• Ostelbe, keine Ahnung, warum Du Dich hier gerade auf Tom einschießt

    Ich schieße zurück, weil ich ca. in den letzten 2 Wochen bei Tom gemerkt habe, dass er besonders mikroaggressiv (sein Begriff) gegenüber Nichtvereinsmitgliedern argu-mentierte und dass scheint mir einerseits ein strukturelles Vereinsproblem für den Teil des öffentlichen Forum's zu sein, andererseits maßt sich Tom auch immer wieder die Figur des Rädelsführer's an und makaberer Weise funktioniert dass wohl auch gegenüber vielen Vereinsmitgliedern. Ist nichts Persönliches meinerseits, die Zeit als Tom Vereinsvorsitzender war, ist wohl aber schon lange her....

  • Nett, dass Du Dir um unsere strukturellen Vereinsprobleme Gedanken machst, aber ganz ehrlich: Nicht nötig.

    "Eine Geschichte darf unwahrscheinlich sein, aber sie darf nie banal sein. Sie sollte dramatisch und menschlich sein. Das Drama ist ein Leben, aus dem man die langweiligen Momente herausgeschnitten hat." Alfred Hitchcock

  • Sieh mal: Gleich die dritte Geschichte ist von mir: Versuch über eine instabile Tangente … Die anderen? Ja, kannst du gerne lesen, aber die sind eigentlich nix, aber die mussten halt die Seiten füllen. Ja, klar. Ein bisschen ärgert es mich schon, dass meine Geschichte nicht so prominent an erster Stelle steht, aber was willst du machen? Die Frau des Herausgebers hat nämlich auch mitgemacht, da muss ich ja nicht mehr erzählen, oder?


    Unverständlich? Was bitte ist an meiner Kurzgeschichte unverständlich? Der Cockerspaniel im blauen Laibchen von Werder Bremen? Das musst du allegorisch sehen. Für mich steht er für den Phönix aus der Asche. Was meinst du mit grün? Die Vereinsfarbe. Na ja, da muss du die Kirche aber auch mal im Dorf lassen, das ist Künstlerfreiheit. Trikot? Deine Meinung. Fußball interessiert mich eigentlich nicht. Laibchen klingt eindeutig literarischer.


    Gonochorist? Au, da hast du mich jetzt. Ich fand, das Wort reimt sich so schön auf Christ. Ja, ich nenne das lyrische Prosa. Ja, musst du halt mal nach googeln, ich hab das jetzt auch nicht mehr so auf dem Schirm, ist schließlich schon ein paar Jährchen her.

    Langweilig - na gottseidank. Ist schließlich Literatur, da brauchste mit wörtlicher Rede erst gar nicht kommen. Ach? Die anderen Geschichten gefallen dir besser? Keine Ahnung. Wenn ich ehrlich bin, hab ich in die anderen gar nicht reingeschaut, kenne die Leutchen ja schließlich alle aus dem Forum, da weiß man schon nach zwei, drei Sätzen, ob jemand schreiben kann.

    Wie? Also ich kann das jedenfalls.

    Warum ich da noch mitmache? Na ja. Ich bin sehr gefragt für meine guten Tipps. Wenn ich nicht mehr da wäre, würde sich das Forum wahrscheinlich auflösen.


    Ein Roman? Puh. Da erwischst du mich aber völlig auf dem falschen Fuß. Das sind ganz schön viele Wörter, weißt du. Völlig andere Struktur. Da müsste ich ganz schön viel Arbeit reinstecken und, wenn ich ehrlich bin, ist es doch irgendwie leichter, über das Schreiben zu schreiben.

    Und? Willst du es kaufen? Ich würde dir auch eine Widmung schreiben.

    Ach, du hast auch mitgemacht.

    Was meinst du mit: Wir können uns auch alle gegenseitig die Haare schneiden?

