Wartezeit bei Agenturen

  • Wenn auf ein gekauftes Manuskript >500 abgelehnte kommen, ist man irgendwie dennoch eine Art Bittsteller - zumindest wird man so behandelt. Und daran ändert sich erst etwas, wenn man fünfstellige Verkaufszahlen generiert, oder man schon vorher prominent war.

  • Es ist wie in jedem Markt, es gibt Angebot und Nachfrage. Wenn das Angebot derartig viel (mehrstellig) größer ist, muss sich der bisher unbekannte Verkäufer bzw. die Verkäuferin schon was einfallen lassen, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein gutes Produkt allein hilft nichts, wenn das Exposé im Stapel verschwindet. Das gilt aber analog auch für die IT-Produkte, die ich früher verkauft habe.

  • In diesem Kontext hilft ein (sehr) gutes Produkt durchaus etwas mehr als nichts, liebe Ingrid, denn alleine dadurch unterscheidet sich der Anbieter schon deutlich von der Masse. Mehr als neunzig Prozent der Leute, die als Autoren bei Agenturen und Verlagen vorstellig werden, sind keine.

  • Das ist eine hübsche Idee, Monika.

    Aber da warst Du ja immerhin schon so weit, dass der Verleger überhaupt schon überlegte und das Manuskript also kannte. Wie kommt man denn da bloß erst einmal hin ?!?

    "Eine Geschichte darf unwahrscheinlich sein, aber sie darf nie banal sein. Sie sollte dramatisch und menschlich sein. Das Drama ist ein Leben, aus dem man die langweiligen Momente herausgeschnitten hat." Alfred Hitchcock

  • Ich habe auch nur dem "nichts" widersprochen, Ingrid. Tatsächlich meine ich, dass schon ein gutes, besser noch sehr gutes Produkt, das man professionell anbietet, mehr als einen Fuß in irgendeiner Tür ausmacht. Wenn man natürlich ein gutes Produkt beschissen anbietet, hilft es nichts, da gebe ich Dir recht. Aber auch der etwas verkrampfte Versuch, originell oder lustig oder unkonventionell zu sein, kann ein gutes Produkt ruinieren. Selbstbewusstes, professionelles Auftreten ist, denke ich, zusammen mit einem guten Produkt, eine gute Voraussetzung, um mindestens die Zielscheibe zu treffen, vielleicht sogar mit deutlicher Tendenz zu den inneren Ringen.

  • Ich denke, dass es viel mehr gute oder zumindest ausbaufähige Manuskripte gibt, als wir glauben. Als Lektorin sehe ich ab und an welche, und das ist beileibe nicht zu 90 % Mist.


    Klar, niemand sollte verkrampft lustig auftreten, sondern authentisch und selbstbewusst. Darunter versteht jeder/r etwas anderes, und darüber, was passt, sollte sich jede/r Gedanken machen. Das hat nichts mit Bittstellertum zu tun, sondern mit Verkaufsgeschick. Und das kommt selbst mir nach meinen vielen Vertriebsjahren ab und zu abhanden, wenn es um mich selbst geht. :)

  • Als Lektorin sehe ich ab und an welche, und das ist beileibe nicht zu 90 % Mist.

    Die Agentur- und Verlagsleute, mit denen ich in den vergangenen Jahren über dieses Thema gesprochen habe, haben noch höhere Zahlen genannt. 8) Und ich war zwar lange nicht mehr in einer Vorjury bei einem offenen Literaturwettbewerb, aber nach meiner Erinnerung war der Gruselanteil schon ziemlich hoch.


    oder zumindest ausbaufähige Manuskripte

    Ein "ausbaufähiges" Manuskript sollte man nicht anbieten, sondern zunächst ausbauen, möglichst mit professioneller Unterstützung. Denn darauf lässt sich niemand ein. Denn obwohl der Mistanteil hoch ist, übersteigt der Nichtmistanteil immer noch die Nachfrage.

  • Es ist eine vierstellige Zahl, Katze, keine dreistellige. Und man ist ja einer der wenigen, die ein gutes Manuskript anbieten. ;)

    Bei rund 100'000 Neuerscheinungen müßten dann jährlich über 100 Millionen Bücher geschrieben werden?!! Oder meinetwegen 10 Millionen, wenn wir davon ausgehen, daß jeder im Schnitt etwa zehn Verlage anschreibt. =O Mit anderen Worten: es gibt mittlerweile fast mehr Autoren als Leser. 8|

  • Danke an euch für's Daumen drücken. :)


    Eben wurde ich angerufen und habe eine Zusage bekommen. Mir wird nun der Vertrag zugeschickt. Es hat so lange gedauert, weil es zwar ein Krimi ist, der aber etwas anders ist als der übliche Kriminalroman, und daher genretechnisch etwas schwierig zuzuordnen. Sie sind aber so überzeugt, dass sie es dennoch gerne versuchen wollen, auch wenn sie vermuten, dass es etwas schwieriger werden könnte bei der Verlagsfindung.

    Da ich eher mit einer E-Mail gerechnet habe, war ich etwas überrumpelt. Hoffentlich habe ich nicht völligen Unsinn geredet am Telefon. :rolleyes


    Und gut, dass ich jetzt sowieso Mittagspause machen wollte, wäre jetzt schwierig mit der Konzentration auf die Arbeit. ;)

  • Glückwunsch und viel Erfolg

  • Glückwunsch :)

  • Hallo, Kiana.


    Glückwunsch! :)


    auch wenn sie vermuten, dass es etwas schwieriger werden könnte bei der Verlagsfindung.

    Ich gehe davon aus, dass Du eine bekannte und seriöse Agentur kontaktiert hast; unter den hell- bis mittelgrauen Schafen sind nämlich auch ein paar, die schnell Verträge machen, schon im Vorfeld von möglichen Schwierigkeiten sprechen und dann nach einer Weile, während derer angeblich versucht wurde, das Projekt zu vermitteln, einen "befreundeten" Verlag aus dem Hut zaubern, der das Buch, an das alle so glauben, für einen kleinen Zuschuss, der schnell wieder reinkommen wird, auf den Markt bringen würde. Ich will nicht unken, sondern nur dezent warnen. Alles wird gut!

  • Danke. :) Und auch danke für die Warnung. Soweit ich das mitbekommen habe, ist das schon eine der renommierten Agenturen, da würde mich ein solches Vorgehen wundern. Ich schau gleich mal, ob ich herausfinde, wie man eine private Nachricht verschicken kann. Ich meine aber irgendwer hatte hier im Forum auch schon Positives über die Agentur berichtet.

  • Mal ein Update: Es gab nun erste Rückmeldungen von Verlagen, leider in Form von Absagen. Allerdings kann ich mit denen bisher gut leben, denn mir wurde eine spannende Idee bescheinigt und ein toller Stil, aber leider ist das genreübergreifende Element ein Problem.

    Ein Verlag schrieb, dass sie immer den besonderen Pitch suchen, dieses Element aber eine zu große Herausforderung wäre und die Lektorin dafür dann doch nicht genug für die Idee brannte.


    Es sind noch Verlage offen, also mal abwarten, ob sich nicht doch noch ein Verlag an diese Herausforderung rantraut.

    Und hoffentlich schreibt jetzt keiner, dass das mit dem tollen Stil und der spannenden Idee nur übliche Floskeln sind. :/ Denn das macht mir bisher Mut, dass sich ein "normaler" Krimi besser vermitteln lassen würde, wenn es mit dem "besonderen" Krimi nicht klappt.