Es heißt ja überhaupt nicht Klappentext ...

  • Oder nicht immer. Eigentlich nur bei Büchern, die einen Schutzumschlag haben (also Hardcover), dessen Laschen ins Buch eingeklappt werden. Da, auf diesen Klappen, steht dann der Klappentext - ein Teaser, eine kurze Zusammenfassung bzw. Inhaltsangabe. Das auf der Rückseite heißt in diesem Fall und zum Beispiel bei Taschenbüchern Umschlagtext. Bei Taschenbüchern ist das aber meistens nur ein Werbetext; dort steht das, was beim Hardcover der Klappentext ist, meistens auf der Rückseite des Schmutztitels. Was das wiederum ist? Das ist die Titelseite im Buch, also quasi das Cover ohne Artwork.


    Was man beim Lektorieren so alles lernt ... 8)

  • Beitrag von Ostelbe Sieben ()

    Dieser Beitrag wurde von Christian gelöscht ().
  • Ich bin so etwas wie eine Art Lektor. Ich betreibe reverse proofreading. Das Prinzip kommt aus der Softwareentwicklung, wo man versucht binären Code wieder in allgemeinverständlichere Programmiersprachen zu übersetzen.


    Beim reverse proofreading geht es darum, bereits lektorierte Texte wieder in einen Zustand zu schreiben, wie ihn ein unerfahrener Autor schreiben würde. Der Text von oben sieht, wenn das reverse proofreading angewandt wird, so aus:


    … Eigentlich nur bei Büchern, die wo einen umschlag haben (also Hardcover), dessen Schlutzlaschen eigens ins Buch eingeknickt werden. Auf der Klappe – was heißen soll, dass es ja zwei Klappen sind, da jedes ja Buch bekanntlich ähnlich wie Medaillons, zwei Gesichter hat, steht dann der Klappentext - ein Taser. Ein Taser (googlen: Das hieß doch Tieser, oder? Bin verwirrt.) ist eine in kurzen Worten (Anm.: auch googeln, wie kurz diese Wörter sein müssen) die Geschichte aus dem Inneren des Buchs, die zusammenfasst, worum es eigentlich im Selbigen (hier meine ich das Buch, selbiges klingt aber irgendwie literarischer) geht.

    Das Geschreibsel auf der Rückseite von einem Buch heißt bei den kleineren Büchern Umschlagtext. Ihr wisst, die Schlabberumschlagbücher. Die sind meistens billiger sind als die andern, da die Verlage billige Hartfaserplatten unter das Cover kleben, damit’s sie’s teurer verkaufen können. Ist aber das Geld meist nicht wert. (Das führt jetzt hier zu weit, vielleicht weglassen?)


    Das ist jedenfalls der Umschlagtext. Bei den labbrigen Büchern ist das aber eh meist nur so ein Werbetext, die irgendwelche gehirnamputierten PraktikantInnen, die in ihrer Freizeit Lyrik schreiben, verfassen. (Könnte der Verlag vielleicht in den falschen Hals kriegen, vielleicht streichen?) Da steht dann drauf, was bei den teureren Büchern der Klappentext ist, meistens auf der Rückseite des Schmutztitels – nein, ich habe ich nicht verschrieben, dass Ding heißt echt so. Jedenfalls ist dieser Schmutztitel im Buch, also qui-, qua-, quasi (ist das zu albern? Weiß noch nicht, erst Mal zu Ende schreiben und dann erstmal Mausi zum Lesen geben, bevor mich die alte Kuh vom Verlag schon wieder mit ihrem Umgangssprachen-Scheiß nervt. Anm.: Unbedingt löschen vorm wegschicken, aber wenns Mausi gefällt, bleibts drinnen ) das Cover ohne Bild vorne auf’n Cover. Alles klar?


    Ihr werdet euch jetzt fragen, warum ich so etwas mache.

    Die Antwort: Anerkannte Autorinnen und Autoren zahlen mir jede Menge Geld dafür, dass ich ihre Werke wieder in einen dem Originalzustand ähnlichen Zustand zurückschreibe. Meist sind sie schon älter und haben ihre ersten Originalmanuskripte wohlweislich schon lange verbrannt.