  • Ich hab doch meiner Frau gesagt, dass ich grad von Gallimard, mit Flake im Handkoffer zurück kam. Den wolllten sie dort nicht, diese Orionfischer. Meine Frau tischte wieder die selbe Konfektschachtel auf und schaute mich dabei an wie nen begossener Pudel unter der Fönhaube, wie sie doch vor Sirius kuscht, ach Mondieu, all diese Meropisoden. Weil ich ihre gelockte Gegenwart nicht mehr ertrug (was soll man sonst dazu sagen wenn man nicht im Bett mit ihr liegt) schlug ich die Tür zu und floh, nein flüchtete. Ich ging dann immer nach oben, nie nach unten, dass war mir wie Kloppstocks Treppenhaus zu profan. Der nun auch noch, ach ja ich weiß, den hab ich absichtlich vergessen in Quedlinburg über die Schwedenschanze zu besuchen. Widerlich, war mir schon vor der Geburt unsympathisch. In Kloppstock's Treppenhaus musste ich mich nahezu zwanghaft an QuasiModo erinnern, ich weiß nicht wo dass her kam, ob sich das Bild aus dem Film tiefer verbuddelte als Hugo. Vermutlich! Tja und nun zum sympathischen Teil! ich habe dir meine Schuldscheine zunächst wiegen lassen und dann zugeschickt, weißt du, damit keine, aber auch gar keine Information verloren geht. Wie ich dein Verdrehungstalent so kenne, wirst du auch daraus noch Gewinn machen, ich hoffe es ist kein Gewicht verloren gegangen, du musst den Wechsel ja nur wechseln... Was? Nein, ich hab die Zofen nicht gesehen, meine Frau hat die Grenze auch nie verstanden, die verstand immer Batterie, wusste aber nie was das eigentlich ist, aber du doch gewiss....


    Achso, Mensch, eins hab ich noch beim Stulleschmieren vergessen, kennst du den neuesten Witz der Schachspieler: Nein, ich nehme auch nichts von Weißen!

  • Ostelbe, keine Ahnung, warum Du Dich hier gerade auf Tom einschießt

    Oh, meinetwegen kann Ostelbe schießen wohin und auf wen er will. Wie ich durch meinen Buchtipp zu verdeutlichen versucht habe: Wir wissen ja ohnehin nicht, mit wem wir hier reden (andererseits würde ein Vorname wie "Ostelbe" einiges erklären), und eigentlich auch nicht, worüber. Dieser Mensch ist uns im Hinblick auf seine literarische Potenz unbekannt (jedenfalls liegt sein/ihr Bekennerschreiben zu irgendeinem BT bislang nicht vor) und er/sie/es ist auch kein Mitglied des Vereins, über den wir hier gerade diskutieren, warum und zu welchem Zweck auch immer. Das kann "der Verein" nämlich ganz alleine, über den Freund Siebens Urteil ungefähr so interessant ist wie der Verlauf von Unkenfurunkeln bei Amphibien aus dem südöstlichen Amazonasraum.


    Die Idee, Besprechungstexte als Anthologie zu veröffentlichen, muss niemand ernsthaft diskutieren, und sowieso nicht mit Leuten, die noch nicht einmal einen Besprechungstext vorgelegt haben.

  • Oh, was für eine Diskussion mal wieder.

    Früher - früher gab es das - Anthologien, die sich auch, wenn auch nur gering, verkauft haben. Kennt noch jemand den Web-Side Verlag? Anthologie der Autoren?

    Das waren noch Zeiten.

    Ich weiß gar nicht, warum hier Nicht-Vereins-Mitglieder darüber sprechen, was der Verein leisten kann, sollte oder auch nicht.

    Und NEIN - das ist keine Aufforderung, doch erst einmal dem Verein beizutreten. Nun wirklich nicht.

    Es gibt ein paar Autorenverlage - Jenny Benkau macht da mit und Alice Galbathuer - das scheint ganz gut zu laufen. Aber am Ende des tages ist es unglaublich viel Arbeit. Unglaublich viel. Ich habe mal in einem Kleinverlag, den es inzwischen nicht mehr gibt, mitgearbeitet. Es war anstrengend, sicherlich auch glücklich machend - zu der Zeit. Heute hätte ich einfach die Zeit nicht mehr.

  • ....(jedenfalls liegt sein/ihr Bekennerschreiben zu irgendeinem BT bislang nicht vor)....

    Ach nee ditt stimmt doch nicht, -aber wahrhaftig Tom- wenn die Tendenz weiter so verläuft, dass deine Stimmungsbilder gegen mich auch bei vielen anderen Vereinmitgliedern verfängt, machte doch selbst mein BT-Angebot keinen Sinn, nicht wahr.

