P A U L - Eine deutsche Tragödie auf amerikanischem Boden

  • Lieber Joasch, aber auch alle anderen,


    Ihr seid Euch offenbar nicht darüber bewusst, dass dies ein öffentliches Forum ist. Jedes Kind, das geeignete Suchbegriffe im Internet eingibt, kann sich an Euren Ausführungen erfreuen und den gesamten Thread lesen!


    Also achtet bitte ein wenig mehr auf Eure Worte. @Joasch: Deine obige eindrucksvolle Beschreibung habe ich aus den vorgenannten Gründen zensiert.


    Lieben Gruß
    Cordula

  • Wie versprochen, will ich kurz auf Dich zurückkommen. Du hattest mir nicht viel mitzuteilen. Es sind die Cover Deiner Bücher in Deiner Signatur, die auf sich aufmerksam machen. Die wirken auf mich sehr professionel. Ich spreche es an, um auch auf das Cover von "Paul" aufmerksam zu machen. Es ist eine simple Gestaltung. Ein Foto, das ich übrigens vor Jahren einmal selbst in den USA geschossen habe, erfuhr von mir eine Bildbearbeitung. Intuitiv wurde alles ganz Schwarz. Erst hinterher, bei der Druckbestellung entschied ich mich für eine schwarze Umschlagfarbe.


    Ich will sagen, daß mein Cover sicherlich nicht die Professionalität vorweist, mit der die meisten der hier auftretenden Autoren ihre Bücher (sogar in einer ansprechenderen Form) präsentieren. Aber es bleibt individuel, das finde ich eben sehr schön, daß hier ein Buch von einem Autoren ohne gekaufte Cover-Versionen komplett und mit minimalem Aufwand fertiggestellt werden konnte. - Es bleibt mein Kompliment an Dich!


    joasch

  • Zitat

    Der Protoginismus ist dann vielleicht der stete Sexismus, der entweder direkt auftritt oder aber kategorisch als eine Macht über die Protagonisten in bedeutungsvolle Erscheinung tritt. Der Sex ist in der Hauptsache ein Mittel zum Zweck innerhalb des Protagonismus der Menschen, die in "Paul" eine Rolle spielen.

    Noch einmal:


    Ich glaube, daß der Sexismus, wie er sich in "Paul" abspielt nur ein Mittel zum Zweck ist. Hauptsächlich wird er als ein steter Machtkampf mißbraucht oder eingesetzt. Das geht z. B. indem man einen Menschen vergewaltigt. Natürlich verfolgt ein Vergewaltiger zunächst seinen triebgesteuerten Zweck der Lusterfüllung. Er benutzt dabei aber ganz deutlich körperliche Gewalt um sich über sein Opfer zu ermächtigen.


    :weiss joasch

  • Zensur ist etwas sehr unsympatisches. Allerdings sehe ich Deine Argumente ein, will aber einräumen, daß gerade Kinder triebhaft sind und, sofern sie lesen können, längst ihre anale Phase hinter sich haben. Insofern halte ich die Zensur für übertrieben, vielleicht sogar schädlich, weil sie Gefahren vertuscht, denen Kinder aus eigener Triebhaftigkeit längst unterlegen waren.


    Tatsächlich hat diese Zensur aber meinen Beitrag nicht verfälscht, so daß ich keinen Grund sehe, mich weiterführend über das eingreifen in meine Äußerungen zu beschweren. Der Vorteil Deines administrativen Eingreifens für mich ist immerhin der, das niemand in diesem Forum wirklich rechtlich angreifbar ist, weil den Kommentaren hier evtl die Originalität fehlt.


    8o joasch

  • Joasch,


    Zitat

    Er benutzt dabei aber ganz deutlich körperliche Gewalt um sich über sein Opfer zu ermächtigen

    .


    Darf ich mal kurz und völlig am Thema vorbei: Es heißt "um sich seines Opfers zu bemächtigen". Oder auch: "Um Macht über sein Opfer auszuüben." Die schönste Theorie nützt nichts, wenn man sie nicht in die richtigen Worte fassen kann.


    Ansonsten und zum gesamten "Paul": hm.


  • 1. Onaniert ein Protagonist, dann ist es Onanie.
    2. Haben zwei mit einander Sex dann ist es Sexismus.
    3. Wenn der Protagonist mit dem Antagonisten Sex hat, dann ist es Sexismus.


    Protagonismus und Antagonismus erklären sich dann darüber befindlich, vielleicht onthologisch, und haben nur in ihrer literaturwissenschaftlichen Deutung eine Bedeutung.


    Übrigens hat nach Marcuses Erklärungen über Freudsche Auffassungen die Ambivalenz zwischen dem Todes- und dem Lebenstrieb im Wesen des Menschen bloße immante Wirkung. Auch die Dialektik erklärt sich aus der immanenten Totalität jener Triebe, die sich allerdings nur durch eine Tranzendierung vernunftsgesteuert behauptet. Und na klar, aber man muß es sehr genau überlegen, demnach bezieht sich Dialektik nur auf die übersinnliche und tatsächlich (sinnlich) nicht erfahrbare Transzendenz kategorisch in Erscheinung tretender Phänomene. - Dieses glaubte ich einmal verstanden zu haben, nachdem ich Versuchte, Weisheit zu fressen.


