Unter Pseudonym veröffentlichen?

  • Ich wollte jetzt nicht auf das andere Pseudonym-Thema aufspringen, zumal es mir nicht darum geht, meinen Realnamen zwingend geheimzuhalten. Die Agentur kennt meinen echten Namen sowieso und den dürfen sie auch gerne in der Kommunikation mit den Verlagen nutzen. Ich bin nicht auf der Flucht, nicht im Zeugenschutz und in der Öffentlichkeit auch nicht bekannt. ;) Dennoch habe ich zwei Gründe, aus denen ich überlege (falls ein Verlag gefunden wird), unter einem Pseudonym zu veröffentlichen:


    1. Trennung von meinem "normalen" Job und der Tätigkeit als Autorin. Denn mein Nachname ist sehr selten (manchmal bin ich ein bisschen neidisch auf eine Kollegin, die Müller heißt ;)). Kennt man Vor- und Nachname bin ich sofort auffindbar über meinen "normalen" Job. Würde ich meinen Namen für meinen Roman verwenden und Leser danach googeln, wissen sie direkt Bescheid, wo ich arbeite und welchen Lebenslauf ich beruflich habe. Das finde ich dann doch nicht so gut ... (auch wenn man als Autor ja den Vorteil hat, dass man eigentlich ziemlich unerkannt durchs Leben gehen kann, wenn man nicht gerade J. K. Rowling heißt).


    2. Ich finde meinen Nachnamen auch nicht so geeignet. Es gibt ja Nachnamen, die lesen sich besonders schön/klingen einfach gut. Finde ich bei meinem jetzt irgendwie nicht ... Dafür ist er halt selten. ;) Die Frage ist aber: Woran erkennt man einen "geeigneten" Nachnamen und wer beurteilt das?


    Wie habt ihr euch entschieden?


    Die Agentur schrieb mir, dass ich mir gerne ein Pseudonym überlegen kann. Sie würden das Pseudonym dann als Vorschlag mit aufnehmen, wenn sie auf die Verlage zugehen.

  • Ah, da hat jemand mein Lieblingsthema aufgegriffen 😉


    Spaß bei Seite, deine Gründe sind verständlich und bewegen wohl jeden Autor der "Undercover" unterwegs ist. Ich möchte behaupten, dass diese beiden, von dir genannten Beweggründe für viele von uns der Grund sind, weshalb wir nicht oder nur über Umwege unter dem echten Namen auftreten.


    Du hast ja noch die Wahl ob du ein geschlossenes Pseudonym wählst, also nur ein kleiner Kreis dein reales ich kennt oder ob du es etwas offener magst und darum ein offenes Pseudonym wählst. Es gibt im Bereich der Musiker einige prominente Beispiele für ein offenes Pseudonym, wie z.B. Falco, Freddie Mercury usw.


    Dieses Thema mit den Pseudonymen wird von vielen Diskutiert, nicht jeder der mit so etwas Erfahrungen gesammelt hat, war am Ende glücklich darüber.


    Ich könnte dir jetzt eine lange Liste mit Pro und Kontra unterbreiten, aber das überlasse ich den Profis hier.


    Es bleibt deine Entscheidung, ich für meinen Teil habe noch nichts bereut, bin aber auch noch nicht so lange dabei, aber mit einem Link als Hilfestellung kann ich dir dennoch dienen.

  • Denn mein Nachname ist sehr selten (manchmal bin ich ein bisschen neidisch auf eine Kollegin, die Müller heißt ;))

    Siehste, bei mir es genau umgekehrt. Mein Realname ist eher Sammelbegriff oder Gattungsbegriff, aber kein wirklich vernünftiger Name. Daher habe ich das Pseudonym eines meiner Lieblingsautoren genommen, ihn von hinten Buchstabiert, und schon kam mein Pseudonym heraus.

    Wobei ich kein Geheimnis aus meinen bürgerlichen Namen mache.

  • Es bleibt deine Entscheidung, ich für meinen Teil habe noch nichts bereut, bin aber auch noch nicht so lange dabei, aber mit einem Link als Hilfestellung kann ich dir dennoch dienen.

    Danke für den Link. :)

    Ich schätze, dass man heutzutage nur noch schwer geheimhalten kann, wer sich hinter einem Pseudonym versteckt. Und zudem schränkt das auch die Marketingmöglichkeiten erheblich ein.

