Leichtmatrosen - der Film

  • Anfangs fand ich die weibliche Stimme aus dem Off noch eine originelle Idee, aber nach einer viertel
    Stunde ging die mir dann doch auf den Keks. Weitere zehn Minuten später
    bemerkte ich mit Schrecken, dass ich versehentlich die Audiodeskription-Version in
    der Mediathek angeklickt hatte.
    :rofl


    Immerhin wurde mir dadurch erst bewusst, wie viel Mühe die sich bei der ARD für Sehbehinderte
    geben. Sympathische Stimme und schöne Bildbeschreibungen.
    Ohne die Kommentierung fand ich es trotzdem besser. Diese Stille zwischen den Dialogen!

  • Ich bin hier schon lange Mitglied, ich habe das Buch gelesen, ich bin sogar mit einem Hausboot auf der Müritz gefahren, aber ich habe den Film jetzt erst gesehen (Asche auf mein Haupt).

    Um es kurz zu machen - ich finde ihn großartig.


    Natürlich ist das nicht eins zu eins das Buch, das geht ja auch aus den in diesem Thread ausführlich besprochenen Gründen gar nicht, aber als Filmfassung ist das absolut sehr und total gelungen. Ich finde auch, dass die wesentlichen Aussagen des Buches transportiert werden, man darf sich nur nicht von den (guten!) Scherzen zu sehr blenden lassen.

    Und die Tatsache, dass der Film etwas "entschärft" ist, hat mich eigentlich eher erleichtert. Zum einen weiß ich nicht, ob ich die "Nuttenszene" in dieser Detailtreue filmisch ertragen hätte (oder Männer mit Tangas und solche Sachen), zum anderen hatte ich extra meinen (noch minderjährigen) Sohn rausgeschickt, in Sorge, der Film enthalte vielleicht für Kinder verstörende Abschnitte.

    Ich glaube aber, wir können das durchaus auch zusammen anschauen. Und das ist kein Nachteil.


    Ein guter Film, der einen motivieren kann, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Man muss ja nicht gleich aus der Kirche austreten oder Schauspieler werden. ;)

    “Life presents us with enough fucked up opportunities to be evaluated, graded, and all the rest. Don’t do that in your hobby. Don’t attach your self worth to that shit. Michael Seguin

  • Hey, Nils.


    Danke, das freut mich sehr. :) Ich will nicht behaupten, dass ich mich über die Leute ärgere, die sich darüber beklagen, dass der Film nicht jederzeit die Tonalität des Buches aufnimmt und gerade die ruppigeren Sachen weglässt (und den gesamten Mark), aber ich erkläre ihnen immer das gleiche: Dass die Motive des Romans durchaus umgesetzt sind, die wichtigsten Figurenkonflikte und die Rolle der Landschaft als Katalysator. Dass aus dem Erwachsenwerdenbuch aus Männersicht ein Wohlfühlfilm für die ganze Familie gemacht wurde. Und dass Filmadaptionen nur selten wirklich Ver-Filmungen sind. (Und dass Etats starken Einfluss auf die Dramaturgie haben können. ;) )


    Und es ist immer noch ein wirklich, wirklich erhabenes Gefühl, den eigenen Namen im Fernsehen zu sehen, und dabei daran zu denken, dass fast 200 Menschen teilweise anderthalb Jahre lang damit beschäftigt waren, diese 87 Minuten Film herzustellen, die es ohne mich und ohne mein Buch nicht geben würde. Feinkörnig.