• Ich glaube die anfängliche Idee war nicht einen richtigen Verlag zu gründen, der MS sichtet und Autoren sucht, sondern einen Verlag schaffen, wo man seine eigenen Werke verlegt.

    Natürlich wären dazu nicht nur Autoren nötig, aber stellen wir uns mal vor, wir hier würden das machen.


    Bücher verkauft man über Vernetzung, weniger über die Qualität. – Leider.

    Man müsste also Lektoren haben, eine Druckerei und Inetfachleute, die Vernetzungen erstellen können.

    Möglich wäre das

  • nochmal zu "Ausgelaufenes", Beendigung der Backlist: Zwischen 2007-2009 kam meine Weinbrenner-Serie bei Gmeiner und Pendragon heraus. Später in neuer Aufmachung bei Dotbooks. Jetzt als Sammelband unter dem Titel: "Liebesopfer" als besonders beworbener Krimi bei eBook.de. Später im Jahr bei neiner anderen großen Buchhandelskette und dann wieder bei einem Verlag.

  • Nochmals zu meiner Ursprungs-Idee mit dem Hashbook. Ein Hashbook wäre ein Buch, das in einer begrenzten Auflage "gedruckt" wird, aber eben nur elektronisch. Wer das Buch kauft, erhält exklusiv das Hash und kann sich dann das Buch im Internet runterladen. Wer das Hash nicht hat, hat das Buch nicht.


    Der Haken dabei: Die Bücher wären unverschlüsselt, und deshalb könnte natürlich jemand das Hash veröffentlichen, und das Buch wäre dann frei verfügbar.


    Verschlüsselung scheint mir keine gute Lösung hierfür zu sein, denn das erfordert beim Leser immer eine bestimmte Software und eine Form der Authentifizierung. Aber wer will sich denn wirklich ernsthaft authentifizieren, wenn er ein Buch kauft?


    Die einzige Möglichkeit, die ich sehe: Man könnte das Hashbook individualisieren, etwa über eine Widmung, so dass klar ersichtlich ist, wem das Buch gehört. Wenn solche Hashbooks dann unrechtmässig verbreitet werden würden, dann hätte der "Schwarzleser" wenigstens das flaue Gefühl, nur eine Schwarzkopie zu lesen, die eigentlich einem ganz anderen gehört.

  • Das Problem in Digitalform von Büchern und dergleichen mehr, beginnt meiner Meinung nach schon damit, dass man als Autor mit dem Digitalversand eines noch unveröffentlichten Skripts bereits seine Verfügungsgewalt über den eigenen Text ein wenig, ein Stück weit aufgibt, quasi oft unbewusst an die fiktive Digitalge-meinde verschenkt. Dass ist also schon eine Art Loyalitätsentscheidung, die Verlage / Lektoren etc. früher damit bezeichneten, dass sie für ungeforderte Text- und Literatureinsendungen nicht haften. Quasi ein allgemein bekannter Haftungsaus-schluss, der nur für die neueren Digitalformen eine etwas andere Tendenz bekäme. Wenn ich als Autor selbst ein Buch in Digitalform veröffentlichen wollte, müsste ich berücksichtigen, dass ich selbst mit Verschlüsselungsmethodiken und dergleichen mehr, meine eigene Verfügungsgewalt reduziere, weil das typische der Digitalform nunmal ist, dass es zu jedem Schlüssel auch einen Einbrecher geben könnte. Und dies ist im Digitalmedium manchmal nur eine Frage der Technik, die sich schon Morgen geändert haben kann.

  • Das Problem in Digitalform von Büchern und dergleichen mehr, beginnt meiner Meinung nach schon damit, dass man als Autor mit dem Digitalversand eines noch unveröffentlichten Skripts bereits seine Verfügungsgewalt über den eigenen Text ein wenig, ein Stück weit aufgibt, quasi oft unbewusst an die fiktive Digitalge-meinde verschenkt.

    Jein! Ein gedrucktes Buch kann ja auch geklaut oder kopiert werden. Der Kopieraufwand ist nur viel höher. Auf der anderen Seite ließe sich bei einem Hashbook die Widmung unmöglich entfernen, denn das würde das Hash ändern. Genau genommen könnte man also dem Verleger ein solches Hashbook schicken, und es wäre dann jedenfalls unstreitbar, dass dieses Hashbook NUR für den Verleger ist, und für niemand anderes.

