Keiner beim Bachmannpreis?

  • I


    Aus der ZEIT.


    Ingeborg-Bachmann-Preis: Was ist nur mit den Männern los?
    In Klagenfurt dominieren die Frauen! Die Schriftstellerinnen Teresa Präauer und Dana Grigorcea sind Favoritinnen auf den Bachmannpreis.


    von Wiebke Porombka, Klagenfurt


    Aus der FAZ



    Wettlesen um den Bachmannpreis

    Immergrüner Psychoterror


    Bei sonnigen Höchsttemperaturen bekommen beim Bachmannpreis in Klagenfurt gleich mehrere Autoren die Schärfe des Kritikerurteils zu spüren. Von Bonsai-Barock und einem riesigen Floskel-Haufen war da die Rede.
    04.07.2015, von Jan Wiele




    Nachher um 11 ist die Preisverleihung, s.


    http://bachmannpreis.orf.at/

  • Also ich bin dabei, teils live, teils per Mediathek.
    Nora Gomringer nicht zu vergessen, oder?
    Ich fand das Niveau sehr hoch dieses Jahr, trauere allerdings um die Beiträge von Daniela Striegl, deren "Abgang" sehr unsauber war. Sie war eigentlich für den Jury-Vorsitz gefragt worden und erfuhr dann, dass Hubert Winkels ihr vor die Nase gesetzt wird. Und der liebt es ja vor allem, sein ungeheures Wissen zur Geltung zu bringen.


  • Nora Gomringer nicht zu vergessen, oder?


    Siehe hier

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen und Legenden aus Baden

    ASIN/ISBN: 3955403823


    Im Inneren eines Menschen existiert ein Kern, der von Fragen wie Staatsbürgerschaft oder sozialer Herkunft völlig unberührt ist. Dafür sollte sich die Kunst interessieren.
    Marina Davydova

    SZ Nr. 289, 15.12.2022, S. 11


  • Tja, und ich vermisse Burghard Spinnen und seine geschliffene Sprache, den ich kürzlich kennengelernt habe auf einem Seminar in Münster.


    Habe den Siegerintext gelesen, sehr kunstvoll konstruiert, das Thema? Nochmal tja...


    Schwuler Knabe, Suizid, noch immer DAS Thema? Ist doch alles so normal? Heute in der FAZ auch ein großer Artikel über eine Schulstunde zur sexuellen Vielfalt. Alles Theorie, aber im Hochhaus tobt die gesunde Volksmeinung?

  • Ja, Burghard Spinnen fehlt auch.
    Und mit Nora Gomringer habe ich wohl recht behalten :D
    Ich habe gleich bei ihrer Lesung gespürt, da springt ein Funke über, wirklich. Die einzige Kritik war die Frage, ob dieser Text auch nur als Text funktioniert, weil die Performance wirklich absolut grandios war. War für mich nachvollziehbar. Aber der Text ist super und hat verdient gewonnen. Eine Schriftstellerin recherchiert in dem Haus, in dem ein Junge sich aus dem Fenster gestürzt hat. Es geht um das Schreiben, um die Figuren in diesem Haus, toll gezeichnet, und um Anteile von Schuld, die so als Anteil ja gar nicht so schwer wiegen, aber als Ganzes ist eben ein Junge tot. 13 Jahre und schwul.
    Ich war von der Reaktion auch gerührt, weil sie sich wirklich sooo gefreut hat und nicht versucht hat, cool zu sein. Nora Gomringer kommt vom Poetry Slam und hat eine tolle Entwicklung gemacht. Diese harte Schule von Wettbewerb vor Publikum bringt also Schriftstellerinnen hervor.
    Was ich nur sehr schade finde ist, dass der Bachmannpreis kein Entdeckerpreis mehr ist. Das sind alles bereits etablierte Autoren mit etlichen wichtigen Preisen und Buchverträgen in hochwertigen Verlagen. Es ist ein Wettbewerb für Profis geworden. Dadurch gewinnt natürlich die Qualität der Texte, aber dieses besondere Fiebern, wenn jemand Unbekanntes die Leute von den Stühlen reißt, das gibt es nicht mehr. Schade!
    Das Schlusswort von Hubert Winkels fand ich unmöglich: auch wenn er sich andere Preisträger gewünscht hätte, war es ein guter Wettbewerb. Sinnlos und unschön für die frisch gebackenen Preisträger, oder?