    Es wäre dann also ein offenes Pseudonym.

    Ich habe eben meine Testleser gefragt, wie sie meinen Nachnamen einschätzen und um ehrliche Rückmeldung gebeten. Sie finden den gut. Interessant, wie unterschiedlich man das so wahrnimmt ... Ich tendiere trotzdem zum Pseudonym.


    @Ben: Vielleicht liegt es am Wetter oder daran, dass ich furchtbar hungrig bin, weil die Pizzalieferung so lange dauert. Aber ich habe keine Idee, welchen Autor du meinst. ;)

  • Sie würden das Pseudonym dann als Vorschlag mit aufnehmen, wenn sie auf die Verlage zugehen.

    Genau das wäre für mich der Grund, nie unter meinem Realnamen an Verlage oder Agenten heranzutreten. Denn dann brauche ich nicht um Erlaubnis zu fragen, ob ihnen dieser oder jener Künstlername vielleicht genehm sei.


    Es ist heute durchaus möglich, seine Identität geheim tzu halten, aber man muß eben aufpassen und konsequent sein. Und vor allem, nicht unnötig andere Leute einweihen. Denn im Zweifel kann man sich nur auf sich selbst und nicht auf die Verschwiegenheit anderer verlassen.

  • Genau das wäre für mich der Grund, nie unter meinem Realnamen an Verlage oder Agenten heranzutreten. Denn dann brauche ich nicht um Erlaubnis zu fragen, ob ihnen dieser oder jener Künstlername vielleicht genehm sei.


    Ich habe nicht den einen Künstlernamen, der mir total am Herzen liegt. Ansonsten hätte ich das schon beim ersten Anschreiben an die Agentur angemerkt, dass ich unter diesem Pseudonym veröffentlichen will. Ich schätze, in so einem Fall ist es dann auch wichtig, dass man das von Anfang an kommuniziert.


    So würde ich mir jetzt einfach ein Pseudonym aussuchen, das mir persönlich gefällt und zum Genre passend erscheint. Und wenn es gute Gründe dafür gibt, unter meinem echten Namen zu veröffentlichen, wenn das mit einem Verlag klappt, dann wäre das auch okay.

  • Es gibt immer einen guten Grund für ein Pseudonym wie es auch gute Gründe gibt, keines zu verwenden.


    Es gibt aber auch Autoren, die mehrere Pseudonyme verwenden. Je nach Genre. So gibt es Autorinnen, die schreiben Erotik unter dem einen Pseudonym, Krimis unter einem anderen und Romantik unter dem eigenen Namen.

  • Genau das wäre für mich der Grund, nie unter meinem Realnamen an Verlage oder Agenten heranzutreten. Denn dann brauche ich nicht um Erlaubnis zu fragen, ob ihnen dieser oder jener Künstlername vielleicht genehm sei.


    Es ist heute durchaus möglich, seine Identität geheim tzu halten, aber man muß eben aufpassen und konsequent sein. Und vor allem, nicht unnötig andere Leute einweihen. Denn im Zweifel kann man sich nur auf sich selbst und nicht auf die Verschwiegenheit anderer verlassen.

    Aber es steckt viel Aufwand und Disziplin hinter einem guten Pseudonym(Nein ich zähle mich nicht dazu) Außerdem ist man in vielen Themen auf sich selbst gestellt, es sei denn man ist in solch einem Forum hier und erhält guten und nützlichen Support.


    Nur eine Person auf diesem Planeten kennt die Person hinter dem "GreenHorn" ich weiß nicht wie du es damit hältst aber mir geht es damit ganz gut. Auch mit noch so intensiver Suche entdeckt niemand die Person hinter der Sache, keine Beiträge, nichts. Gibt man hingegen meinen vollen Namen ein, erscheinen schon ein paar mehr Beiträge, vor allem im Geschäftlichen Bereich.