  • Das Plagiat ist ein in der Realität nicht so gut wie nicht existentes Problem. Niemand macht sich einen fremden Text zueigen oder versucht, aus einem solchen unter Umgehung des Urhebers Kapital zu schlagen, jedenfalls in dieser Phase (vor der Veröffentlichung) und mit dieser Art von Texten (von relativ unbekannten Autoren). Ein Problem ist das bei erfolgreichen, veröffentlichten Texten, da gibt es Piraterie und Schindluder noch und nöcher. Aber das Risiko, mit einem fremden Text, den man unter dem eigenen Namen irgendwie weitergegeben hat, aufzufliegen, ist weit, weit, weit höher als die Wahrscheinlichkeit, mit diesem - irgendeinem - Text überhaupt Geld, Ruhm und Reichtum einzufahren. Die Authentifizierbarkeit der Urheberschaft ist wirklich ein seltenes Luxusproblem. Wer mag, hinterlegt eine Kopie eines Originals bei Fachnotaren, die dafür viel (zu viel) Geld verlangen, aber, wie gesagt - das macht sowieso keiner. Es gibt genug Angebote da draußen, und keine Notwendigkeit, Texte zu klauen. Geklaut werden Ideen. Das ist auch zulässig, leider, weil Ideen nicht urheberrechtlich geschützt sind, sondern höchstens moralisch.


    Digitales kann sehr viel leichter, schneller und qualitätsverlustfreier kopiert und vervielfältigt werden als Analoges, das ist zweifelsohne richtig. Aber mit jeder Form der Veröffentlichung geht eine gewisse Dunkelziffer von Schwarzkonsumenten einher.

  • Das Plagiat ist ein in der Realität nicht so gut wie nicht existentes Problem.

    Auch hier mein klares Jein. Bei Büchern ist das mit der Urheberschaft wohl tatsächlich ein vernachlässigbares Problem, OK. Aber natürlich nicht bei Verträgen oder Testamenten. Worum es mir aber geht, das ist das Erzeugen von Auflagen, wo also die Mengenanzahl beschränkt ist. Dann kannst du also dein eBook in einer beschränkten Auflage von 100'000 Stück drucken, jedes einzelne ein Unikat, also ein Hashbook. Solche Bücher können natürlich noch immer schwarz kopiert werden, aber wenn man das mitbekommt, dann kann man die entsprechenden Hashbooks immerhin auf eine schwarze Liste setzen. Und Kopien des Textes in einem anderen Format wären natürlich auch sofort erkennbar, denn sie wären ja kein Hashbook, sie wären also nicht registriert.


    Die Frage wäre also nur, ob man überzeugend vermitteln kann, dass ein Hashbook nur so lange einen Wert hat, so lange es nicht kopiert wird.

  • Plagiate gab es auch bei gedruckten Büchern schon seit Jahrhunderten. In den letzten vier Jahrzehnten des vorherigen Jahrhunderts wurden besonders erfolgreiche Bücher von sogenannten Raubdruckern (nicht nur aus der linken Szene) nachgedruckt und über diverse Kanäle (Kneipen, kleinen Läden die das nicht blickten, Flohmärkten etc.) verkauft. Das Geschäft lief teilweise sehr gut, so dass die Verlage bemüht waren, solche Raubdrucker zu entdecken und anzuzeigen. Ich besitze selbst noch einen solchen Raubdruck aus dieser Zeit und weiß noch, wie verblüfft ich war, denn ich habe erst eine Weile nach dem Kauf realisiert, dass es ein illegales Produkt war, so gut war es kopiert.


    Piraterie bei den E-Books ist (leider) Alltag.