    :sonne joasch

  • Zitat

    Darf ich mal kurz und völlig am Thema vorbei: Es heißt "um sich seines Opfers zu bemächtigen". Oder auch: "Um Macht über sein Opfer auszuüben." Die schönste Theorie nützt nichts, wenn man sie nicht in die richtigen Worte fassen kann.

    ... manche Geschehnisse führen zur Fassungslosigkeit und machen einen Menschen sprachlos.


    :( joasch


  • Lieber Joasch,


    Protagonismus ist eine Wortschöpfung von dir, die sich nur in deiner eigenen Deutung auf Sexismus bezieht (so ähnlich sagst du das weiter oben in deiner Ausführung).


    Ich bin kein Literaturwissenschaftler, bezweifle aber, dass sich die Literaturwissenschaft deinen Deutungen anschließen wird.


    Den Quatsch, den ich sonst dazu geschrieben habe, kannst du natürlich vergessen. Ich hoffe, du nimmst ihn mir nicht übel


    Horst-Dieter

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen und Legenden aus Baden

    ASIN/ISBN: 3955403823


    Wir haben sogar Bücher zuzm Totlachen aufzuweisen, von denen ich wünschte, dass die Verfasser die erste Probe an sich gemacht hätten!.
    Carl Julius Weber

    aus: Demokritos


  • joasch, kannst du mir bitte mal in verständlicher Sprache erklären, was Protagonismus ist. Ich finde das in keinem Lexikon, und auch das Internet weicht aus. Wenn es geht, versuche allzu Philosophisches zu vermeiden, das verstehe ich nämlich nicht. Und was ist in diesem Zusammenhang eine ontologische Bedeutung? Verwirrung über Verwirrung. :help
    Ratlose Grüße von Cosmea

  • Was gibt es denn da nicht zu verstehen?


    Protagonismus ist eine literarische Richtung, die einen Protagonisten in den Mittelpunkt einer Geschichte stellt. Eine Spielart davon ist der Dualprotagonismus, bei dem zwei gleichberechtigte Handlungsträger interagieren. Trotz des erst kürzlich in der Zeitschrift "literaschmonzette" erschienenen Neoprotagonistischen Manifests, ist meiner Ansicht nach der Postprotagonismus, bei dem die Dekonstruktion protagonistischer Strukturen im Fokus steht, die Bewegung mit der größten Zukunft.

  • Politiker sind keine Intellekuelle sondern nur Triebtäter!


    Wieder, joasch,


    erklärst du uns ganz toll die Welt. So ganz ohne Schwarz-Weiß-Denken. Deine Fähigkeit zu differenzieren verblüfft mich immer wieder.


    Wurstverkäufer sind keine Kaufleute sondern nur Leichenfledderer.
    Bergziegen sind keine Nutztiere sonder Landschaftszerstörer.
    Wollpullover sind keine Kleidungsstücke sondern nur Scheiße.
    Schriftsteller sind keine Menschen sondern nur Kleiderschränke.


    Ach, ich könnte ewig so weitermachen. Wenn einem erst einmal die Augen geöffnet sind ...


    Beglückt


    Wolf P.

  • ...das Konzept geht doch auf, er wird doch gelesen und besprochen wie keiner hier sonst! (Dorit vom BT neidvoll rüberschielend)


    Auch ich, liebe Dorit,


    möchte dich beruhigen. Hier findet keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Werk statt, eher reagieren wir hier pavlovsch auf joaschs Genialitäten. Und eine Weile macht das Spaß. Weil er uns so viele Steilvorlagen gibt.


    BTW: Wie sieht es eigentlich mit dem Thema Fußball in PAUL aus. Der Fußballer als eindimensionaler Mensch wäre doch ein prima Brückenschlag zum Soldaten. Beide mit dem Wunsch nach dem finalen Schuss.


    Siehst du, Dorit, so geht das. Sorg dich nicht um deine BT-Woche. Hier spielen wir nur. :D


    Herzlichst


    Wolf P.

  • Hallo Siegfried,


    Zitat

    Protagonismus ist eine literarische Richtung, die einen Protagonisten in den Mittelpunkt einer Geschichte stellt. Eine Spielart davon ist der Dualprotagonismus, bei dem zwei gleichberechtigte Handlungsträger interagieren.


    Ich würde das gerne noch ergänzen: Natürlich sind mir Deine sekundärliterarischen Verweise bekannt. Ich denke aber, sowohl Du als auch die von Dir zitierte Zeitschrift übersehen einen entscheidenden Aspekt: den Polyprotagonismus. Und genau der kommt in "Paul" meines Erachtens besonders zum Tragen, ist doch der zentrale Konflikt des Helden in seiner Promiskuität begründet.


    Insofern würde ich meinen, dass wir in der neuesten Literatur eine Entwicklung verzeichnen können, die längst weit über die Begrifflichkeit des reinen Protagonismus hinausgeht.


    Das wollte ich nur kurz in die Diskussion einflechten :) .


    Liebe Grüße
    Anja