  • Katze: Du darfst unter einem Pseudonym oder Künstlernamen, das/der nicht eingetragen ist, keine Rechtsgeschäfte tätigen, und dazu gehören z.B. Verlagsverträge (die dann ggf. nichtig wären). Wie Du das hinkriegen willst, wenn Du unter dem Pseudonym noch nicht veröffentlicht hast, was Voraussetzung für die Eintragung ist, musst Du mal erklären. Danke vorab! 😎

  • Ich schreibe quasi 'aus Versehen' unter Pseudonym. Das erste, sehr grottige Buch, kam während meiner ersten Ehe raus. Ergo stand da mein damaliger Nachname drauf und dabei ist es geblieben. Zwei Ehen später ist es mir aber völlig wurscht, wenn jemand meine Identität kennt. Zumal ich auch mit dem jetzigen Namen öffentlich unterwegs.

  • Ich bin mit meinem Realnamen als Journalist unterwegs und mit dem Pseudonym als Autor. Ich möchte da zwei getrennten Schienen haben.

    Sind Schienen nicht immer getrennt? :brille

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Mit Büchern können Sie meistens nicht viel verdienen. Aber ich komme in Kontakt mit anderen Menschen, und Buchveranstaltungen sind sehr viel besser als Rockfestivals.


    Billy Bragg (* 1957)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 281 – 4. Dezember 2020, S. 26

  • Nur eine Person auf diesem Planeten kennt die Person hinter dem "GreenHorn" ich weiß nicht wie du es damit hältst aber mir geht es damit ganz gut. Auch mit noch so intensiver Suche entdeckt niemand die Person hinter der Sache, keine Beiträge, nichts. Gibt man hingegen meinen vollen Namen ein, erscheinen schon ein paar mehr Beiträge, vor allem im Geschäftlichen Bereich.

    Es reicht auch oft eine E-Mail-Adresse, die andere von dir kennen. ;) Wer es darauf anlegt, kann – mit etwas Know-how – schon einiges herausfinden. Aber ich glaube zu so einer Recherche sind die meisten Leser gar nicht motiviert. Die wollen einfach wissen, wer grob hinter dem Buch steckt. Ich drücke dir daher die Daumen, dass es mit der Geheimhaltung weiterhin klappt. Das heißt aber dann andererseits, dass es im Marketing Einschränkungen gibt (z. B. auch kein Foto von dir als Autor auf Webseiten etc.).


    Katze Sogar Selfpublisher müssen in ihren Büchern ein Impressum angeben. Da kann man zwar tricksen, wenn man dort nicht seinen echten Namen hinschreiben will, aber das will dann auch alles gut organisiert sein.

  • Auf mich wirken cosmopolitische Pseudonyme irgendwie beeindruckend, irgendwie ist ja jeder Name auch Pseudonym, er heißt ebend irgendwas, z.B.: Pennsylvania, Georgia, Virginia. Meiner Meinung nach sind Pseudonyme eben viel- und mehrdeutig, wenn sie offen sein sollen... je oller desto doller (passt als Sprichwort übrigens, wenn man -doll- z.B. im Deutsch als Wort für Puppe versteht)


    Mississippi z.B. könnte später zu einem Hippypseudonym für Missis Hippy geworden sein...., erschließt sich dann wohlmöglich nur Insidern etc..... Selbes für Mary Jane....


    Zwecks Wiedererkennungseffekt glaube ich schon, dass man für seinen Künstlername gute Geschichten parat haben sollte. Allerdings würd' ich die Moderne nicht so wie z.B. Elon Musk (Tesla-Chef) handhaben. Er hat seinen Sohn angeblich als X Æ A-12 benennen bzw. taufen lassen.... Soetwas wirkt auf mich dann doch etwas zu abgespaced, zu weit entfernt... Ich hätte darauf dann nur noch die Antwort, dass er seinem Sohn nach einem kryptischen Sammelbegriff benannte und wüsste nicht auch nur irgendeine Sinnhaftigkeit daran erkennen zu können....


    Kiana: Wenn du dich schon für einen Pseudonym entschieden hast, macht es freilich Anregungen zum Thema etwas überflüssig.... Ich verstehe freilich deine Sorgen, letztlich hat man mit seinem (bürgerlichen) Name ja eigentlich auch rein gar nix zu tun..., ist eine Erfindung der Elterngenerationen und vermutlich gibt es auch viele Leute die sich mit einem selbstgewähltem Name einfach von ihrer Familie emanzipieren wollen (der umgekehrte Effekt tritt schon aus geschäftlichen Reputationsgründen beim Adel zu: einmal Ritter, immer Ritter, oder :evil)