Buchpreis! Ich wusste es, ich wusste es...

  • Die Zeiten sind schlecht und deshalb reif...sowas von reif für die schöne Kunst.
    Die Lyrik (im besonderen die, die uns in die Welt der Natur und Dinge flüchten lässt vor dem Graus der Welt) hat gewonnen. Jan Wagner ist Gewinner des Buchpreises der Leipziger Buchmesse.
    Welcome back Romantic! :blume

    [buch]3866855109[/buch]


    "Sinn mag die äußerste menschliche Verführung sein." - Siri Hustvedt

  • Georg Diez äußert sich bei Spiegel Online ablehnend zu Jan Wagners Gedichtband.


    Zitat

    So soll Literatur sein, verblasen, naiver, ja dümmer als zum Beispiel das Theater oder die Kunst, die ja wenigstens irgendetwas mitkriegen oder sogar abbilden von den Gedanken und Veränderungen, die unsere Zeit prägen.

    Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten. (William Somerset Maugham)

  • Meins sind die Gedichte auch nicht. Ich war noch nie den Dingen zugewandt und kann denen nur wenig Zauber abringen. Auch wenn ich Wagners Sprachgefühl mag. Diese Texte sind mir zu belanglos.
    Aber ich wollte hier ja sowieso auf etwas anderes hinaus :)

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    "Sinn mag die äußerste menschliche Verführung sein." - Siri Hustvedt

  • Zitat Horst-Dieter:



    "Spiegel - online und print - hat noch nie vernünftige Sachen zu Literatur geschrieben."



    Naja, das stimmt nicht, sie bringen gute Zusammenfassungen und Überblicke.


    Aber der obigen Kritik würde ich auch nicht zustimmen: Muss denn Literatur, speziell die Lyrik, immer gesellschaftlich relevant (Begriff aus den 70ern) und politisch interessiert sein?


    Man darf/muss auch mal sein Gesicht von Weidenkätzchen streicheln lassen, um das Leben auszuhalten.

  • Spiegel - online und print - hat noch nie vernünftige Sachen zu Literatur geschrieben.

    :) Wie war das noch mal mit pauschalen Aussagen, HD? Aber ist okay - ich will auch ums Verrecken nicht in die SPIEGEL-Bestsellerliste. Und eins meiner Bücher im Projekt Gutenberg des SPIEGEL? Großer Graus! Im übrigen kann man dann FAS, SZ und Zeit mit Herrn Diez ja auch entsorgen. ;)

    Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten. (William Somerset Maugham)

  • Whow was für ein starker Verriss! Auch wenn ich seine Meinung vermutlich nicht im Geringsten teile. Vermutlich, weil ich leider nirgendwo zwei drei Gedichte von ihm zum Lesen finde, aber das Zitierte sehr vielversprechend klingt.


    Man kann ein Buch von ihm kaufen, zum Beispiel dort, wo ein Blick erlaubt ist:
    http://www.amazon.de/Regentonn…er+regentonnenvariationen
    Also, ich finde das Sonett "Giersch" großartig.

  • Ist das neu oder war ich total verpeilt? Ja stark. Sprachlich und inhaltlich subtil, kein aufdringlich geschuldeter Riraringelreim, beobachtend, nicht wertend, nur auf Sinnbezirke verweisend (ihm Botschaftslosigkeit zum Vorwurf machen, hä?) nicht zeigefingrig, nicht verlyrisiert dinosprachlich, sondern schlicht morphosyntaktisch geschmeidig ... ja klasse.
    Danke.

  • @Alexander
    Spiegel stellt für Projekt Gutenberg nur den Platz zur Verfügung, das Projekt selbst hat mit dem Spiegel nichts zu tun.


    Und ja, pauschale Aussagen sind nie so absolut richtig, wie sie klingen (wollen), in diesem Fall auch meine nicht. Trotzdem bleibe ich dabei, dass mir die literarischen Urteile der Spiegelredakteure nichts bis wenig bedeuten, weil sie oft einfach nur knallig, reißerisch und wenig kompetent daher kommen. Spiegel ist - trotz (oder gerade) wegen der Bestsellerliste - keine Instanz, auf deren Urteil zu Literatur ich etwas gebe. Sollte sich eines meiner Bücher einmal in die Spiegelbestsellerliste verirren, dann würde mich das selbstverständlich freuen, aber nicht weil dann plötzlich bei Spiegel bessere Literaturkompetenz sichtbar würde, sonder einfach weil mein Buch in den Verkaufsstatistiken hoch gehandelt würde.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Dunkle Geschichten aus Würzburg

    ASIN/ISBN: 3831333580


    Wir haben sogar Bücher zuzm Totlachen aufzuweisen, von denen ich wünschte, dass die Verfasser die erste Probe an sich gemacht hätten!.
    Carl Julius Weber

    aus: Demokritos


  • Man darf/muss auch mal sein Gesicht von Weidenkätzchen streicheln lassen, um das Leben auszuhalten.

    Jepp. Das darf man durchaus und ist genau das worüber ich in diesemThread mit euch diskutieren wollte. Ist die Romantik wieder da? Alle Zeichen stehen auf Sturm in der Außenwelt und der Dichter zieht sich in die Betrachtung seiner Sinneseindrücke zurück? Und weiter die Frage: was erkennen wir in der Kunst (und an ihrer veränderten Rezeption in der Öffentlichkeit) an politischer Entwicklung?

    [buch]3866855109[/buch]


    "Sinn mag die äußerste menschliche Verführung sein." - Siri Hustvedt