    Klau von Manuskripten, insbesondere von unbekannten Autoren, kommt fast nie vor, aber die Paranoia, das so etwas passieren könnte, ist bei solchen Autoren weit verbreitet.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Ich kann die Erfahrungswerte solcher Diskusionen oft nicht so abschätzen, der erste berühmte und mir bekannte Urheberstreit besteht immer noch zu: Shakespeare. Auch wenn man ihn heutzutage eh nicht mehr klären kann, könnte man an der Fangemeinde sehen, dass es um Prinzipien dabei geht. Der Streit betraf eben genau diese unklare Lücke zur Druckergilde, damaliger Drucklizenzen etc... Demnach ist es nicht richtig, dass das Problem nur unbekannte Autoren betraf. Das Werk Shakespeare, im heutigem ihm zugewiesenem Umfang, wurde tendenziell auch erst nach dessen Tod bekannter. Also: Vieles solcher Probleme geschieht ebend auch erst nach dem Autorentod von soge-nannten Erbschleichern... und genau dass ist das Loyalitätsproblem, ein Autor der nicht weiß dass seine Ideen geklaut werden, geklaut wurden, dass es sogar Kaperbriefe und ganze Pirateriehorden in diesem Markt gibt, was soll der denn machen. Das Urheber-recht, wird eben leider rechtlich und gesetzgeberisch weniger scharf gehandhabt, als das Patentrecht, denn für Patentsicherung gibt es ja immerhin ein Amt.

  • Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein schlechtes Gewissen jemanden davon abhalten könnte dein Hashbook weiter zu verbreiten?

    Nein, nicht wirklich. Aber ich glaube, dass es unter Umständen einem unbescholtenen Käufer schwerer fallen würde, ein solches Unikat leichtfertig weiter zu verteilen.


    ich will hier aber auch nicht Recht behalten. Ich brainstorme, und jede Reaktion ist für mich unendlich wertvoll, weil es mir aus meinem Grübelkeller heraus hilft.


    Nächster Brainstorm: Schieben wir das Problem des Kopierschutzes einfach beiseite. Warum sollte ich dieses Problem lösen können, über das sich schon die ganze Welt den Kopf zerbrochen hat? Dennoch:


    Mit dem Hashbook könnte der Autor zumindest zum Drucker werden. Er "druckt" also zweitausend Exemplare seines neuen Romans. Dann liegt dieser Bücherstapel einfach bei ihm auf der Festplatte. Er möchte das jetzt verkaufen, und zwar pro Stück zu einem bestimmten Preis. Jetzt holen wir eine Marketingexpertin hinzu, die ihm hilft, seine Bücher an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Das könnte zum Beispiel auch ein Verlag sein. Oder auch 2000 Leser[innen], je nachdem. Er verkauft dann seine 2000 Bücher zu einem guten Preis und ist happy. Das Problem des Kopierschutzes könnte dann an den Verlag delegiert werden.

  • Das könnte zum Beispiel auch ein Verlag sein. Oder auch 2000 Leser[innen], je nachdem. Er verkauft dann seine 2000 Bücher zu einem guten Preis und ist happy. Das Problem des Kopierschutzes könnte dann an den Verlag delegiert werden.

    Ich versteh den Werdegang nicht - warum kann man nicht direkt über einen Verlag gehen und ein Ebook machen lassen?

  • Ich versteh den Werdegang nicht - warum kann man nicht direkt über einen Verlag gehen und ein Ebook machen lassen?

    Das kann man natürlich. Ich stelle fest: Meine Idee zündet (noch) nicht. Jedenfalls heute nicht. Immerhin kann ich eines aus den Diskussionen an diesem Tag mitnehmen: Lektorat und Marketing, das sind die beiden entscheidenden Faktoren im Büchermarkt. Ich werd nochmal grübeln gehen ...

  • …Lektorat und Marketing, das sind die beiden entscheidenden Faktoren im Büchermarkt. Ich werd nochmal grübeln gehen ...

    Der Vertrieb ist nicht zu unterschätzen. Verlage, die Vertreter draußen haben, können das Marketing auch angemessen unterstützen. Kleinverlage, die sich Vertreter leisten (oder anderen mit Vertretern anschließen), gewinnen leichter überregionale Bedeutung als solche ohne.

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    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Mal eine Hausnummer zum Grübeln: Ein seriöser Lektor bzw. eine seriöse Lektorin schafft zwischen 8 und 12 Normseiten pro Stunde, bei einem annehmbaren bis sehr guten Text. Und es klappt so gut wie nie mit einem einzigen Durchgang. Aus einem schlechten Text - davon gibt's mehr als genug - einen brauchbaren zu zaubern, ist Schwerstarbeit. Wenn du das hier mal eben so erledigt haben möchtest, vergiss es gleich wieder!


    Und: Buchsatz, Cover und Korrektorat braucht's immer, egal, welches Format du anstrebst. Nur Qualität lässt sich irgendwie vermarkten. Ja, Ausnahmen bestätigen die Regel, manche Genres verzeihen alles. Aber hier will niemand Schund produzieren.