Technische Unterstützung beim Schreiben

  • Jeder der sich mit dem Schreiben beschäftigt, hat schon etwas von Papyrus, Lisa und ähnlichem gehört.

    Auch haben viele bestimmt einen Schwachpunkt, den sie mit Hilfsprogrammen kaschieren.

    Oder wer hat nicht schon einmal die Situation gehabt, verdammt wie schreibt man das Wort? – Gerade wenn es Wörter sind, die aus einer anderen in die deutsche Sprache übernommen wurden.

    Bei mir war es vor kurzem das Wort »Séparée«. Für jemanden wie mich, bei dem Französchkenntnisse nichts mit Literatur zu tun haben, eine Herausforderung.:evil

    Oder man kontrolliert seinen Text und stellt fest, da steht 3 oder 4 mal das gleiche Wort in kurzer Folge. Habe es mal in einem Rohentwurf geschafft innerhalb von 14 Wörtern 4 mal das gleiche Wort einzubauen^^ Nun gilt es schnell eine Auswahl passender Synonyme zu finden.

    Um mir da eine Hilfe zuzulegen, lud ich mir mal eine Demoversion von Papyrus herunter.

    Auch wenn die Motivation der Hersteller bestimmt edel war, mich nervte das Programm sehr schnell und ich musste immer mehr Funktionen abschalten, weil sie mich mehr behinderten als unterstützen. Für alle Funktionen ist der Preis sicher auch angemessen, doch bei mich wäre das so, als würde ich mir einen 911er zulegen, um damit einkaufen zu fahren.


    Nun suche ich eine kostengünstigere Alternative, die sich auf Rechtschreib- und Zeichensetzungsprüfung, sowie Synonymvorschläge beschränkt.


    Kann da jemand was empfehlen oder hat gar Erfahrung mit einem Programm?

  • Auch wenn die Motivation der Hersteller bestimmt edel war, mich nervte das Programm sehr schnell und ich musste immer mehr Funktionen abschalten, weil sie mich mehr behinderten als unterstützen.

    Welche Funktionen sollen das sein? Viele Funktionen wirken unterstützend, wenns z. B. beim Erkennen von Wortwiederholungen geht oder eine Stilanalyse. Beides kann ein und ausgeschaltet werden. Notizzettel, Denkbrett, Zeitstrahl usw. sind zudem auch sehr hilfreich und die möchte ich nicht mehr missen.

  • beim Erkennen von Wortwiederholungen geht oder eine Stilanalyse.

    Da fängt es schon an. Natürlich ist ein Rohentwurf nicht perfekt. Nur möchte ich dieses beim Kontrollieren selber verbessern und nicht nach kurzer Zeit Einheitsbrei nach Vorschrift einer KI produzieren. Denn dann würde mir das Schreiben keinen Spaß mehr machen; und wenn das alle machen, auch das Lesen nicht mehr.


    Dazu mal ein Beispiel aus meinem aktuellen Roman.

    Ich habe dort eine Geschichte aus beiden Perspektiven der Hauptakteure geschrieben. Da es Situationen gab, wo beide andere Motivationen und Empfindungen hatten, war ich zu Wiederholungen gezwungen. Papyrus war damit überfordert und wollte Änderungen bzw Streichungen, wodurch die Handlung kaum noch nachvollziehbar gewesen wäre.


    Leider sieht die Zukunft wohl so aus, das Verlage und Agenturen bald eine MS Sichtung nur noch mit LISA machen werden.

    Was der Buchmarkt dann noch bieten wird, ist wie eine Endlosschleife von Modern Talking

  • Es ist wohl eine Haltungsfrage. Papyrus fordert gar nichts, es macht nur aufmerksam. Man muss den "Vorschlägen" und "Hinweisen" ja nicht folgen. Außerdem kann die Stilanalyse angepasst werden, sogar sehr detailliert. Man kann das, worauf man nicht aufmerksam gemacht werden will, ausblenden lassen. Papyrus hilft dabei, Mängel nicht zu übersehen. Das nicht jeder marklierte Mangel ein echter Mangel oder Fehler ist, versteht sich von selbst. Die Entscheidung liegt beim Autor und nicht beim Programm.

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    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Ich habe auch mal ein bisschen mit Papyurs hantiert, ist aber eine Weile her. Das ist schon pfiffig, was man da an Hilfsmitteln zur Verfügung hat, aber nichts davon war nach meinem Gefühl wertvoll und/oder nachhaltig für meine ganz persönliche Arbeit. Wenn z.B. häufige Wortwiederholungen in meinen Texten vorkommen, dann hat das seine Gründe, und es würde mich eher irritieren, von der Schreibsoftware auf derlei aufmerksam gemacht zu werden. Ich schreibe meistens so zwei, drei Seiten und lese sie anschließend sofort gegen, aber ich bemerke auch schon beim Schreiben, ob ich stilistisch abdrifte oder mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Was ich sagen will: Ich brauche solche Hilfsmittel nicht, glaube ich. Ich komme mit Word und GoodNotes und ein paar anderen Helfern aus der Standardsoftwarewelt gut zurecht.