    Früher - früher gab es das - Anthologien, die sich auch, wenn auch nur gering, verkauft haben. Kennt noch jemand den Web-Side Verlag? Anthologie der Autoren? Das waren noch Zeiten.

    Ja genau, in etwar davon war auch die aktuelle Anthologieidee mitbestimmt, dass es früher ebend komplizierter gewesen sein konnte. Nee, aber bevor die Idee irrige Annahme- und Verwirklichungseinsprüche bekommt, so nachdrücklich war sie gewiss nicht gemeint. War halt nur ein Vorschlag für einen weiteren Anreiz der BT-Runden, passiert ja aktuell wohl auch nicht so viel.... Mir ist gewiss, dass ich nicht für eine Vereinsmitgliedschaft umworben werde......

  • Aber am Ende des tages ist es unglaublich viel Arbeit. Unglaublich viel. Ich habe mal in einem Kleinverlag, den es inzwischen nicht mehr gibt, mitgearbeitet. Es war anstrengend, sicherlich auch glücklich machend - zu der Zeit. Heute hätte ich einfach die Zeit nicht mehr.

    Mich würde das etwas genauer interessieren: Was genau ist das für Arbeit, diese Verlagsarbeit, und warum ist es so viel? Ich kenne mich ja nur in meiner eigenen Sparte aus, und da kann man sich (wie in den meisten Berufen wohl) über einen Mangel an Arbeit auch nicht beklagen. Was also macht Publishing zu einer so undankbaren Arbeit?

  • Mich würde das etwas genauer interessieren: Was genau ist das für Arbeit, diese Verlagsarbeit, und warum ist es so viel? Ich kenne mich ja nur in meiner eigenen Sparte aus, und da kann man sich (wie in den meisten Berufen wohl) über einen Mangel an Arbeit auch nicht beklagen. Was also macht Publishing zu einer so undankbaren Arbeit?

    Ich weiß nicht, ob ich das undankbar nennen würde. Es dauert halt, bis wenigstens ein wenig Gewinn dabei herum kommt - falls überhaupt. Also - man muss Manuskripte lesen, beurteilen, oft muss daran mit dem Autor noch gearbeitet werden, das Buch muss in den Satz, in die Druckerei, Umschlag und Klappentext und 1000 andere Dinge müssen gemacht werden, das Buch muss gedruckt werden - UND - irgendwo gelagert und dann ausgeliefert werden - wenn es denn Käufer gibt. Nicht jede Buchhandlung nimmt automatisch ein Buch in den Verkauf, nur weil es da ist - und die Buchhandlungen wollen ja auch daran verdienen. Man muss Werbung machen, eventuell Lesungen organisieren und so weiter und so weiter - wenn man Glück hat, verkaufen sich so viele Bücher, dass wenigstens die Kosten reinkommen.
    Es ist unglaublich schwierig in der Verlagslandschaft einen Kleinverlag aufzubauen - es gibt einfach viel zu viel Konkurrenz. Man muss sich also hervorheben. Die kleinen Krimiverlage hatten vor Jahren mal eine gute Chance, aber die meisten Kleinen gibt es inzwischen auch nicht mehr.

    Ach so - der Glaube, dass man ein Manuskript abliefert, das druckreif ist, schwirrt immer noch in den Köpfen vieler Unveröffentlichter herum. Natürlich sollte man das anstreben - aber ein gutes Lektorat von einem erfahrenen Lektor macht ein gutes Buch zu einem viel besseren. Doch das bedeutet Arbeit. Und Zeit.

    Und selbst wenn das Buch dann fertig ist, gedruckt, ausgeliefert ... die Chance, dass es ein Bestseller wird (und somit Geld einbringt), ist verschwindend gering.


  • Es ist unglaublich schwierig in der Verlagslandschaft einen Kleinverlag aufzubauen - es gibt einfach viel zu viel Konkurrenz. Man muss sich also hervorheben. Die kleinen Krimiverlage hatten vor Jahren mal eine gute Chance, aber die meisten Kleinen gibt es inzwischen auch nicht mehr.

    Andere Kleine Verlage haben sich gemausert (Emons z.B., die machen aber inzwischen nicht nur Krimis oder anderes Beispiel: Gmeiner, die fleißig andere kleine (Krimi)verlage aufkaufen und sich so vergrößern).

