen neugeschrieben, das war 2005. Der Titel ist immer noch auf der Backlist bei Aufbau.


    Noch viel, viel früher habe ich, wenn ich mich richtig erinnere (ich habe nichts aufgehoben, ich bin kein Sammlertyp), eine Ablehnung von Heyne - die damals noch kein Imprint waren - für den SF-Roman bekommen, den ich mit dreizehn oder so geschrieben hatte, aber angeboten habe ich ihn erst viel später, weil mein großer Bruder mich bedrängt hat, das endlich zu tun. Wie auch immer, Heyne lehnte ab, legte der Formablehnung aber einen Flyer bei, an den ich mich noch gut erinnere, und an diesem Flyer hing eine Heyne-Visitenkarte mit dem (sinngemäß zitierten) Vermerk "Vielleicht ist das ja was für Sie. Grüße, <unleserlicherName>". Es war ein Flyer für den Fouqué-Verlag, den es immer noch gibt und der zur berühmt-berüchtigten Frankfurter Verlagsgruppe gehört, also zu den DKZV, Pseudoverlagen und Rico-Beutlich-Fans, wie auch immer man sie nennen will. Da ich inzwischen zu der Überzeugung gelangt war, dass das Manuskript, das ich eingereicht hatte, besser nicht veröffentlicht werden sollte, weil es zwar irgendwie rührend, aber unterm Strich gequirlte Kacke war, habe ich keinen Kontakt zu diesen Leuten aufgenommen, aber der Flyer war auch so hässlich, dass ich sowieso nicht auf diese Idee gekommen wäre. Greifbare Informationen zu DKZV gab es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Möglicherweise wussten die Heyne-Leute auch nicht genau, was sie da taten.

  • Wir könnten ja in diesem Thread hübsche Ablehnungsgeschichten sammeln, um (u.a.) Silke etwas aufzumuntern. ;)

    Ich bitte darum! (Das erinnert mich an die Absage, die die Toten Hosen zu Beginn ihrer Karriere erhalten haben, und die, glaube ich, im Booklet zu "Reich und Sexy" (?) beilag).


    Mittlerweile ist der Schmerz ein wenig abgeklungen (auch durch euch hier, danke nochmal), aber ich bin immer noch wie gelähmt und kann weder die alten Text kritisch überprüfen noch an meinem neuen Titel arbeiten. Vielleicht werde ich also diese Woche nur zu einer fleißigen Hausfrau.


    Es ist ja eigentlich lächerlich. Was ist schon eine Absage? Und sie sind ja nicht Gott. Andere sehen es vielleicht ganz anders! Trotzdem hadere ich jetzt mit allen meinen Charakteren und dem Spannungsbogen und den Themen und frage mich, ob ich vielleicht doch noch mehr Arbeit reinstecken muss. Macht ein Lektorats-Gutachten wohl Sinn oder soll ich einfach weiter rausschicken?

  • An solch eine Ablehnung von Heyne mit dem Verweis auf den Fouqe-Verlag erinnere ich mich auch noch, das war irgendwann in den späten 1990ern. Da wusste ich aber schon, was das für ein Klüngel war. Ich betreute nämlich einen Autoren bei der Suche nach einem Verlag. Zu mir kam er durch Empfehlung eines Freundes und da hatte er bereits an jene Verlagsgruppe 2000 DM für völlig unbrauchbare Gutachten gezahlt.


    Auf einer Leipziger Buchmesse hat Markus von Hänsel-Hohenhausen (der hinter der Frankfurter Verlagsgruppe steht) ein Pamphlet mit dem Titel "Hitler und die Aufklärung" kostenlos verteilt. Wer da hineinliest, erkennt schnell, welch geistes Kind dieser angebliche Verleger ist. Kurz gefasst: Schuld an der ganzen Misere des Nationalsozialismus ist die Aufklärung, die unsere Gesellschaft "entspiritualisiert" hat. Das Machwerk ist immer noch erhältlich.


    ASIN/ISBN: 3837216721


    In jener Zeit geriet ich auch an den Frieling-Verlag, den ich nicht sofort als DKZV erkannte. Vom Inhaber - Ruprecht Frieling - bekam ich damals eine "Ablehnung" mit Begründung. Ich muss mal schauen, ob ich die noch habe. Dann poste ich sie hier.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Nachdem ich mich entschlossen hatte, es mit einem Jugendbuch zu versuchen, flatterte bald die Ablehnung mit der Begründung ins Haus, dass es an einem Helden fehle (man nannte es "Identifikationsfigur", aber das war wohl gemeint). Ausserdem war auch der Rest des jugendlichen Ensembles überwiegend passiv *. Ich gelobe also hiermit feierlich, nie wieder etwas zu schreiben, das in Richtung Heldengeschichte geht. Meine etwas erfolgreicheren Texte bestanden nämlich nur aus den letzten Verlierern, wie mir gerade aufgefallen ist.


    Insgeheim glaube ich eher, dass meine konsequente, radikale Mischung aus Fantasie und Realität insgesamt zu kontrovers erschien. Es gab keine eindeutige Fantasywelt, aber das normale Leben spielte auch keine grosse Rolle. Manche Testleser, die auch in Jugendbuchgefilden unterwegs waren, fanden genau das innovativ. Aber ich glaube nicht, dass diese Mischung irgendwelche Erfolgsaussichten hatte. :|


    * Angesichts der gemeingefährlichen, grenzenlos verrückten AntagonistIN (keine Ahnung, warum es so viele männliche Gegenspieler gibt) hielt ich es für psychologisch glaubwürdiger, wenn sich alle zunächst hilflos verhalten und beinahe den Verstand verlieren. Die einzige Person mit Heldenpotenzial wurde mit schlafwandlerischer Sicherheit als erstes um die Ecke gebracht. Dass das alles nicht Sinn und Zweck der Übung ist, hätte ich mir eigentlich denken können.