  • Das oben von mir vorgeschlagene Textmaker in der FreeOffice-Version, was in etwa einem "abgespecktem" Word entspricht, enthält im Grunde alles, was die Autorin und der Autor brauchen: Schreibfunktion, Rechtschreibprüfung (auf Wunsch in vielen Sprachen), Suchen- und Ersetzenfunktion, und, ganz wichtig: Formatvorlagen.


    Alles andere entspricht zusätzlichen Hilfen, die man sich "im Paket" einkaufen kann (wie z.B. bei Papyrus) oder durch zusätzliche Tools (zum Beispiel ein Programm für Notizen, Datenbanken für Materialsammlungen, Tabellenkalkulation für Zeitstrahl usw.).

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  • Ich liebe Papyrus, da ich oft ganz verrückt meine Kommas setze. Ich lasse mir verschachtelte Sätze markieren und natürlich die fiesen Wortwiederholungen. Die Rechtschreibprüfung ist auch klasse.


    Leider bin ich etwas faul und beherrsche die meisten der Funktionen nur mäßig oder gar nicht. Ich schreibe nun mal lieber, als ein Programm zu erlernen. Learning by doing heißt es dann bei mir. Wenn es gebraucht wird, schlage ich in der Hilfe nach.


    O.k. das war jetzt keine Lösung zu Deiner Frage ;)

  • Ich liebe Papyrus, da ich oft ganz verrückt meine Kommas setze. Ich lasse mir verschachtelte Sätze markieren und natürlich die fiesen Wortwiederholungen. Die Rechtschreibprüfung ist auch klasse.


    Ich liebe Papyrus auch. Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die das Programm so gut machen. So kann man auch Figuren/Gegenstands/Ortsdatenbanken anlegen. Die werden im Text hervorgehoben und mit der Datenbank verlinkt. Zum einen kann man so Schreibfehler vermeiden und zum anderen recht schnell nachschlagen, indem auf den z. B. Ort im Text klickt und sich die Datenbank öffnet. Wer sich mit den Features auseinandersetzt, wird von Papyrus unterstützt und nicht genötigt/behindert, da sich alle Hervorhebungsfunktionen ausschalten lassen, falls sie nicht gewolllt oder benötigt werden.

  • Die Figurendatenbanken in Papyrus finde ich grässlich. Beim Ausfüllen eines Formulars entsteht bei mir keine Figur, die ich in einer Geschichte verwenden möchte. Stattdessen schreibe ich lieber Lebensläufe oder Listen oder Interviews oder …

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  • Ich habs immer wieder tabellarisch bzw. irgendwie systematisch versucht. Es klappt (bis jetzt) nicht. Bei mir wächst sich der Text aus, irgendwie nach allen Seiten, ich schreibe oft vorwärts und dann wieder zum Abgleich rückwärts zum Anfang, oft auch seitwärts. So wachsen auch die Figuren. Das Einzige, was ich hinkriege, sind bei OpenOffice ein paar Einzelkapitel im Voraus zu nummerieren und als Notiz in Klammern jeweils etwa den Inhalt des Kapitels. Mir kommt es vor, besonders wenn ich euch so lese hier, dass das noch immer keine wirklich professionelle Herangehensweise ist. Und im Moment, da ich ans Ende einer Geschichte komme, auch wirklich unnötig mühsam, ätzend und keinem zu empfehlen.


    Aber mal danke für die Software-Empfehlungen, ich guck mir Papyrus an, vielleicht hilft's. :)

  • @Jo

    Es gibt im Grunde keine "professionelle Herangehensweise". Es gibt nur "kreative Varianten". "Fertigschreiben" ist professionell. "Überarbeiten" ist professionell. "Streichen" ist professionell. Und natürlich das "immer wieder anfangen". ;)

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  • Ich bin nicht repräsentativ, da stark "programmierlastig" und deshalb hier nicht nachahmenswert. Trotzdem als Seitenbemerkung, wie ich das mache, nach vielem, vielem Ausprobieren:


    Was das Dateiformat betrifft, habe ich mich schlussendlich für Markdown entschieden, dass ist ein sehr einfaches textbasiertes Format, welches man mit jedem Editor erstellen kann. Diese Datei ist also sehr einfach zu erstellen und eignet sich für mich ganz gut zum kreativen Schreiben. Man kann dann aus dieser Datei mit relativ geringem Aufwand andere Formate erstellen, z.B. Word-Dateien oder auch epub-Ebook-Dateien. Auch PDF geht und vieles andere mehr.


    Für die Versionung der Texte gibt es viele Versionierungswerkzeuge, die im Bereich Softwarentwicklung üblich sind. Die kann man für alle Texte verwenden, sobald die kein proprietäres Dateiformat haben (wie z.B. Word da muss man z.B. die word-eigene Versionsverwaltung verwenden). Kein proprietäres Format, das heisst dann, dass nicht viel mehr als der Text abgespeichert wird. Das ist bei Markdown sehr schön der Fall, und man ist dadurch nie an einen Hersteller oder an ein bestimmtes Programm gebunden.


    Das Konvertierungsprogramm heisst pandoc, es gibt aber bestimmt auch noch andere.