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Äh, lyrx, das Digitale ist doch längst eingezogen. Wir sind im Jahr 2020, schau mal in den Kalender. ;)

    In den Köpfen der 42er auch Einzug gehalten? -- Darf man hier den Ausdruck "digitales Buch" verwenden, ohne das Schlimmste befürchten zu müssen? Gibt es hier Menschen, die beim Stichwort "Veröffentlichen" nicht gleich an das gedruckte Buch denken?

  • Unter den 42ern gibt es eher weniger, die sich mit dem E-Book noch nicht auseinandergesetzt haben. Die meisten haben ihre Erfahrungen damit schon gemacht und machen diese auch weiterhin.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Gibt es hier Menschen, die beim Stichwort "Veröffentlichen" nicht gleich an das gedruckte Buch denken?

    Und an ~90 Prozent Marktanteil? Ja, durchaus. Aber nicht als Gegenteil des Gedankens, den Du im Sinn hast, lyrx. Form follows function, nicht umgekehrt. Alleine die Digitalisierung in welcher Form auch immer steigert nicht die Attraktivität eines literarischen Werks. Das kann ausnahmsweise mal das Interesse auch für im Abgang eher schwächere Texte wecken, wenn man mit einer neuen, besonderen, irgendwie anderen Form daherkommt, aber unterm Strich geht es bei allen Versuchen, die mir bekannt sind, dann doch immer nur um Texte. Sehr gute Texte mögen unter viel Klickibunti leiden, aber schlechte Texte macht es auf keinen Fall besser. So oder so, ob man nun mit dem bahnbrechenden Twitterroman daherkommt oder mit erweiterten interaktiven Digitalbüchern - das Lesen macht vor allem deshalb Freude, weil/wenn Texte gut sind. Und die immer noch bewährteste Form zur Präsentation von guten Texten sind bedruckte Papierseiten oder technische Einrichtungen, die bedruckte Papierseiten simulieren. Isso. :achsel

  • Andere Kleine Verlage haben sich gemausert (Emons z.B., die machen aber inzwischen nicht nur Krimis oder anderes Beispiel: Gmeiner, die fleißig andere kleine (Krimi)verlage aufkaufen und sich so vergrößern).


    So oder so, ob man nun mit dem bahnbrechenden Twitterroman daherkommt oder mit erweiterten interaktiven Digitalbüchern - das Lesen macht vor allem deshalb Freude, weil/wenn Texte gut sind. Und die immer noch bewährteste Form zur Präsentation von guten Texten sind bedruckte Papierseiten oder technische Einrichtungen, die bedruckte Papierseiten simulieren. Isso. :achsel

    Ich möchte in diesem Zusammenhang auch an den Eisele-Verlag erinnern. Das Verlagsprogramm ist überschaubar, gewiss, aber dennoch recht heterogen, die literarische Qualität der dort veröffentlichten Bücher durchgängig anspruchsvoll, sind diese regelmäßig in Bestsellerlisten vertreten und damit offensichtlich auch kommerziell erfolgreich und der Verlag gerade auch im stationären Buchhandel unglaublich präsent, was für einen kleinen Verlag ja nun wahrlich nicht die Regel ist.

    Mit anderen Worten: Es ist möglich. Und das, ohne sich auf einen Nischenmarkt zu konzentrieren und ebenso wenig, ohne von vornherein in einer "digitalen" eierlegenden Wollmilchsau die Überwindung allen Übels zu vermuten. Digitale Verbreitungswege werden meiner Meinung nach auch für absehbare Zeit lediglich eine Ergänzung bleiben. Sogar die jüngeren Leserinnen und Leser, die ich kenne, und die mit Smartphone und Tablet in der Hand sozialisiert wurden, halten, sobald es um Belletristik geht, beim Lesen vorzugsweise ein gedrucktes Buch in der Hand.

    Um noch einmal auf den genannten Verlag zurückzukommen, der in dieser Hinsicht vermutlich nicht der einzige ist, der hier zu nennen wäre. Irgendetwas muss Julia Eisele ja richtig gemacht haben, wird sie Wege gehen, die andere nicht gehen können oder, aus welchem Grund auch immer, nicht gehen wollen. Aber es wäre sicherlich der Mühe wert, einmal genauer hinzuschauen und anschließend im Detail zu benennen, was solche Verlage anders, was sie besser machen.


    Herzlich Grüße,


    Jürgen